Film

Moonlight (2016)

Moonlight

Moonlight, die große Oscar-Überraschung, räumte bei der Verleihung vor ein paar Wochen die größte Trophäe ab: Den Preis in der Kategorie “Bester Film”. Hier verrate ich Euch, ob das preisgekrönte Drama hält, was es verspricht.

Moonlight – worum geht’s?

Moonlight erzählt in drei Kapiteln von einem Außenseiter, dem afroamerikanischen Jungen Chiron. Das erste Kapitel erzählt von seiner Kindheit in einer Gegend, in der Gewalt und Drogenmissbrauch allgegenwärtig sind. Chiron, von anderen Kindern aus der Nachbarschaft auch “Little” genannt, lebt hier mit seiner cracksüchtigen Mutter, die nur wenig Interesse an ihrem Sohn zeigt und ihn emotional vernachlässigt. Eines Abends lernt er, als er sich vor den Nachbarskindern in einem verlassenen Haus versteckt, den kubanischen Einwanderer und Drogendealer Juan kennen und freundet sich mit ihm an. Dieser wird ein Vaterersatz für ihn, bringt ihm das Schwimmen bei und scheint überhaupt der erste Erwachsene in Chirons Leben zu sein, der sich wirklich mal ernsthaft mit ihm beschäftigt.

Das zweite Kapitel widmet sich schließlich seinem Alltag als Jugendlicher, der mit den üblichen Fragen des Erwachsenwerdens zu kämpfen hat: Wer bin ich? Wer will ich sein? Es ist auch die Zeit, in der er zum ersten Mal seine Homosexualität entdeckt und erste körperliche Erfahrungen mit seinem Kumpel Kevin macht. Kevin gehört zwar zur Gangster-Clique, die Chiron in der Schule regelmäßig schikaniert, dennoch zeigt er auch seine sanfte und sensible Seite – die er jedoch sorgsam verborgen hält, um nicht selbst zum Mobbingopfer zu werden. Chiron, von schmächtiger Statur, unsicher und wenig selbstbewusst, lässt die Demütigungen über sich ergehen – bis er sich eines Tages zum ersten Mal zu Wehr setzt und damit seinem Leben grundsätzliche eine neue Wende gibt…

Moonlight – so war’s:

Moonlight erzählt eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, allerdings mit ungewohnten Mitteln. Alle Haupt- und Nebenrollen des Films sind ausnahmslos mit schwarzen Schauspielern besetzt. Dies ist für einen Hollywood-Film ja durchaus untypisch und lässt den Film allein schon aus diesem Grund positiv aus der großen Masse an amerikanischen Film-Produktionen der letzten Jahre hervorstechen. Zwar spielt die Filmhandlung in schwierigen sozialen Verhältnissen, dennoch hat man nie das Gefühl, dass hier der moralische Zeigefinger gehoben wird und von oben heran über das Leben der schwarzen Mittel- und Unterschicht geurteilt wird. Dass einige der Hauptfiguren mit Drogen handeln oder diese sogar konsumieren, wird als gegebene Tatsache behandelt, während gleichzeitig anhand des Schicksals der Hauptfigur Chiron aufgezeigt wird, wie eine typische Verbrecher-Karriere beginnt und welche Motive möglicherweise dahinter stecken können. In seinem Fall scheint die kriminelle Laufbahn vor allem einen Weg darzustellen, um Respekt und Anerkennung zu erlangen und zu verhindern, von anderen nur noch mit Füßen getreten zu werden. Chiron hat in seiner Kindheit und Jugend nie vorgelebt bekommen wie ein normales bürgerliches Leben mit solidem Beruf und stabilen Familienverhältnissen aussehen könnte. Seine persönliche Identifikationsfigur, der Drogendealer Juan, gibt ihm zwar Sicherheit, ist gleichzeitig aber auch die Ursache für Chirons Leid – denn Juan ist genau die Person, die seiner Mutter Crack verkauft und damit mit für ihr desolates Leben verantwortlich ist. Eine große Stärke des Drehbuchs ist ohne Zweifel diese Vielschichtigkeit der Figuren. Statt sie eindimensional auf die Eigenschaften “gut” oder “böse” zu reduzieren, verfügen nahezu alle wichtigen Figuren über sowohl positive als auch negative Eigenschaften, was sie menschlich und realistisch wirken lässt. Vor allem Hauptfigur Chiron ist mit den drei Darstellern, die jeweils eine Lebensphase darstellen, sehr gut besetzt. Als Zuschauer vergisst man zeitweise, dass es sich hierbei ja um mehrere Schauspieler handelt, denn alle drei verkörpern die Sensibilität des Protagonisten auf sehr eindrucksvolle Weise. Spätestens in der dritten Lebensphase war ich in das Schicksal der Hauptfigur derart vertieft, dass ich fast überrascht war, als der Film schon endete. Aber das ist wohl ein gutes Zeichen, wenn ein Film eine derartige Sogwirkung entfaltet, oder?

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  • Hach, St. Petersburg.. Ich vermisse es jetzt schon. 9 Tage waren nicht zu lang, auch wenn mich viele in meinem Umfeld ungläubig fragten, ob ich noch woanders hinfahre. Nein, ich hätte es selbst nicht gedacht, 9 Tage waren fast zu kurz, um diese vielfältige Stadt voller Kultur zu entdecken. So viele Stadtquartiere, Inseln zum Flanieren, coole moderne Cafés, freundliche Menschen. Hier hätte ich sogar gut und gerne noch mehr Zeit verbringen können. Ich komme wieder, vielleicht dann auch mal nach Moskau.
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