Literatur

Literatur in 300 Wörtern (28): Markus Werner – Am Hang

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Markus Werner - Am HangInhalt in 3 Sätzen: Ein Ferienort in der Schweiz: in einem Restaurant kommen zwei Männer ins Gespräch. Aus der reinen Zufallsbegegnung mit vorerst banalen Themen entwickelt sich bald eine leidenschaftliche und wortgewandte Diskussion, in der Fragen über das Leben, die Liebe und die eigene Vergangenheit erörtert werden. Trotz der sehr gegensätzlichen Einstellungen, die die beiden Fremden vertreten, wird schnell klar, dass sie doch mehr verbindet als sie zunächst ahnen…

Lieblingszitat: „Alles dreht sich. Und alles dreht sich um ihn. […] Schlafen wär schön jetzt, Loos abschütteln, Loos‘ Sätze, die wie Fusseln haften, aus dem Gehirn ausbürsten. Er selber hat zu mir gesagt: Vergessen Sie das Vergessen nicht, sonst werden Sie verrückt. – Er muss es wissen. Er sagte aber auch, freilich in einem anderen Zusammenhang, von allen Seuchen der Jetztzeit sei die Vergesslichkeit die schleichendste und also schlimmste.“

Markus Werners Roman „Am Hang“ packt einen von der ersten Seite an, was vor allem an der sehr gelungenen Gestaltung der beiden Hauptfiguren liegt. Was steckt hinter dem eigenartigen Loos, dessen Frau gestorben ist und der von nun an eine sehr düstere pessimistische Sicht auf das Leben hat? Was kann der lebenslustige und unbekümmert wirkende Erzähler ihm entgegensetzen? Es ist sehr spannend das intensive Gespräch zwischen den beiden Männern zu verfolgen, das immer intimer und persönlicher wird. Die großartig geschriebenen Dialoge und die gut herausgearbeiteten Charaktereigenschaften der beiden Figuren ziehen in den Bann. Welches Ende wird dieses Wortduell noch nehmen? Was steckt hinter dem undurchsichtigen Loos und welches Geheimnis versucht er vor dem Anderen zu verbergen?

Dieses Buch ist für Leser, die einen spannend geschriebenen, exzellent beobachteten und lebensklugen Roman lesen möchten. Thematisch kreist die Erzählung von „Am Hang“ um Zwischenmenschliches, unterschiedliche Lebensentwürfe und regt dadurch nicht zuletzt den Leser zum Nachdenken an. Ich habe lange schon nicht mehr ein Buch so verschlungen wie dieses…mehr davon bitte!

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    4 KOMMENTARE

  • juttareichelt 27. Juni 2015 Reply

    Die gute Nachricht: Es gibt noch viele weitere tolle Romane von Markus Werner 😉

    • sommerdiebe 27. Juni 2015 Reply

      Sehr schön, ich werde beim nächsten Besuch meines Buchladens sicher mehr nach seinen Büchern Ausschau halten 😉

  • Brasch & Buch 27. Juni 2015 Reply

    Unbedingt, Markus Werner ist jeden weiteren Leser wert. Doch mit dem „Hang“ anzufangen, ist sicher nicht die schlechteste Wahl.

  • […] Ganz klar: meine persönliche Nummer 1. Kann einfach gar nicht anders sein. Dieses Buch hat mich im Sommer sofort in seinen Bann gezogen, manchmal hätte ich fast vergessen rechtzeitig aus der S-Bahn auszusteigen – kurzum: wirklich verdammt spannend geschrieben und dabei auch durchaus tiefgründig. Erzählt wird die (schicksalshafte) Begegnung zweier Männer, die sich während eines Urlaubs immer näher kommen und in einem immer intimer werdenden Gespräch über die Liebe und das Leben mehr Gemeinsamkeiten entdecken als ihnen lieb ist. Einfühlsam geschildert – großartig! –> Hier geht’s zu meiner begeisterten Rezension. […]

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  • Was für ein inspirierender #Instawalk vorhin im Deutschen Historischen Museum. Hier ist jetzt eine Ausstellung zur Russischen Revolution 1917 angelaufen. Ein paar ausgewählte Blogger/Instagrammer/ Twitterer ..whatever..durften heute an einer exklusiven Kuratorenführung teilnehmen. Danke für die Einladung, @dhmberlin, hat Spaß gemacht! :) .
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  • #Charlottenburg hat einfach die schönsten Kinos. Hier war ich gestern im altehrwürdigen #CinemaParis, das sich in seinem Programm vor allem auf französischen #Arthouse konzentriert. Ich hab mir Hanekes neuen Film "Happy End" angesehen... Schwer verdaulich, bedrückend, also definitiv ein Film, der nachwirkt. Mehr dazu bald im Blog.
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  • Hände hoch: Wer beobachtet auch gerne Menschen? ✋ 😉 Vicki Baum hat genau dies für ihren Roman #MenschenimHotel gemacht und beschreibt, welche Persönlichkeiten in einem mondänen Hotel im Berlin der 1920er Jahre aufeinandertreffen. Unterhaltsam, pointiert, humorvoll, aber auch mit Tiefgang erweckt Baums Roman auch heute noch die ganz besondere Atmosphäre der "Goldenen Zwanziger" zum Leben. Meine Rezension lest Ihr im Blog -> #linkinbio
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  • Sonntags ins Museum, kann man doch auch mal wieder machen. Vor allem, wenn es sich um so ein Schönes handelt. Und #Picasso geht eigentlich auch immer.
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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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