Film

Die Verführten (2017)

Die Verführten / © Universal Pictures

Trotz des anhaltenden Kino-Sommerlochs gibt es ab und an ein paar Arthouse-Perlen zu entdecken: So zum Beispiel Sofia Coppolas neues Drama Die Verführten. Basierend auf dem Roman A Painted Devil von Thomas P. Cullinan erzählt sie in ihrem neuen Werk von Begehren und Intrigen in einem Mädchenpensionat in den Südstaaten der USA.

Die Verführten – worum geht’s?

Der Süden Amerikas, Mitte des 19. Jahrhundert. Seit mittlerweile drei Jahren tobt draußen der Bürgerkrieg. Die zwei Leiterinnen eines Mädchenpensioniats haben sich mit ihren Schützlingen, 5 Mädchen unterschiedlichen Alters, in einem altehrwürdigen Anwesen eingerichtet und sich längst an die politischen Unruhen gewöhnt. In diese verwunschene Idylle dringt eines Tages ein schwerverletzter Soldat ein, der sich vor den Schrecken des Bürgerkriegs in den nahegelegenen Wald geflüchtet hat. Aus christlicher Nächstenliebe gewährt die strenge Schuldirektorin Martha Farnsworth (Nicole Kidman) dem Corporal John McBurney Obdach, verarztet seine schwere Beinverletzung, fühlt sich bald jedoch auch körperlich stark zu dem gutaussehenden Charmeur hingezogen. 7 Frauen, 1 Mann – allein in einem Haus: Kann das gut gehen? Nein, natürlich nicht! Die Anwesenheit verändert das Zusammenleben der Frauen grundlegend. Eifersüchteleien und Intrigen sind von nun an der Tagesordnung, denn alle buhlen um den attraktiven Soldaten – bis die Ereignisse auf unerwartete Weise eine dramatische Wende nehmen…

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Die Verführten – so war’s:

Sofia Coppolas Frauendrama Die Verführten punktet vor allem durch die besondere Atmosphäre, die in der verlassenen Mädchenschule vorherrscht. Allein schon das Setting – eine im Verfall begriffene Villa, umrankt von einem wilden Garten und einem schier endlos wirkenden verwunschenen Wald, verdeutlicht sehr gut, in welcher Isolation sich die 7 Frauen befunden haben, bevor der charmante Soldat in ihren von der (Kriegs)realität weit enthobenen Alltag tritt. Die vorherrschende Harmonie gerät ins Wanken, der einzige Mann weit und breit weckt Sehnsüchte und Begehren und lässt gleichzeitig in Windeseile Konkurrenz- und Machtkämpfe entbrennen. Wer verführt oder wer ist eigentlich der Verführte? Coppola verleiht dem Thema der Verführung eine Doppelbödigkeit und klärt nicht abschließend, wer eigentlich letztendlich daran Schuld hat, dass alles gänzlich aus dem Ruder läuft. Inwieweit spielt der begehrenswerte John McBurney die Frauen gezielt gegeneinander aus, was steckt hinter dem drastischen Verhalten der strengen Leiterin Martha Farnsworth und inwieweit können die jungen Schülerinnen die Tragweite ihrer Entscheidungen überhaupt richtig einschätzen? Coppola verleiht ihren Figuren eine große Ambiguität – Schwarz-weiß-Denken bleibt aus.

Gleichzeitig sind vor allem die perfiden Intrigen der Frauen treffend beobachtet: Hier und da wird eine spitze Bemerkung fallengelassen, dort etwas Schlechtes über eine Konkurrentin erzählt und mit jedem Abendessen, dass die Frauen gemeinsam mit dem „Hahn im Korb“ einnehmen, werden die Schulterausschnitte der Kleider größer, der Schmuck an Ohren, Hals und Handgelenk prächtiger. Alles ganz unauffällig versteht sich…
Ich möchte nicht zuviel verraten: Aber spätestens im letzten Drittel der Handlung entfaltet der Film dann großes Thriller-Potential. 7 Frauen, 1 Mann – allein im Wald und niemand kann den Beteiligten zuhilfe eilen. Gänsehaut pur! Wer in diesem Sommer noch ein beklemmendes und zugleich pychologisch gut beobachtetes Drama sehen möchte: Hier ist es!

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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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  • Auch ich bin bei der #bookstagram-Challenge von @kaprizioesblog dabei und werde Euch die nächsten Tage ein paar Einblicke in meine #buchpassion geben. Aber heute erstmal ein klassisches"ÜBER MICH":
Ich heiße Deborah, 28 Jahre alt und blogge mittlerweile seit 6 Jahren in meinem Kulturblog Sommerdiebe über alles, was mich in kultureller Sicht bewegt: Bücher, Filme, Ausstellungen, Reisen in faszinierende Städte und Ländern, Fotografie..und vieles mehr :)
Auf dem Foto himmel' ich übrigens gerade mal wieder einen meiner liebsten Schriftsteller an, den Dandy und Ästheten #OscarWilde. 😍 
In diesem Sinne, ich freue mich auf die Challenge und darauf, viele nette Buchliebhaber kennen zu lernen.
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  • Okay, alles klar: Bücherflohmärkte sind verdammt gefährlich! :D
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