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Meine kulturelle Woche

Es gibt so Wochen, da komme ich mit dem Bloggen gar nicht mehr hinterher. Vor allem diese Woche war kulturell sehr bunt, daher hier: ein kurzer Rückblick, locker-flockig runtergeschrieben. Viel Spaß!

Montag ins Theater

Nach Feierabend noch ins Theater – eine sehr gute Idee. Ich hab zu Weihnachten eine Theaterdauerkarte vom Deutschen Theater bekommen, mit der ich jetzt noch das ganze Jahr Rabatt auf alle regulären Theaterkarten bekomme. Wirklich eine schöne Sache, so saß ich am Montagabend in Reihe 8, um mir das Stück “Die Affäre Rue de Lourcine” anzusehen. Das Stück wurde bereits 1857 (!!!) uraufgeführt, wie ich erst später zu meiner großen Überraschung bei Wikipedia las. Hätte ich angesichts dieser modernen nahezu kafkaesken Inszenierung wirklich nicht gedacht! Inhaltlich geht es um einen jungen Mann, der nach einer wilden Partynacht sehr verkatert erwacht und sich an nichts mehr erinnern kann. Hat er eine junge Frau ermordet, wie es ein Zeitungsbericht nahezulegen scheint? Sein Filmriss wird voller Phantasie dargestellt. Das aufwendige Bühnenbild mit Drehbühne zeigt sehr eindrücklich die Nachwirkungen einer alkoholreichen Nacht, nach der der Protagonist in großer Verwirrung alles doppelt sieht und sich Dinge und Personen einbildet, die (vermutlich) gar nicht da sind. Zwischendurch: derber, aber dennoch tiefsinniger Humor. Schräg und schrill – so lässt sich diese Inszenierung von Regisseurin Karin Henkel auf den Punkt bringen. War wirklich erfrischend mal gute 1,5 Stunden in diese bunte Traumwelt einzutauchen.

Die Affäre Rue de Lourcine

Houellebecq lesen

Michel Houellebecq: UnterwerfungUnterwerfung. Dieses Buch wurde ja in letzter Zeit in der Presse und überhaupt viel diskutiert. Letztes Wochenende fiel es mir in meinem Buchladen in die Hände – und dann auch in mein Einkaufskörbchen. Von Houllebecq hatte ich vorher schon einige Bücher mal in der Hand – aber beim Reinlesen konnte ich meist wenig damit anfangen. Dieser Roman bestand allerdings die erste Probe: beim Reinlesen blieb ich prompt hängen. Jeden Morgen lese ich jetzt “Unterwerfung” in der S-Bahn, die Hälfte hab ich schon durch. Bisher finde ich das Buch gut geschrieben, erschreckend realistisch (hat Houllebecq wirklich die Anschläge in Paris vorhergesehen?!) – bin sehr gespannt, wie es noch endet. Bald dann sicher mehr darüber hier im Blog.
Im Deutschen Theater läuft übrigens bald eine Inszenierung – wäre auch mal interessant, wie man so einen Stoff auf die Bühne bringen kann?!

Clooney als Römer – Hail, Caesar!

Wie kann man das Wochenende besser einläuten als mit einem Kinobesuch? “Hail Caesar” ist ja gerade frisch ins Kino gekommen und wieder ein typischer Coen: skurrile Charaktere, gespickt mit tausend Anspielungen und Verweisen auf die Film- und Geistesgeschichte und natürlich sind auch wieder einige bekannte Coen-Darsteller wie Tilda Swinton, Scarlett Johansson, Ralph Fiennes wieder mit dabei. Von der Story her recht simpel, ansonsten aber wieder eine aberwitzige Idee nach der nächsten. Freunde des absurden Humors werden an diesem bis ins kleinste Detail durchkomponierten Film sicher ihre helle Freude haben.

Michel Houellebecq: Unterwerfung

Film und Fotografie im Willy-Brandt-Haus

"Katz und Maus" BRD 1966 Lars BrandtHabe ich sicher schon öfter geschrieben, aber man kann es nicht oft genug sagen: Das Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg bietet regelmäßig tolle Fotoausstellungen an – und das bei freiem Eintritt! Am heutigen verregneten Sonntag machte ich mich wieder mal dorthin auf, um mir gleich beide der aktuell laufenden Ausstellungen anzuschauen. In der ersten Ausstellung “Papas Kino ist tot” werden Filmstills aus Filmen des Regisseurs Hansjürgen Pohland gezeigt. Wie ich vorher auch nicht wusste, ist dieser einer der wichtigsten Vertreter der Strömung des Neuen Deutschen Films, der u.a. auch andere bekannte Filmemacher wie Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Wim Wenders und Werner Herzog angehörten. Weg vom Heimatfilm, hin zu einem ästhetisch und intellektuell anspruchsvollerem deutschen Film, so war das Credo dieser jungen Filmemacher. Die zahlreichen gezeigten Standbilder aus Filmen wie “Katz und Maus” und “Das Brot der frühen Jahre” haben mir gut gefallen. Ist ja immer ein gutes Zeichen, wenn Bilder durch ihre Komposition überzeugen – ganz ohne, dass man den Plot des Films kennen muss.

