Literatur

Literaturhäppchen (1)

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Hier im Blog ist es seit einiger Zeit stiller geworden. Das soll aber auf keinen Fall so bleiben. Doch Veränderungen im Leben bringen es mit sich, dass derzeit doch die Zeit & Energie zum Bloggen fehlt. Wie oft sitze ich in der S-Bahn und denke „Ach, darüber könnte ich noch bloggen.“ Aber abends bin ich doch zu müde, um den Computer nochmal anzuschalten und meine Gedanken in die Tastatur meines Laptops zu tippen.
Meine Idee: kleine Häppchen zu servieren. Über Bücher, die ich gelesen habe – denn gelesen habe ich in letzter Zeit glücklicherweise einiges! (in besagter S-Bahn) Kurz und prägnant werden meine Texte in dieser Serie sein. Bei einem großen Büffet sind die kleinen Häppchen ja bekanntlich oft am leckersten – und wenn man genug davon isst, wird man auch satt. Oder so.
Wie auch immer, los geht’s mit diesen zwei schönen Büchern!

Miss Jemimas JournalEin echter Zufallsfund war – so der Herausgeber von Miss Jemimas Journal – der vorliegende unterhaltsame Reisebericht. Mit viel Humor und einem herrlich ironischen Tonfall berichtet die Autorin von einer abenteuerlichen Reise durch die Alpen. Die Reise, die im Hochsommer 1863 von 7 englischen Touristen unter Führung Thomas Cooks unternommen wurde, war sicher beschwerlich – bedenkt man die mangelhafte Infrastruktur zur damaligen Zeit. Pauschaltourismus mit Luxushotels und gut ausgebauten Wanderwegen – damals noch undenkbar! Die Touristen reisten mit der Postkutsche, dem Maulesel, aber auch zu Fuß einmal quer durch die französischen Alpen bis in die Schweiz. Was ihnen unterwegs so alles passiert ist, mit welchen Strapazen sie zu kämpfen hatten – dies alles liest sich alles sehr angenehm. Besonders gefallen hat mir der nüchterne, teils aber auch sehr bissige Ton, mit der Miss Jemima ihre Mitreisenden, Reisebekanntschaften, aber auch Einheimische beschreibt. Sehr gut beobachtet & eine kurzweilige Lektüre. Achja, und gegen so eine kleine Reise in die schöne Schweiz hätte ich auch nichts einzuwenden.

Tommaso Landolfi - Die StummeIn leicht verwirrten Zustand lassen einen die 3 Erzählungen von Tommaso Landolfi zurück – aber das ist ja nicht unbedingt ein schlechter Zustand, zum Nachdenken angeregt zu werden. In der Titelerzählung Die Stumme rechtfertigt sich ein zum Tode Verurteilter für den Mord eines 15jährigen Mädchens. In einer anderen Erzählung denkt sich ein schüchterner Junggeselle ein perfides Gesellschaftsspiel aus, um einer von ihm begehrten Frau näher zu kommen. In der letzten Erzählung entspinnt sich zwischen einem desillusionierten Schriftsteller und einer jungen Frau eine eigenartige Beziehung mit Auswirkungen. Sprachlich sind die Erzählungen hervorragend, inhaltlich bleibt viel zwischen den Zeilen – der Leser selbst ist gefordert, endgültige Schlüsse zu ziehen, denn Landolfi präsentiert nur Möglichkeiten. Ein schöner literarischer Fund – der Autor ist hierzulande ja nahezu unbekannt. Selbst mein guter Freund Google wusste kaum etwas über ihn zu sagen – Banause!

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  • Was für ein inspirierender #Instawalk vorhin im Deutschen Historischen Museum. Hier ist jetzt eine Ausstellung zur Russischen Revolution 1917 angelaufen. Ein paar ausgewählte Blogger/Instagrammer/ Twitterer ..whatever..durften heute an einer exklusiven Kuratorenführung teilnehmen. Danke für die Einladung, @dhmberlin, hat Spaß gemacht! :) .
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  • #Charlottenburg hat einfach die schönsten Kinos. Hier war ich gestern im altehrwürdigen #CinemaParis, das sich in seinem Programm vor allem auf französischen #Arthouse konzentriert. Ich hab mir Hanekes neuen Film "Happy End" angesehen... Schwer verdaulich, bedrückend, also definitiv ein Film, der nachwirkt. Mehr dazu bald im Blog.
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  • Hände hoch: Wer beobachtet auch gerne Menschen? ✋ 😉 Vicki Baum hat genau dies für ihren Roman #MenschenimHotel gemacht und beschreibt, welche Persönlichkeiten in einem mondänen Hotel im Berlin der 1920er Jahre aufeinandertreffen. Unterhaltsam, pointiert, humorvoll, aber auch mit Tiefgang erweckt Baums Roman auch heute noch die ganz besondere Atmosphäre der "Goldenen Zwanziger" zum Leben. Meine Rezension lest Ihr im Blog -> #linkinbio
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  • Sonntags ins Museum, kann man doch auch mal wieder machen. Vor allem, wenn es sich um so ein Schönes handelt. Und #Picasso geht eigentlich auch immer.
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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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#bookstagram #booksyoushouldread #frankreich #politik #buch #lesen #houellebecq #booknerd #bookaddict #booksthatmakeyouthink #buchtipp #read
  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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