Film

Born to Be Blue (2017)

Born to Be Blue

Lange nicht mehr im Kino gewesen. Ist das Kino-Sommerloch schon da? Vor ein paar Tagen habe ich es allerdings in das Jazz-Biopic Born To Be Blue geschafft. Wie mir der Film gefallen hat, lest Ihr jetzt hier:

Born to Be Blue – worum geht’s?

Der legendäre Jazz-Trompeter Chet Baker ist an einem Tiefpunkt in seiner noch jungen Karriere angekommen: Weil er Schulden bei seinem Drogendealer hat, werden ihm eines Abends von dessen Handlangern die gesamten Vorderzähne ausgeschlagen. Eigentlich undenkbar, jemals wieder Trompete zu spielen und auf einer Bühne aufzutreten! Doch Baker packt der Ehrgeiz. Trotz kleiner und großer Hürden wie seinen Selbstzweifeln und seiner Heroin-Sucht möchte er sich wieder ganz nach oben zurückkämpfen…

Born to Be Blue – so war’s:

Das Drama Born To Be Blue kommt zwar von seiner Handlung als typischer Musiker-Biopic daher, entwickelt aber dennoch einen komplett neuen Ansatz. Gekonnt werden Fakten über den realen Jazz-Musiker Chet Baker mit fiktiven Elementen vermischt. Der Film büßt dabei dennoch nicht an Glaubwürdigkeit ein. So wird etwa die zweite Hauptrolle, eine Schauspielerin, die Chets Ehefrau in einem ebenso fiktiven Hollywoodfilm spielt, frei dazu erfunden. Sie ist es, die ihm trotz aller Krisen den Rücken stärkt und ihm bei seinem Comeback unterstützt. Ethan Hawke ist die perfekte Besetzung für die Rolle des abgehalfterten Musikers, der schon mit Mitte 30 erschreckend alt und verbraucht aussieht und – wie in der Realität – schlussendlich sich nicht für immer von den Drogen lossagen kann, jedoch zurück in die Musikszene findet und dort bis zu seinem Tod im Jahr 1988 große Erfolge feiert.

Am stärksten ist Born to Be Blue immer dann, wenn die große Verzweiflung herauskommt, mit der Chet Baker sein Ziel verfolgt. Wenn er etwa – mit blutiger Zahnprotese im Mund – immer wieder vergeblich versucht, auf der Trompete die richtigen Töne zu treffen oder auf einem Roadtrip aufs Land unermüdlich und verbissen an sich arbeitet. Keine Musik zu machen – das ist für ihn wie für alle ernsthaften Künstler keine Option. „Ich will Musik machen“ oder: „Ich will spielen. Alles was ich will, ist spielen.“ Derlei Sätze drücken sehr treffend die Ausweglosigkeit eines Musikers aus, der für sich selbst keinen anderen Lebenssinn sieht, als künstlerisch tätig zu sein und seine Gefühle und Gedanken über die Musik auszudrücken. Die Drogen – so der bittere Schluss des Film – machen Künstler oft erst zu wahren Genies. Kunst und Selbstzerstörung liegen nah beieinander, wie auch andere prominente Beispiele aus der Geschichte beweisen. In der Tat hat Chet Baker nach seinem Comeback und seiner Rückkehr zum Heroin-Konsum einige seiner bedeutendsten Werke geschaffen. Born To Be Blue beschönigt diese Tatsache nicht und zeichnet ein eindrucksvolles berührendes Porträt eines Menschen, der gnadenlos seinen großen Traum verwirklichen versucht und dem dabei jedes Mittel recht ist.

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Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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