Kunst & Fotografie

Ausstellungstipp: Bart – Zwischen Natur und Rasur (Neues Museum Berlin)

ausstellungsplakat-gunter-rambow-bartEine ganze Ausstellung über Bärte? Zugegeben, als ich das erste Mal im Fernsehen von der Ausstellung “Bart – Zwischen Natur und Rasur” erfuhr, war ich auch eher belustigt und hielt es zunächst für einen großen Gag. Was gab es da denn zu sehen?! Aber wie so oft trieb mich meine Neugier an – einfach mal schauen und eine eigene Meinung bilden. So war ich letzten Sonntag dann im Neuen Museum. Und war durchaus positiv überrascht.

Die Ausstellung zeigt anschaulich die Kulturgeschichte des Bartes von der Antike bis zur Gegenwart. Was zunächst noch dröge klingen mag, ist wirklich witzig und abwechslungsreich aufbereitet. So könnt Ihr zum Beispiel besondere Barttrends bestaunen, Euch über die Bedeutung berühmter Bärte informieren (klar, auch weltbekannte Bartträger wie Marx und Hitler dürfen hier nicht fehlen) und mehr über Frauen (!) mit Bärten erfahren. So berichtet eine betroffene Frau mit dunklem Vollbart in einem kurzen Film von ihren Erfahrungen mit dieser unüblichen Eigenschaft und ihrem harten Kampf für Toleranz und Anerkennung in der Gesellschaft. Angeblich haben circa 20 bis 30 Prozent der Frauen eine genetische Veranlagung zum Damenbart! Hätte ich nicht gedacht. Überhaupt schafft es die Ausstellung jede Menge Fragen aufzuwerfen, die man sich eigentlich noch gar nicht gestellt hat. Aber wenn man erstmal damit begonnen hat, sich mit Bärten zu beschäftigen, dann scheint es plötzlich überall nur noch so vor Bärten zu wimmeln!

schnaubaerte

In der europäischen Kulturgeschichte ist der Bart seit jeher ein Symbol für Weisheit, Reife und Macht. Kein Wunder, dass in der Geschichte so ziemlich jeder Philosoph, jeder große Dichter von Rang und Namen, jeder Herrscher einen Bart im Gesicht trug. Selbst ägyptische Königinnen klebten sich bei besonderen Zeremonien Bärte an, um ihre Macht zu demonstrieren!

Pharaonin Hatschepsut mit Bart

Pharaonin Hatschepsut mit Bart

In vielen Religionen wie dem Judentum gilt der Bart nach wie vor als wichtiges Merkmal, um sich zur eigenen Religion zu bekennen. Die Nationalsozialisten waren sich dieser Tatsache bewusst und rasierten Juden in der Öffentlichkeit den Bart ab – als Mittel der Demütigung und als Zeichen für Ihre politische Macht. Somit werden in der Ausstellung durchaus auch düstere Kapitel der Geschichte näher betrachtet.

Neben diesen kritischen Blicken in die deutsche Geschichte werden außerdem auch moderne Bart-Trends beleuchtet. So wird in einer Vitrine modernes Bart-Merchandize ausgestellt – unter anderem eine Vollbart-Mütze und ein skurriles Schnurrbart-Quartett. Letzteres wollte ich mir sofort kaufen –  doch im Museumsshop war es leider nicht erhältlich. Schade, schade! Ich hätte es wirklich zu gerne gehabt. Die lustigen Kategorien wie Sex-Appeal, Pflegebedürfnis und Struppigkeit sind einfach genial – bestimmt ein schönes Partyspiel 😉

Bart-Merchandize

Bart-Merchandize

Wer nach so viel Informationen über Schnurr- und Rauschebärte seine eigene Liebe zu Bärten entdeckt hat, kann zum Abschluss außerdem noch ein stilechtes Bart-Selfie machen. Klar, diesen Spaß ließ ich mir nicht entgehen! Voilà!

Bart-Selfie

Bart-Selfie

Fazit meines Museumsbesuchs: Es lohnt sich sehr, sich mit Bärten auseinanderzusetzen. Die Ausstellung “Bart – Zwischen Natur und Rasur” präsentiert dieses faszinierende kulturelle Phänomen auf sehr vielseitige und anschauliche Weise. Informativ und gleichzeitig unterhaltsam. Ein gutes Konzept, von dem sich sicher noch so einige Ausstellungen der Staatlichen Museen eine Scheibe abschneiden könnten.

Bart – zwischen Natur und Rasur
Neues Museum Berlin auf der Museumsinsel
Bis 03.07.2016
geöffnet Mo-So: 10 – 18 Uhr; Do: 10 – 20 Uhr.

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  • Hach, St. Petersburg.. Ich vermisse es jetzt schon. 9 Tage waren nicht zu lang, auch wenn mich viele in meinem Umfeld ungläubig fragten, ob ich noch woanders hinfahre. Nein, ich hätte es selbst nicht gedacht, 9 Tage waren fast zu kurz, um diese vielfältige Stadt voller Kultur zu entdecken. So viele Stadtquartiere, Inseln zum Flanieren, coole moderne Cafés, freundliche Menschen. Hier hätte ich sogar gut und gerne noch mehr Zeit verbringen können. Ich komme wieder, vielleicht dann auch mal nach Moskau.
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