Film

Toast (2010)

Toast

Mitten in der tiefsten englischen Provinz, fernab von der feinen Küche wächst der kleine Nigel auf. Seine Eltern verstehen nicht viel von gutem Essen. Seine Mutter (Victoria Hamilton) kocht entweder Fertiggerichte, und wenn selbst die beim Aufwärmen anbrennen, gibt es Toast mit Butter. Sein Vater (Ken Stott) kann mit seinem Sohn nicht sonderlich viel anfangen, er hält ihn für einen Sonderling. Die Mutter schafft es aber immer wieder zwischen beiden zu vermitteln.

Nach einer Weile stirbt die Mutter an einer schweren Lungenerkrankung und die beiden sind plötzlich vollends auf sich gestellt. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn verschlechtert sich weiter, als die einfache und unkonventionelle Haushälterin und Putzfrau Joan Potter (Helena Bonham Carter) in ihr Leben tritt und mit Nigels Vater anzubändeln beginnt. Joan ist anders als Nigels Mutter eine brilliante Köchin, zaubert sagenhafte Zitronen-Baiser-Torten und viele andere feine Leckereien auf den Tisch. Nigel kann sie nicht ausstehen, vor allem weil er von nun an mit ihr um die Liebe und Aufmerksamkeit seines Vaters konkurriert. Ein wahrer Kochkrieg darum, wer dem Vater ein noch schmackhafteres Menü servieren kann, entbrennt…

„Toast“ erzählt nach wahren Begebenheiten die Geschichte des in England sehr berühmten Kochs Nigel Slater. Der Film bewegt sich stets zwischen Drama um einen ungeliebten Jungen, der in der Welt seinen Platz noch nicht gefunden hat und Komödie, wenn etwa die Sticheleien zwischen „böser Stiefmutter“ Joan Potter und dem kleinen, mit Dackelaugen in die Gegend blickenden Nigel gezeigt werden. Untermalt ist die Geschichte mit einer liebevollen 60er Jahre Atmosphäre, in die man sich als Zuschauer gerne entführen lässt. „Toast“ ist ein liebevoller, herzerwärmender, aber teilweise auch ziemlich triefig geratener Kochfilm, von dem man keinesfalls zu viel Tiefgang erwarten sollte. Die Figurengestaltung ist teilweise arg oberflächlich geraten. Eine plausible Begründung, warum ein Junge aus einer so genussfremden Familie eine wahre Kochleidenschaft entwickelt, wird nicht geliefert. Außerdem werden viele ernstere Themen, wie etwa der Klassenkonflikt oder die unterschwellige Ausgrenzung von Homosexuellen in der englischen Gesellschaft der frühen 60er Jahre, nur angerissen und nicht vertieft.

Andererseits will „Toast“ vielleicht auch gar kein allzu sehr sozialkritischer Film sein, sondern vielmehr als leichte (und seichte!) Unterhaltung dienen. Diese bietet der Film auf jeden Fall: herrliche Bilder von leckeren Sahnetorten, rührende Schilderung einer engen Mutter-Sohn-Beziehung, beschwingte Sixties-Schlagermusik – ein echtes Feelgood-Movie eben. Am besten zu genießen mit einer schönen Tasse heißer Schokolade (mit Sahne!) und einem Stück feinster Zitronentorte! Nettes, leicht klebrig geratenes Filmchen… nicht mehr, aber auch nicht weniger!

„Toast“ wurde zunächst nur im BBC-Fernsehen ausgestrahlt. Im Herbst 2011 kam er auch in die deutschen Kinos. Am 6. Dezember 2011 erschien er auf DVD.

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Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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