Literatur

Literatur in 300 Wörtern (2): Samuel Beckett – Warten auf Godot

Freut mich, dass meine neue Literatur-Serie so viel Anklang bei euch gefunden hat. Neue Woche, das heißt es gibt eine neue Rezension zu lesen! Heute über einen echten Klassiker des modernen Dramas: Samuel Beckett – Warten auf Godot. Mein Sommerdiebe-Kulturblog ist jetzt übrigens auch auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Wer immer auf dem aktuellen Stand sein möchte, darf gerne „Gefällt mir“ drücken. Vielen Dank!

Inhalt in 3 Sätzen:

Die beiden Landstreicher Estragon und Wladimir warten auf Godot. Während sie dieser nicht gerade erfolgversprechenden Beschäftigung nachgehen, philosophieren sie über Gott und die Welt. Wird Godot noch zu ihrer Verabredung kommen, und wenn ja, wie lange müssen sie noch warten?

Lieblingszitat:

Estragon: „Was sollen wir jetzt machen?“
Wladimir: „Ich weiß nicht.“
Estragon: „Komm, wir gehen.“
Wladimir: „Wir können nicht.“
Estragon: „Warum nicht?“
Wladimir: „Wir warten auf Godot.“
Estragon: „Ach ja.“

Lesenswert, nicht nur weil „Warten auf Godot“ zu den bekanntesten und meist gespielten Dramen des 20. Jahrhunderts gehört, sondern auch wegen seiner unglaublichen Absurdität. Samuel Beckett, Nobelpreisträger und Anhänger des sog. „Absurden Theaters“, zeigt hier mit einfachen Mitteln die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz auf. Die beiden Protagonisten sind gefangen in der Tätigkeit, auf eine Person zu warten, die irgendwann, vielleicht aber auch nie erscheinen wird. Sie wissen mit sich selbst und der Welt nichts Sinnvolles anzufangen, haben endlos Zeit und vertreiben sich die Langeweile damit, auf jemanden zu warten, der ihnen Hoffnung geben kann. Nicht zufällig findet sich im Namen Godots das englische Wort „god“ wider, ohne Zweifel ein dezenter Hinweis auf die mögliche Nichtexistenz Gottes.

Dieses Buch ist interessant für Leser, die es nicht stört, dass einfach nichts passiert. Zumindest nichts, was von größerer Bedeutung wäre. Die beiden Protagonisten Wladimir und Estragon sind durch ihre hoffnungslose Situation zwar sympathisch, gleichzeitig könnte die Handlung aber auch noch endlos so weitergehen. Sie streiten, vertragen sich wieder, denken über die Vorteile des Suizids nach und wie der am besten durchzuführen sei oder fragen sich einfach, warum sie eigentlich noch hier sind. Das Faszinierende an „Warten auf Godot“ ist, dass es trotzdem spannend zu lesen ist! Auch wenn man als Leser schon früh ahnt, dass dieser Godot nicht in nächster Zeit, vielleicht nie, auftauchen wird, macht es Spaß, die Gespräche zwischen Estragon und Wladimir zu verfolgen. Und wer dieser sonderbare Godot, der so lange auf sich warten lässt, nun eigentlich ist? Das bleibt jedem Leser letztendlich selbst überlassen…

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