Film Literatur

5 Filmtipps für den Herbst

Herbstanfang? Let's dance in the rain!

Die Tage werden kürzer und draußen wird es jetzt schon viel früher dunkel. Jetzt nochmal das Haus verlassen? Oder doch zuhause bei einem guten Film entspannen? Egal, ob eingekuschelt im Bett mit einer heißen Schokolade, oder gemütlich mit ein paar guten Freundinnen auf dem Sofa – jetzt ist die Saison der Filmabende da! Doch, da stellt sich gleich schon die nächste Frage: was gucken? Herzschmerz-Liebeskomödien oder gruselige Horrorfilme zur Halloween-Zeit sind nicht jedermanns Sache. Damit die Wahl des Films für den perfekten Kino-Abend in den eigenen vier Wänden nicht ganz so schwer fällt, habe ich hier einige Tipps zusammengestellt, die man auch online streamen kann. Ob lustiger Filmklassiker, melancholische Tragikomödie, packender Film noir oder tiefgründiges Science-Fiction-Drama: auf meiner Liste ist hoffentlich für jeden Cineasten etwas dabei!

1.       Radio Days (1987)

Melancholie und das Schwelgen in vergangenen Zeiten: Woody Allens Film „Radio Days“ entführt uns in die 1940er Jahre, die Zeit des Radios. Anhand von amüsanten, tragikomischen und nostalgischen Episoden zeigt er den Alltag einer jüdischen Familie in der amerikanischen Provinz. Alle haben hier ihre Lieblingssendung im Radio, jeder träumt einen stillen Traum, den er vor den anderen verborgen hält. Ein herzerwärmender, musikalischer Film, den man immer wieder sehen kann. Wird einfach nie langweilig – pünktlich zu jedem Herbstanfang liegt er wieder in meinem DVD-Player.

2.       Singin in the rain (1952)

Wo wir schon bei der Nostalgie sind: Auch der Filmklassiker „Singin in the Rain“ gehört zu dieser Sorte. Hier ist es allerdings die gute alte Stummfilmzeit, der hinterher getrauert wird. Durch die Einführung des Tonfilms ändern sich Künstlerbiographien, auch wenn das neue Medium noch mit vielen Tücken zu kämpfen hat. „Singin in the Rain“ nimmt diese Wandlung aufs Korn, erfreut durch eine romantische Liebesgeschichte und natürlich – die Musik! Gene Kelly, frisch verliebt, bereits nass bis auf die Haut: doch er tanzt durch den Regen. „I’m siiiiinging in the rain, what a glorious feeling, I’m happy again!“ Legendär, macht gute Laune, einfach immer wieder schön!

 3.       The Big Sleep (1946)

Düster und moralisch nicht immer einwandfrei geht es hingegen bei Philipp Marlowe zu. In dem Film noir-Klassiker „The Big Sleep“ (Tote schlafen fest) versucht der zynische Privatdetektiv wieder einmal komplizierte kriminelle Machenschaften aufzudecken und verstrickt sich dabei schnell in den Intrigen einer Gesellschaft ohne Moral. Gewalt, Hass und Drogen spielen hier die Hauptrollen – es wird Zeit, dass ein hartgesottener Ermittler mal Licht in die Machenschaften bringt! Spannende und gelungene Raymond-Chandler-Adaption. Und mit Humphrey Bogart, was will man mehr?

 4.       Frühstück bei Tiffany (1961)

In der charmanten Komödie „Frühstück bei Tiffany“ wickelt die bezaubernde Holly Golightly den Zuschauer um den Finger. Die Lebedame, in deren Apartment laufend Partys mit interessanten und skurrilen New Yorker Persönlichkeiten stattfinden, hat jedoch eine Vergangenheit, die sie zwar gerne hinter sich lassen würde, doch ganz entkommen kann sie ihr nicht…
Ein echter Klassiker mit Audrey Hepburn! Auch wenn das Ende sehr hollywoodlike geraten ist und einige Aspekte der Romanvorlage unauffällig beiseitegelassen werden, ist dies sicher ein Film, der seinen Zauber wohl nie verlieren wird.

 5.       Stalker (1979)

Wer hingegen ein echter Verfechter des philosophischen Arthouse-Kinos ist, sollte sich „Stalker“ von Andrei Tarkowski nicht entgehen lassen. Die einmalige Atmosphäre einer durch Atomkraft verseuchten, düsteren Landschaft fernab der menschlichen Zivilisation ist sehr eindrücklich und wird einen so schnell nicht mehr loslassen – man versteht, warum Tarkowski bis heute zu den ganz Großen des Independentfilms gehört! Der Stalker (hier gemeint im Sinne eines Fremdenführers) leitet einen „Professor“ und einen „Schriftsteller“ durch die Zone. Unterwegs auf der Reise durch karges, postapokalyptisches Terrain treten zunehmend grundverschiedene Lebens- und Wertevorstellungen zutage. Außergewöhnliche Bildsprache, kryptische Symboliken, philosophische Reflexionen – Liebhaber der anspruchsvollen Filmkunst kommen hier voll auf ihre Kosten.

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  • Was für ein inspirierender #Instawalk vorhin im Deutschen Historischen Museum. Hier ist jetzt eine Ausstellung zur Russischen Revolution 1917 angelaufen. Ein paar ausgewählte Blogger/Instagrammer/ Twitterer ..whatever..durften heute an einer exklusiven Kuratorenführung teilnehmen. Danke für die Einladung, @dhmberlin, hat Spaß gemacht! :) .
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  • #Charlottenburg hat einfach die schönsten Kinos. Hier war ich gestern im altehrwürdigen #CinemaParis, das sich in seinem Programm vor allem auf französischen #Arthouse konzentriert. Ich hab mir Hanekes neuen Film "Happy End" angesehen... Schwer verdaulich, bedrückend, also definitiv ein Film, der nachwirkt. Mehr dazu bald im Blog.
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  • Hände hoch: Wer beobachtet auch gerne Menschen? ✋ 😉 Vicki Baum hat genau dies für ihren Roman #MenschenimHotel gemacht und beschreibt, welche Persönlichkeiten in einem mondänen Hotel im Berlin der 1920er Jahre aufeinandertreffen. Unterhaltsam, pointiert, humorvoll, aber auch mit Tiefgang erweckt Baums Roman auch heute noch die ganz besondere Atmosphäre der "Goldenen Zwanziger" zum Leben. Meine Rezension lest Ihr im Blog -> #linkinbio
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  • Sonntags ins Museum, kann man doch auch mal wieder machen. Vor allem, wenn es sich um so ein Schönes handelt. Und #Picasso geht eigentlich auch immer.
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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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