Kunst & Fotografie

Fotografen im Fokus (1): Cindy Sherman

Untitled #96

Und wieder eine neue Reihe. Da ich eines meiner liebsten Hobbies, die Fotografie, leider im Moment etwas vernachlässige, ich mich aber gerne wieder mehr mit ihr beschäftigen möchte, rufe ich jetzt die Serie „Fotografen im Fokus“ (Ja, ich liebe Alliterationen ;)) ins Leben. In dieser werde ich in nächster Zeit einige Fotografen, deren Werke mir besonders gefallen, vorstellen. Heute mache ich den Anfang mit Cindy Sherman, die mich bereits seit ca. 2007 begleitet. Damals besuchte ich eine große Retrospektive in Berlin und war schließlich sogar so begeistert, dass ich eine meiner Abitur-Prüfungen über sie abgelegt habe. Während dieser hielt ich einen enthusiastischen Vortrag über die Fotokunst der Cindy Sherman. Meine Serie gerade also mit dieser von mir hochgeschätzen Künstlerin zu beginnen, scheint mir somit ein guter Einstieg zu sein. 😉 Viel Spaß!

Allgemeines

Cindy Sherman, geboren 1954 in Glen Ridge, New Jersey, gilt bis heute als eine der wichtigsten amerikanischen Fotokünstlerinnen. Während ihres Kunststudiums entdeckte sie die Fotografie und das Spiel mit Identitäten für sich. Sie stellt sich immer selbst in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und verwendet aufwendige Perücken, Plastikbusen und sonstige Requisiten. Ihre Fotografien seien jedoch keine Selbstporträts, betont die Künstlerin immer wieder, denn dass sie selbst als Model vor der Kamera stehe, bedeute nicht, dass sie auch sich und ihre eigene Persönlichkeit präsentiere.

Werk

Zu ihren bekanntesten Fotoserien gehört ohne Frage die Reihe „Untitled Film Stills“, in der sie sich in 69 Bildern als Schauspielerin in nicht existierenden Filmszenen inszenierte. Auch wenn die Szenen allesamt erdacht sind, kommt es einem oft so vor, als hätte man die gezeigten Szenen schon mal gesehen. Etwa eine Blondine, die mit sehnsüchtigem Blick gedankenverloren auf ihrem Hotelbett liegt. Könnte das nicht tatsächlich aus einem Hollywoodfilm entsprungen sein, oder aus einem Thriller von Hitchcock? Cindys Shermans Fotografien lassen unwillkürlich Geschichten in den Köpfen der Betrachter entstehen. Was hat es mit der New Yorker Frau auf sich, die von Wolkenkratzern umringt einen kritischen Blick gen Himmel wirft? Wovor fährt die junge Dame, die einsam mit einem Koffer an der Landstraße steht, davon?

Untitled Film Still #58

Untitled Film Still #58

Untitled Film Still #11

Untitled Film Still #11

Untitled Film Still #48

Untitled Film Still #48

Zu ihren weiteren bedeutenden Werken gehören ohne Zweifel ihre „History Portraits“, mit denen sie ihren eigenen, ganz persönlichen Kommentar zur Kunstgeschichte abgeliefert hat. Bei diesen ahmte sie berühmte Gemälde der Alten Meister fotografisch nach – natürlich mit dicker Schminke, Perücken, Silikonbrüsten und ähnlichen Accessoires. Die Frage nach Künstlichkeit und inwieweit Kunst die Wirklichkeit widerspiegelt, findet sich auch hier wieder. Wie in ihrem sonstigen Werk rückt sie Themenkomplexe wie Rollenbilder, Identitätssuche und Körperlichkeit in den Vordergrund.

History Portraits

Jedes Foto wirft Fragen auf. Interessanterweise ertappt man sich immer wieder selbst dabei, sich gar nicht bewusst zu sein, dass es sich bei der gezeigten Frau auf den Fotos um ein und dieselbe Künstlerin, um Cindy Sherman handelt. Aber stimmt das überhaupt? Denn ohne Frage ist Cindy Sherman eine Frau mit tausend Gesichtern, die sehr überzeugend in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft. Es lohnt sich, jede einzelne für sich zu entdecken.

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    4 KOMMENTARE

  • Die Kunst von Sherman finde ich auch großartig – immer wieder aufs Neue. Leider hatte ich noch nicht das Vergnügen ihre Werke bei einer Retrospektive zu sehen. Wenn; nur vereinzelt in Themenausstellungen oder in Sammlungen der Kunsthäuser. Freu mich auf auf Deine neue Serie! LG Daniela

  • christoph 13. Juli 2013 Reply

    interessante reihe. bin mal gespannt, wen du da noch so vorstellst

  • […] Shermans fotografisches Werk lässt mich schon seit Jahren nicht los. Schon für meine Abi-Prüfung im Fach Kunst analysierte ich ihre History Portraits und […]

  • […] auf Youtube und berühmten Verwandlungskünstlerinnen wie der amerikanischen Fotografin Cindy Sherman, wirft jedoch auch immer wieder einen Blick in die Kulturgeschichte und zeigt etwa wie im 19. […]

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  • Was für ein inspirierender #Instawalk vorhin im Deutschen Historischen Museum. Hier ist jetzt eine Ausstellung zur Russischen Revolution 1917 angelaufen. Ein paar ausgewählte Blogger/Instagrammer/ Twitterer ..whatever..durften heute an einer exklusiven Kuratorenführung teilnehmen. Danke für die Einladung, @dhmberlin, hat Spaß gemacht! :) .
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  • #Charlottenburg hat einfach die schönsten Kinos. Hier war ich gestern im altehrwürdigen #CinemaParis, das sich in seinem Programm vor allem auf französischen #Arthouse konzentriert. Ich hab mir Hanekes neuen Film "Happy End" angesehen... Schwer verdaulich, bedrückend, also definitiv ein Film, der nachwirkt. Mehr dazu bald im Blog.
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  • Hände hoch: Wer beobachtet auch gerne Menschen? ✋ 😉 Vicki Baum hat genau dies für ihren Roman #MenschenimHotel gemacht und beschreibt, welche Persönlichkeiten in einem mondänen Hotel im Berlin der 1920er Jahre aufeinandertreffen. Unterhaltsam, pointiert, humorvoll, aber auch mit Tiefgang erweckt Baums Roman auch heute noch die ganz besondere Atmosphäre der "Goldenen Zwanziger" zum Leben. Meine Rezension lest Ihr im Blog -> #linkinbio
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  • Sonntags ins Museum, kann man doch auch mal wieder machen. Vor allem, wenn es sich um so ein Schönes handelt. Und #Picasso geht eigentlich auch immer.
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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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