Kunst & Fotografie Literatur

Aus dem Alltag einer Literaturstudentin (2)

Ja, ich geb’s ja zu. Nach einem bloggingtechnisch sehr produktiven März kam ein doch sehr mauer Monat April. Bevor man nun bald wirklich das letzte Kalenderblatt des aktuellen Monats abreißen kann, lest ihr doch noch mal wieder was hier. Ich gehe im Moment in meinem Literatur, Kunst, Kultur-Studium zwar voll und ganz auf (viele tolle, aber auch fordernde Veranstaltungen! :)), aber zum Bloggen hat es irgendwie dann doch nicht gereicht. Auch sonst schwirren in meinem Kopf einfach zu viele unsortierte Dinge herum. Wie auch immer. Hier ein kurzer Einblick in mein wirres Literaturstudentenleben.

Döblin und Kafka

1. Holla! Ein paar literarisch sehr harte Brocken!

Ich hab es mir mit der Wahl meiner Kurse dieses Semester wahrlich nicht leicht gemacht. Aber warum sich nicht auch mal ein bisschen fordern? 😉 Zuerst einmal habe ich mich entschlossen, ein Seminar zum modernen Roman schlechthin zu besuchen. „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Ich sag es gleich: Diesen Roman habe ich in der Vergangenheit schon mindestens zweimal angefangen zu lesen. Und immer nach ca. 30 Seiten frustriert beiseite gelegt. Kryptisch bis zum geht nicht mehr. Bewusstseinsströme. Mittendrin plötzlich ein Wetterbericht (?) und Statistiken der Stadt Berlin. Nun habe ich mich allerdings doch durchgerungen – alle guten Dinge sind bekanntlich drei – und muss sagen: bisher läuft die Lektüre wirklich um einiges besser als die letzten Male.

Und dann auch noch Kafka! Auch wahrlich keine leichte Kost. Hier habe ich mittlerweile festgestellt, dass die kürzesten Texte (die teilweise nur aus etwa 1-5 Sätzen bestehen) die schwierigsten sind und die, die die meisten Fragezeichen im Kopf auftauchen lassen. Aber literarisch ist es auf jeden Fall interessant. Mal sehn, wie das so weiter geht.

Woody Allen

2. Film, Film, Film!

Nein, keine Sorge. Meiner akuten Filmsucht werde ich in diesem Semester auf jeden Fall auch weiter frönen. Ich steige gerade in die Grundlagen der Filmanalyse ein. Analysiert werden Filme von Woody Allen. Muss ich dazu sagen, dass dieser zu meinen Lieblingsregisseuren gehört? Angucken muss (achwas, was heißt muss? Ich darf!!! Welch Freude!) jede Woche einen Film angucken! 🙂 Nach diesem Semester werde ich also denk ich bestens über das Werk Allens Bescheid wissen. Vielleicht schafft es dann ja auch die eine oder andere Rezension in das Farbfilmblog!

Desweiteren habe ich mich bei den Philosophen eingeschummelt und erfahre in einer spannenden Vorlesung etwas über die „Philosophie des Films“. Dies ist um vieles packender, als es zunächst vielleicht klingen mag. Diskutiert werden Fragen wie „Was ist Filmkunst?“ oder „Was macht einen Film zu einem künstlerischen Werk?“. Garniert wird dies mit kurzen Ausschnitten aus bedeutenden Werken der Filmgeschichte. Bekomm ich keine Credits für, aber egal! Macht Spaß. Dafür steh ich doch gerne mal ein bisschen eher auf 😉

Gassi gehen mit Wildschweinen - kleine Scherze am Wegesrand...

Gassi gehen mit Wildschweinen – kleine Scherze am Wegesrand…

3. Jena mal touristisch

Dass Jena sehr touristisch ist, ist natürlich leicht übertrieben. Aber die letzten beiden Wochenenden hatte ich dieses Gefühl. Schlichtweg aus dem Grund, weil ich Reiseführerin für diverse Besucherinnen und Besucher aus Berlin gespielt habe. Da sieht man die eigene Studienheimat plötzlich nochmal mit anderen Augen, da man sich fragt: Was zeige ich bloß? Was ist repräsentativ für das Leben in Jena? Die altehrwürdige Uni? Meine schnucklige WG-Küche? Oder doch der idyllische Paradies-Park? Von Thüringer Rostbratwurstessen über Wanderungen auf beliebte Aussichtspunkte und Touren durch gemütliche Studentenkneipen habe ich jedenfalls sämtliche Register gezogen, die Stadt Jena von ihren schönsten Seiten zu zeigen.

Messina

4. Italien, ich komme!

Dies sage ich mir zumindest laufend, denn vorher rollt da leider noch eine enorme Bürokratie-Welle auf mich zu. Erasmus-Formulare, Uni-Anmeldeformulare, Transcript of Records und wie diese Dinge alle so klangvoll heißen: Mir steht noch viel Gerenne bevor. Aber was soll’s. Den nächsten Winter (ab Oktober) werde ich, wenn alles gut läuft, im hoffentlich sonnigen, aber in jedem Fall schneefreien (!) Messina auf der Insel Sizilien verbringen. Immer wenn ich wieder mal zwischen den lauter Formularen zu versinken drohe, schaue ich mir zur Motivation schöne Sizilien-Fotos an. An den zwar schon vorhandenen, aber sicher noch zu vertiefenden Italienischkenntnissen wird derzeit noch intensiv gefeilt. Achja. Das wird schon. Die Vorfreude steigt. (und ein Blog über Messina wird’s dann auch geben. Versprochen!)

So, damit hoffe ich, dass ich bald wieder frische Ideen für Rezensionen oder ähnliches habe. Macht’s gut! Bis bald! 🙂

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    3 KOMMENTARE

  • literaturen 28. April 2013 Reply

    Ich finde ja, dein Studentenleben klingt ganz annehmlich. (:
    Machst du ein Auslandssemester in Italien?

    • sommerdiebe 28. April 2013 Reply

      Ja, ist es auch 😉 Mache im Winter ein Erasmus-Auslandssemester. Wird sicher eine Umstellung, was die Mentalität und so angeht, aber ich freu mich schon sehr darauf! 🙂

  • kutabu 28. April 2013 Reply

    Toll, toll, toll! Berlin, Alexanderplatz habe ich auch im Studium gelesen, ebenso Kafka! Nur Woody-Allen-Filme nicht (wiewohl ich sie aber kenne, und, ja, die möchte ich auch alle nochmal sehen…), dafür aber Godard. Genieße die Zeit! (Aber das machst Du ja), und im Winter nach Italien, das ist toll!!! Viel Spaß bei all diesen Unternehmungen!

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  • Was für ein inspirierender #Instawalk vorhin im Deutschen Historischen Museum. Hier ist jetzt eine Ausstellung zur Russischen Revolution 1917 angelaufen. Ein paar ausgewählte Blogger/Instagrammer/ Twitterer ..whatever..durften heute an einer exklusiven Kuratorenführung teilnehmen. Danke für die Einladung, @dhmberlin, hat Spaß gemacht! :) .
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  • Sonntags ins Museum, kann man doch auch mal wieder machen. Vor allem, wenn es sich um so ein Schönes handelt. Und #Picasso geht eigentlich auch immer.
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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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