Eine Etage tiefer wird unter dem Titel “Der ewige Augenblick” das Werk der Spiegel-Pressefotografin Digne M. Marcovicz präsentiert. Vor allem in den 1960er bis 1980er Jahren porträtierte diese zahlreiche bekannte Künstler, Denker und Schriftsteller wie zum Beispiel Günther Grass, Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Theodor W. Adorno, Martin Heidegger..kurzum: so ziemlich jede berühmte (intellektuelle) Persönlichkeit mit Rang und Namen. Darüber hinaus hatte sie einen besonderen Draht zu den Filmemachern des Neuen Deutschen Films. So lichtete sie zum Beispiel Fassbinder und Schlöndorff hinter den Kulissen ab. Ihr Werk eröffnet tiefgreifende Einblicke in das Werk und Leben der dargestellten Persönlichkeiten der Kunst, Kultur und Philosophie. Darüber hinaus kann man sich – durch die recht unkonventionelle Präsentationsform der ausgestellten Fotografien und Kontaktabzüge – einen Eindruck von der persönlichen Arbeitsweise der Fotografin verschaffen. Sehenswerte Ausstellung!

Fotograf: Digne Meller Marcovicz <BR> Aufnahmedatum: 01.01.1971 <BR> Inventar-Nr.: 1004244

Damit geht meine kulturelle Woche zuende. Was habt Ihr diese Woche gelesen, geschaut oder Neues erfahren? Ich bin gespannt und freue mich über Eure Kommentare!

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  • Mein erstes #Bookface mit dem wunderbaren Roman "Ein Leben mehr". Darüber hinaus habe ich in meinem Blog auf mein Lesejahr 2018 zurückgeblickt. Alles über Highlights, Lieblingsautoren und kleine Enttäuschungen könnt Ihr jetzt im Blog nachlesen: www.sommerdiebe.de
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  • Das war also mein Instagram-Jahr. Ich war hier zwar dieses Jahr weniger aktiv bzw. hab ich lieber die Story-Funktion genutzt. Dennoch ist wieder eine bunte Auswahl bei #bestnine2018 herausgekommen. Japanische Lektüre, beeindruckende Reiseziele (u.a. Island und St. Petersburg), schicke Street Art und Architektur in Berlin... Und nicht zuletzt hab ich meiner ehemaligen Unistadt Marburg einen Besuch abgestattet. Schöne Erinnerungen. Mal sehen, was 2019 bringt.
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  • Heute neuen Lieblingsort gefunden, das Café & Antiquariat Morgenstern in Berlin-Steglitz. Habe eine gute Tat getan und ein paar Bücher gespendet. Ein bisschen Ausmisten ab und an befreit wirklich ;) Zum Dank bekam ich einen Kaffee spendiert. Toller Ort, den ich leider viel zu spät entdeckt habe, dabei wohne ich doch echt schon 'ne Weile in der Gegend... :)
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  • Hach, St. Petersburg.. Ich vermisse es jetzt schon. 9 Tage waren nicht zu lang, auch wenn mich viele in meinem Umfeld ungläubig fragten, ob ich noch woanders hinfahre. Nein, ich hätte es selbst nicht gedacht, 9 Tage waren fast zu kurz, um diese vielfältige Stadt voller Kultur zu entdecken. So viele Stadtquartiere, Inseln zum Flanieren, coole moderne Cafés, freundliche Menschen. Hier hätte ich sogar gut und gerne noch mehr Zeit verbringen können. Ich komme wieder, vielleicht dann auch mal nach Moskau.
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  • Reykjavík.. Looking at the harbour
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  • Ice ice baby! Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich zurück ins heiße Deutschland will. Allmählich gewöhnt man sich an das kühle Klima in #Island. ;)
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  • Island-Abenteuer +++ Heute unterwegs gewesen rund um den #Myvatn. Blubbernde nach Schwefel riechende Schlote gesehen, irreale Mondlandschaften aus Lava durchquert, zauberhafte Wasserfälle erlebt. Das extreme Wetter macht es zwar nicht leicht, Island zu lieben ;) aber die außergewöhnliche Landschaft entschädigt für alles.

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❄️ Vorfreude ist die schönste Freude! 😍 Ich kann meinen Island-Trip in ein paar Wochen kaum erwarten und lese mich schon mal fleißig ein. Habt Ihr Lese- und/oder Reisetipps für mich? 
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