Theater & Musik

Suck It and See! Das aktuelle Arctic Monkeys-Album

Probier’s aus! So in etwa kann man den Albumtitel der neuen Arctic Monkeys-Platte übersetzen. Doch das neue Album macht es einem als eingefleischter Arctic Monkeys-Fan nicht leicht, klingt es doch auf den ersten Blick so untypisch und weniger rockig, wie man es von den Mitgliedern um Frontsänger Alex Turner sonst gewohnt war. Wo sind die tiefgründigen poetischen Lyrics der Vorgängeralben (ganz besonders vom Vorgängeralbum „Humbug“) hin verschwunden? Hat Alex Turner etwa schon sein ganzes lyrisches Pulver verschossen? Wo ist dieses spezifisch Arctic-Monkeys-mäßige? Dieses gewisse Etwas?

Der bereits ausgekoppelte Song des Albums „Don’t Sit Down ‘Cause I Moved Your Chair“ knüpft zwar an die Indie-Rock-Tradition von Krachern wie „I Bet You Look Good on the Dancefloor“ oder „Brianstorm“ an, verschwindet aber genauso so schnell aus dem Kopf, wie er aufgetaucht ist. Die meisten Lieder auf dem Album reichen songtexttechnisch längst nicht an die tiefsinnige Metaphorik der früheren Platten heran. Texte wie der von „Brick by Brick“ sind dann doch einfach arg simpel:

I wanna steal your soul (Brick by brick)
I wanna rock and roll (Brick by Brick)
I wanna rock and roll (Brick by brick)
I wanna rock and roll

Natürlich, eine Band entwickelt sich. Klar, dass sie seit dem ersten Album „Whatever People Say, That’s What I’m Not“ von 2006 musikalisch mal auf neuen Wegen wandelt. Die etwas ruhigere und nachdenklichere Atmosphäre des letzten Albums „Humbug“ fand ich eine sehr positive Entwicklung, hätte mir also sogar noch ein Album dieser Art gewünscht. „Suck It and See“ ist vielmehr eine bunte Mischung der frühen und wilden Arctic Monkeys und der späteren, aber deutlich erwachsener und reifer klingenden Arctic Monkeys vom letzten Album. Schade, dass sie sich auf dem neuen Album weder für das eine noch für das andere entscheiden. Beides miteinander vermischt ist irgendwie dann doch unbefriedigend.

„Suck It and See“ ist natürlich auch keineswegs schlecht, kann stellenweise durch einige wenige Songs schon überzeugen (Anspieltipps: „All My Own Stunts“, „Reckless Serenade“ und „Black Treacle“). Allein durch das Schreiben dieses Artikels und das damit verbundene intensive Hören der Platte habe ich mir einen neuen Ohrwurm zugezogen („She’s Thunderstorms“). Gleichzeitig kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Songs irgendwie beliebig klingen, keiner so recht aus dem Album herausstechen will. Es sind wenige prägnante, einprägsame Songs dabei, die man schon nach wenigen Momenten gleich erkennen würde. Das gesamte Album scheint kaum einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es ist nett anzuhören, plätschert entspannt dahin wie ein schöner Wasserfall – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wo sind die alten Arctic Monkeys hin? Ich möchte sie wiederhaben!

Ihr wollt selbst mal reinhören? Das gesamte Album gibt’s hier!

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