Kunst & Fotografie

Ausstellungstipp: Jim Rakete – Stand der Dinge

Flyer zur Ausstellung - nicht irritieren lassen. Sie geht noch bis zum 25. März!

Jim Rakete ist ohne Frage einer der bedeutendsten deutschen Fotografen. Vor seiner Linse haben in der Vergangenheit nicht nur Musikstars wie Die Ärzte oder Nena posiert, auch alles, was in Deutschland in filmischer Hinsicht Rang und Namen hat, wurde von ihm abgelichtet. Für das Frankfurter Filmmuseum wollte er vor ein paar Jahren eigentlich nur ein paar wenige Leinwandgrößen fotografieren – für’s Foyer des Museums. Mehr nicht. Aus diesem kleinen Projekt entwickelte sich jedoch schnell ein größeres: entstanden sind für seine Fotoserie „Stand der Dinge“ 100 brilliante Porträtaufnahmen von deutschen Filmschaffenden. Anders als bisher hat er die Aufnahmen mit einer digitalen Kamera gemacht. Außerdem sind die Fotos farbig – und das wo doch hinlänglich bekannt ist, dass Jim Rakete der digitalen Technik eher ablehnend gegenüber steht! Diese Haltung merkt man den Fotos aber nicht an. Große deutsche Schauspieler wie z.B. Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara, August Diehl, aber auch die besten Regisseure, die Deutschland zu bieten hat (Christian Petzold, Doris Dörrie, Andreas Dresen..usw. usw.) werden auf wunderbar persönliche und kreative Art und Weise gezeigt.

Wie der Titel der Ausstellung bereits andeutet drehen sich die Fotos vor allem um die Gegenstände, die Filmschaffenden etwas bedeuten bzw. für ihr künstlerisches Schaffen wichtig ist. Zu sehen ist da etwa ein melancholisch dreinblickender Axel Prahl mit Currywurst in der Hand – abgelichtet beim Filmdreh von Andreas Dresens Drama „Halbe Treppe“. Oder eine freudig posierende Maria Schrader, die in atemberaubenden Highheels auf einem Berliner Häuserdach mit einem Eiffelturm-Wecker herumjongliert. Henri Hübchen posiert mit einem Billard-Queue und gesteht im Beiheft zur Ausstellung, dass er im Film „Alles auf Zucker!“ nur so getan habe, als könne er Billard spielen: „Er [der Queue] erinnert mich […] an eine wichtige Fähigkeit, die bisweilen auch im Film ganz nützlich ist: sicheres Auftreten, bei relativer Ahnungslosigkeit.“

Man merkt den Aufnahmen an, dass Jim Rakete das Beste aus jedem einzelnen Porträtierten herausgeholt hat. Die abgelichteten Filmschaffenden strahlen eine unglaubliche Begeisterung für ihre Arbeit aus. Zudem beeindrucken die Fotos durch ihre Ideenvielfalt und das wunderbare Spiel mit Licht und Schatten. Jim Rakete versteht – ohne Frage – sein Handwerk! Es macht daher viel Freude, jedes der 100 Porträts zu betrachten und darüber zu sinnieren, welche Geschichten (sowohl filmischer als auch persönlicher Art) hinter den Fotoaufnahmen stecken – vor allem natürlich, wenn man die erwähnten Filme auch gesehen hat, vielleicht sogar die jeweilige Requisite wiedererkennt. Aber auch sonst ist die Ausstellung allein schon aufgrund von Jim Raketes Ausnahmetalent sehr sehenswert.

Jim Rakete – Stand der Dinge. 100 Porträts für das Deutsche Filmmuseum“ vom 14. Februar bis 25. März 2012 im Willy-Brandt-Haus Berlin.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr

Personalausweis mitbringen und es geht kostenlos rein! (na, wenn nicht allein das schon ein Grund ist, hinzugehen, dann weiß ich auch nicht! ;))

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