Film

James Bond 007 – Der Duft mit der Lizenz zum Töten

Ein ganz normaler Freitag zur Mittagszeit. Ich stehe in der Küche, rühre gerade genüsslich meine Pastasauce um, als es plötzlich an der Tür klingelt. Hm..ich erwarte doch niemanden?! Ich nehme den Hörer der Gegensprechanlage ab: „Hallo?“ Eine tiefe Männerstimme antwortet: „Ich habe da ein Paket für Sie.“ Aha. Hab doch gar nichts bestellt?! Was das wohl sein kann? Im Kopf geh ich schnell durch: Bücher? DVDs? Was anderes von Amazon? Hab doch in letzter Zeit gar nichts übers Internet bestellt! Geburtstag hab ich in naher Zukunft auch nicht, Weihnachten ist noch eine Weile hin…

Da kommt der Paketbote endlich mühsam die Treppe hoch und unterbricht meine Grübeleien. „Juten Tach“, sagt er kurzangebunden und schaut mich mit einem ganz seltsamen, irgendwie misstrauischen Blick an. Er drückt mir ein großes, rechteckiges Paket, eingewickelt in braunem Packpapier und einer hellbraunen Kordel in die Hand. „Farbfilmblog. Dat sind Sie, wa? Einmal unterschreiben, bitte.“ Ich beäuge das Paket weiter. Was ist da wohl drin? Ein Schriftzug in Schwarz: James Bond 007. Ist da jetzt nicht grad ein Jubiläum? Will irgendein Filmverleih da draußen, dass ich eine neue DVD-Box teste und eine Rezension verfasse? Bitte, bitte! Mein Herz beginnt gleich schneller zu schlagen. Filme nehm ich doch immer gerne…

Das geheimnisvolle Paket…

 

Hastig kritzele ich meine Unterschrift auf das kleine Display und verabschiede mich vom Postmann. Schnell, schnell! Folie ab und endlich schauen, was sich in diesem sonderbaren Paket, auf dem in großer roter Schrift „Top Secret. Confidential“ prangt, verbirgt! Ich schneide mit einer Schere die braune Kordel durch, reiße mit einem lautem Ratsch das Papier auf. Ein großer glänzender schwarzer Karton kommt zum Vorschein. Ich öffne die Schachtel. Nein, gibt’s denn sowas? Ein Parfüm? Tatsächlich! James Bond wird 50 Jahre alt und zu diesem bedeutenden Jubiläum kommt das auf den Markt, was laut Presseinformation, noch gefehlt hat: „Ein Duft, der weibliche Phantasien auf Reisen schickt. Ein klassischer, unmissverständlich maskuliner Duft, frisch und sophisticated.“ Aha! Da bin ich aber mal gespannt…

Um an diesen wahnsinnig sexy Geruch zu kommen, haben sich die Macher des Parfüms auf jeden Fall schon mal einen echt kreativen Verschluss einfallen lassen. Erst nach ausgiebigem Drehen am oberen Ende des Flakons wird die Öffnung freigegeben. Ich spritze mir – mangels einer mutigen männlichen Versuchsperson, die sich damit von mir gerade freiwillig einnebeln lassen möchte – ein wenig auf das Handgelenk. Die feine „Fougère-Komposition mit Lavendel, Moos und Kumarin“ kann ich zwar nicht wirklich ausmachen, aber schlecht riecht es auf jeden Fall schon mal nicht. So wie Männerparfüms im unteren bis mittleren Preissegment halt riechen. Recht einfach, aber auch nicht Kopfschmerz verursachend wie Axe & Co. Aber riecht so wirklich James Bond? Der Mann, der es mit jedem noch so fiesen Bösewicht aufnimmt, der seinen Wodka Martini nur geschüttelt trinkt – und dem Frauen stets scharenweise zu Füßen liegen? Hat so ein Mann zwischen lauter wilden Verfolgungsjagden überhaupt noch Zeit, sich morgens genüsslich mit einem Parfüm einzunebeln bzw. es nötig, Frauen allein mit seinem Duft zu betören? Vermutlich nicht. Ist auch irgendwie wenig sexy: ein Mann, der Ewigkeiten im Bad mit der Schönheitspflege beschäftigt ist. Der soll doch lieber mal die Welt retten, verdammt!!!

Ein Must-Have? Naja… Für eingefleischte James Bond-Fans ist das neue Parfüm sicher eine ganz nette Geschenkidee. Das kleine Eau de Toilette (50ml) liegt preislich bei 29 Euro, das After Shave bei 19,95 Euro und der Deo Stick sogar bei nur 12,50 Euro. Man darf in jedem Fall auch mal gespannt sein, welchen Filmreihen in Zukunft noch ein eigener Duft gewidmet wird. Wie wär’s denn mal zum Beispiel  mit einem Stirb langsam-Parfüm? Wird vermutlich aber wohl eher ein Ladenhüter…

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    4 KOMMENTARE

  • Darkagent 11. September 2012 Reply

    für mich als bond fan die frage: wo kann man das kaufen? vielleicht kannst du mir diesbezüglich ja helfen

    • Deborah 11. September 2012 Reply

      Hallo,

      also laut Pressemappe ist das James Bond-Parfüm seit September in allen autorisierten Parfümerien, Drogerien, Kauf- und Warenhäusern sowie Verbrauchermärkten erhältlich. Nicht sehr präzise, ich weiß. Könnte mir aber gut vorstellen, dass die das bald in nächster Zeit alle in ihr Sortiment nehmen. Ist ja wie gesagt bestimmt eine ganz gute Geschenkidee.

      Beste Grüße
      Deborah vom Farbfilmblog

  • nachgebloggt 11. September 2012 Reply

    Vor 2 Jahren hatte ich mir in einem Urlaub mal alle James Bond-Filme angesehen, weil die bisher alle an mir vorbei gegangen sind. Man kannte zwar Szenen aus dem TV aber die Zusammenhänge nicht. Seit ich das gemacht habe bin ich riesen Bond-Fan und liebe jeden einzelnen Darsteller und Film. Von daher ist es was ganz besonderes, dieses Jubiläum zu erleben und sich auf den neuen Teil SKYFALL zu freuen.

  • […] James Bond 007 – Der Duft mit der Lizenz zum Töten – Farbfilmblog 11. Sept. 2012 … James Bond 007 – Der Duft mit der Lizenz zum Töten … So wie Männerparfüms im unteren bis mittleren Preissegment halt riechen. … Du kannst einen Kommentar schreiben oder einenTrackback von deiner Seite einrichten, … […]

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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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