Film

Pi (1998)

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Der zurückgezogen lebende, geniale Mathematiker Max Cohen (Sean Gullette) steht kurz davor, das Geheimnis der Börse und anderer scheinbar chaotischer Abläufe, zu enthüllen. Er ist der Meinung, dass die Zahl Pi, an der sich schon seit jeher Mathematiker die Zähne ausgebissen haben, der Schlüssel zu allem ist – zu der Weltordnung, der Natur, der Wissenschaft, dem Leben. Doch seine Entdeckung bleibt nicht geheim! Schon bald wird er von zwei Interessengruppen, die seine Forschungen für sich benutzen wollen, belagert und verfolgt.

Darren Aronofskys Debütfilm entführt einen in die verwirrende Gedankenwelt eines Genies, der sich so sehr in eine fixe Idee hineinsteigert, dass er sich sowohl psychisch als auch physisch selbst zerstört. Immer wieder wird der Protagonist mit quälenden Bildern und hämmernder Musikuntermalung (wie immer Clint Mansell) in kritischen Situationen gezeigt: bei migräneartigen Kopfschmerzattacken, gegen die er mit einer großen Anzahl unterschiedlichster Drogen ankämpft, bei klaustrophobischen und paranoiden Anfällen, bei nahezu kafkaesken Spaziergängen und U-Bahnfahrten durch das pulsierende New York. Festgehalten wird dies alles in kontrastreichen, teilweise körnig rauschenden Schwarzweiß-Bildern.

Dies alles, in erster Linie der körperliche und seelische Verfall des Mathe-Genies, wird auf sehr beklemmende Art und Weise geschildert. Wie später in „Requiem for a Dream“ überkommt einen als Zuschauer der starke Wunsch, sich dies doch alles am besten gar nicht anzugucken. Aber natürlich guckt man hin! Man will ja wissen, wie das noch alles enden wird.

Die beeindruckenden Bilder und die gelungene dumpfe Atmosphäre können aber leider nicht über eine große Schwäche des Films hinweg täuschen: die Story des Films ist einfach sehr verworren! Zu sehr fehlt ein roter Faden. Auch vermisst man Erklärungen dafür, warum Max Cohens Forschungsergebnisse so unglaublich bedeutend sind, dass er rund um die Uhr von seltsamen Menschen verfolgt wird. Auch die eigene Intention des Protagonisten bleibt fragwürdig: Was hat er denn selbst davon, die in der Natur vorherrschende Harmonie zu ergründen? Und überhaupt, wie ist er zu dem geworden, was er ist? Wieso zerbricht er sich den ganzen Tag den Kopf über eine Zahl, die ihm selbst doch auch nicht wirklich etwas bringt? Fragen über Fragen. Über die Hauptfigur und ihre Motivation bleibt leider vieles zu sehr im Unklaren. Klar, man könnte natürlich argumentieren, dass Aronofsky seinen Film bewusst kryptisch gestaltet hat, auf der anderen Seite wird das Geschehen durch das viele Offenlassen von Erzählsträngen einfach nicht nachvollziehbar und wirkt zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Somit ist „Pi“ zwar aus rein technischer Sicht (Kameraeinstellungen, Motivik, Schnitte, Wiederholungsmuster, Soundtrack) sehr sehenswert. Vor allem im Hinblick darauf, dass der Film mit einem Minimalbudget von 60.000 Dollar abgedreht wurde. Auch einige Techniken wie etwa die sogenannte Hip-Hop-Montage, bei der Bilder und Handlungen im Zeitraffer gezeigt werden, haben nachfolgende Filmemacher inspiriert. An der Story hapert es aber leider doch ziemlich. An dieser hätte Aronofsky wirklich nochmal feilen sollen… Schade drum!

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    2 KOMMENTARE

  • Raffael 27. Dezember 2011 Reply

    Ist es denn nicht gerade diese „ungefeilte“ Story, die den Film so interessant machen? Gerade das kryptische, weil stark subjektiv, aus der Wahrnehmung des Protaonisten erfahrene Geschehen, macht Pi doch so interessant und verführt dazu, den Film immer wieder mal einzulegen.
    Nach dem 5. Mal Schauen habe ich ehrlich gesagt mittlerweile mehr Spaß an der Geschichte als an der technischen Umsetzung, die hie und da doch etwas aufgesetzt wirkt.

    Ist übrigens ein Film, der auch auf http://www.scififilme.net/ bald Erwähnung finden wird.

  • Chris 27. Dezember 2011 Reply

    Ja da bin ich Raffaels Meinung! Ich finde ja das der Film rein technisch nicht das beste war aber eben die Story den Film interessant macht, naja Meinungen sind bekanntlich verschieden

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