Film

My Week with Marilyn (2011)

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Norma Jeane Baker, besser bekannt unter dem Künstlernamen Marilyn Monroe, ist sicher die berühmteste Blondine der Filmgeschichte. Der britische Regisseur Simon Curtis hat sich mit seinem Biopic „My Week with Marilyn“ nun an die große Filmikone der 50er Jahre herangewagt. Das Drehbuch stützt sich auf die persönlichen Erinnerungen des Filmemachers Colin Clark, der Marilyn bei den Dreharbeiten zum Film The Prince and the Showgirl (Regie: Laurence Olivier) kennenlernte – und seine Erfahrungen mit dem Männerschwarm später niederschrieb. Marilyn Monroe, die zu diesem Zeitpunkt in Hollywood schon längst auf ein und dieselbe Rolle festgelegt schien – das blonde Dummchen – wollte mit diesem Filmprojekt  all ihren Kritikern ihr schauspielerisches Talent beweisen.

Der Film erzählt die Strapazen des Filmdrehs aus der Perspektive des 23-jährigen Colin Clark (Eddie Redmayne), der von einer Karriere als Regisseur träumt. Mit viel Geduld und Hartnäckigkeit verschafft er sich schließlich einen Job als Regieassistent bei der Produktion des neuesten Monroe-Films. Kaum am Set angekommen, ist es auch schon um ihn geschehen. Wie so viele Männer vor ihm, hat Marilyn ihn im Nu mit ihrem charismatischen Auftreten um den Finger gewickelt. Regisseur und Darsteller Laurence Olivier (gespielt von Kenneth Branagh) beginnt im Gegenzug immer mehr zu bereuen, diese launenhafte und tief verunsicherte Schauspielerin für seinen Film engagiert zu haben. Die Atmosphäre beim Filmdreh wird zunehmend eisiger. Olivier kritisiert Marilyn mit immer bissigeren Kommentaren – und Marilyn verschließt sich gleichzeitig immer mehr, bis sie eines Tages gar nicht mehr zum Dreh erscheint. Colin Clark schafft es als Einziger zu der Ikone durchzudringen – und sie zum Fortsetzen der Dreharbeiten zu motivieren. Als einer der wenigen ist er wirklich von ihrem Talent überzeugt – zugebenermaßen natürlich auch, weil er sich schon längst über beide Ohren in die charmante Blondine verguckt hat! Ihm gegenüber beginnt sich Marilyn stückweit zu öffnen, so vertraut sie ihm intime Details über ihr Privatleben an und lässt ihn hinter die Fassade des attraktiven, stets gut gelaunten Mädchens blicken.

Michelle Williams, die in jüngster Zeit schon in zahlreichen Independent-Produktionen wie etwa Synecdoche, New York und Blue Valentine brillierte, spielt diese komplexe Persönlichkeit, die ständig zwischen Koketterie und fröhlicher Fassade einerseits und tiefen Anfällen von Selbsthass andererseits hin und her schwankt, sehr bemerkenswert. Ihr gelingt es, den Charme und Sexappeal der Ikone eindrücklich zu verkörpern. Auch die Gesangseinlagen, die denen der echten Marilyn ziemlich nahe kommen, sind lobend hervorzuheben.

Leider verschenkt der Film jedoch einiges an Potential. So gerät gerade die Nebenhandlung mit dem sommersprossigen Colin Clark etwas mau. Die Figur des Colin, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, bleibt recht blass. Auch ziemlich fragwürdig bleibt etwa bis zum Schluss, warum Marilyn sich gerade bei ihm, dem unerfahrenen Film-Neuling, ausweint – und in manchen Nächten sogar das Bett mit ihm teilen möchte…Der Fokus läge eben auf Marilyn, könnte man an dieser Stelle zwar erwidern. Doch selbst bei diesem (Haupt-)Handlungsstrang wird einiges an Potential verschenkt. Die Selbstzweifel, die Depressionen, die Marilyn während des Filmdrehs durchlebt, werden nur angerissen und nie wirklich vertieft. So werden zwar immer wieder in paar Tränchen vergossen und die emotionale Zerrissenheit angedeutet – so etwa nach der Fehlgeburt, die Marilyn in einer Nacht erleidet – doch dies immer alles nur in kleinen Dosen, die den Filmzuschauer wohl bloß nicht all zu sehr emotional mitnehmen sollen.

Dies macht den Film zwar angenehm anzuschauen, da man auf diese Art und Weile die seelischen Abgründe Marilyns nicht zu nah an sich heranlassen muss. Gleichzeitig nimmt es dem Film viel an Authentizität. Denn wer sich schon mal halbwegs mit der Biografie Norma Jeane Bakers beschäftigt hat, wird merken, dass die Schauspielerin und Persönlichkeit Marilyn Monroe zu diesem Zeitpunkt ihres Lebens schon viel kaputter war, als es sich dieses Biopic zu zeigen traut. Schade. Etwas mehr Mut hätte dem Film an dieser Stelle sicher gut getan. So ist „My Week with Marilyn“ eben eine schöne, leicht verdauliche Filmunterhaltung, die den Mythos der unwiderstehlichen Marilyn Monroe für 99 Minuten wieder aufleben lässt. Sehenswert vor allem wegen der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Michelle Williams!

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    4 KOMMENTARE

  • […] Endlich mal wieder im Kino gewesen! Angesehen habe ich mir das Biopic “My Week with Marilyn”. Meine Rezension lest ihr jetzt im Farbfilmblog. […]

  • Lasse der Wikinger 20. April 2012 Reply

    Nett…ich hab leider schwierigkeiten mehr als MARILYN und Synecdoche New York zu lesen… das liegt aber an mir

  • […] farbfilmblog.de: (…) wer sich schon mal halbwegs mit der Biografie Norma Jeane Bakers beschäftigt hat, wird merken, dass die Schauspielerin und Persönlichkeit Marilyn Monroe zu diesem Zeitpunkt ihres Lebens schon viel kaputter war, als es sich dieses Biopic zu zeigen traut. Schade. Etwas mehr Mut hätte dem Film an dieser Stelle sicher gut getan. So ist „My Week with Marilyn“ eben eine schöne, leicht verdauliche Filmunterhaltung, die den Mythos der unwiderstehlichen Marilyn Monroe für 99 Minuten wieder aufleben lässt. Sehenswert vor allem wegen der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Michelle Williams! […]

  • Filmproduktion 20. April 2012 Reply

    …eine schöne, leicht verdauliche Filmunterhaltung, die den Mythos der unwiderstehlichen Marilyn Monroe für 99 Minuten wieder aufleben lässt

    Hat wirklich Spaß gemacht zu lesen und ich denke,d ass der Mythos Marilyn vorerst nicht so schnell tot zu kriegen sein wird, wie es bei ihr der Fall war.

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