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Die besten Bücher für eine einsame Insel

Die besten Bücher für eine einsame Insel

„Welche Bücher würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?“ Klar, das ist sicher kein neues Gedankenspiel. Angesichts meines mittlerweile schon wieder zu kleinen Bücherregals frage ich mir allerdings immer häufiger, an welchen Büchern mein Herz eigentlich wirklich hängen würde, sollte ich – rein hypothetisch – auf eine (einsame oder meinetwegen auch nicht-einsame) Insel umziehen. Denn mal ehrlich: Die meisten Bücher lese ich dann doch nur einmal und stelle sie danach ins Regal. Nehmen wir mal an, ich hätte noch Platz für ca. fünf bis sieben Bücher im Koffer. Für welche würde ich mich entscheiden? Die dicken Wälzer, die mir auch Jahre später noch ausreichend Denkstoff bieten? Oder meine ewigen Favoriten, die ich schon mindestens dreimal gelesen habe? Hier eine kleine Auswahl:

Bücher, die ich immer wieder lesen möchte

Sehr wahrscheinlich würde eines oder mehrere Bücher von Truman Capote in meinen Koffer wandern. Kaum ein anderer Schreibstil hat mich bisher so beeindruckt und eingenommen wie der des großen amerikanischen Literaten. Mit wenigen Sätzen schafft er es eine Atmosphäre heraufzubeschwören, die einen als Leser in den Bann zieht. Seine Figuren sind oft ungewöhnlich, verschrobene Außenseiter und Leute, die auf irgendeine Weise nicht der geltenden Norm entsprechen. Diesen widmet er sich mit großer Sensibilität und Menschenkenntnis. Lange Rede, kurzer Sinn: Vermutlich würde ich In Cold Blood oder Sommerdiebe einpacken – und immer wieder lesen.

Dann gibt es ein weiteres Buch, das mich seit Jahren nicht loslässt. Bereits mit 16 las ich Die Glasglocke von Sylvia Plath und konnte mich bereits ab der ersten Seite an nicht wieder von diesem intensiven Roman über eine junge Frau losreißen, die sich zunehmend eingeengt fühlt und unter Depressionen leidet. Das Buch ist stark autobiographisch gefärbt: Sylvia Plath nahm sich 1963 das Leben und verarbeitete ihre Erfahrungen ohne Zweifel in diesem intimen Roman. Mehr dazu hab ich auch schon mal hier geschrieben.

Nach so viel „düsterer“ Lektüre würde ich in meinen Koffer vermutlich noch was Erbauliches, Humorvolles einpacken. Vielleicht die besten Aphorismen meines Lieblingsschriftstellers Oscar Wilde. Wer weiß?!

Bücher zum immer wieder lesen

Bücher zum immer wieder lesen

Dicke Bücher, die ich noch nicht gelesen habe

Wer kennt sie nicht, die dicken Wälzer, die einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen? Auf meiner langen Leseliste stehen noch so einige Klassiker, die ich nur zu gerne lesen würde – aber mir fehlt schlichtweg die Zeit. Oder ich rede mir das ein. Wo ein Wille ist, ist ja bekanntlich meistens auch ein Weg… Auf einer einsamen Insel – so mal die Hypothese – hätte ich plötzlich doch genug Zeit für literarische Schwergewichte wie Tolstois Krieg und Frieden, oder? Tatsächlich habe ich diesen Wälzer bisher nicht gelesen – auch wenn ich ein großer Liebhaber der russischen Literatur bin. Oder wie wäre es mit einem weiteren Versuch, die 7-teilige Romanreihe Auf der Suche nach der verlorenen Zeit durchzuackern? Auch Mammutwerke wie Musils Mann ohne Eigenschaften oder Joyce‘ Ulysses warten noch auf Lektüre. Tage auf einsamen Insel können ja bestimmt seeehr lang sein… Und sollte ich – ob der Länge oder des Inhalts – von diesen Wälzern frustriert sein: Zur Not könnten sie mir vielleicht dank ihrer Dicke auch noch als Wurfgeschoss und Abwehr gegen Feinde dienen 😉

Bücher zum Überleben

Eines vergisst ein romantisch veranlagter Leser ja vielleicht oft: Auf einer einsamen Insel gestaltet sich der Alltag um einiges anders als zuhause. Plötzlich muss man da ein Lagerfeuer machen, seltene Pflanzen erkennen, sich vor gefährlichen Giftpilzen oder Tieren in Acht nehmen und sich auch ohne Smartphone zurechtfinden. Vermutlich würde ich also auf jeden Fall auch noch ein oder zwei sehr praktische Survival-Bücher nach dem Motto „Wie überlebe ich auf einer einsamen Insel“ einpacken. Mag ja sein, dass ich schon mal in der schwedischen Wildnis gecampt habe, aber so ganz allein auf sich gestellt, auf einer einsamen Insel zu überleben wäre ja dann noch um einiges herausfordernder. 😉

So, jetzt bin ich aber auf Eure Vorschläge gespannt: Welche Bücher gehören zu Euren Alltime-Favourites und dürften in Eurem Koffer nicht fehlen? Welche würden Euch das Überleben auf einer einsamen Insel erleichtern? Ich freue mich auf Eure Antworten!

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    3 KOMMENTARE

  • Eva 4. August 2017 Reply

    Hallo Debrorah,
    Deine Liste von Büchern überschneidet sich von der meinen. Auf Musil bin ich allerdings nicht neugierig. Bücher, die ich immer wieder lesen möchte: Jón Kalman Stefanssons Bücher, und zwar alle. Wenn ich wählen müsste, wäre es aber mindestens seine Trilogie „Himmel und Hölle“ /„Der Schmerz der Engel“/“Das Herz des Menschen“ s. hier https://kutabu.wordpress.com/?s=Stef%C3%A1nsson

    • Deborah 4. August 2017 Reply

      Danke für den Lesetipp 🙂 Ist der Autor Isländer? Muss ich unbedingt mal mit der isländischen/ skandinavischen Literatur beschäftigen. Ein guter Freund ist gerade dorthin ausgewandert 😉

      • Eva 4. August 2017 Reply

        Ja, er ist Isländer. Viel Spaß beim Entdecken 😊

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  • Was für ein inspirierender #Instawalk vorhin im Deutschen Historischen Museum. Hier ist jetzt eine Ausstellung zur Russischen Revolution 1917 angelaufen. Ein paar ausgewählte Blogger/Instagrammer/ Twitterer ..whatever..durften heute an einer exklusiven Kuratorenführung teilnehmen. Danke für die Einladung, @dhmberlin, hat Spaß gemacht! :) .
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  • #Charlottenburg hat einfach die schönsten Kinos. Hier war ich gestern im altehrwürdigen #CinemaParis, das sich in seinem Programm vor allem auf französischen #Arthouse konzentriert. Ich hab mir Hanekes neuen Film "Happy End" angesehen... Schwer verdaulich, bedrückend, also definitiv ein Film, der nachwirkt. Mehr dazu bald im Blog.
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  • Hände hoch: Wer beobachtet auch gerne Menschen? ✋ 😉 Vicki Baum hat genau dies für ihren Roman #MenschenimHotel gemacht und beschreibt, welche Persönlichkeiten in einem mondänen Hotel im Berlin der 1920er Jahre aufeinandertreffen. Unterhaltsam, pointiert, humorvoll, aber auch mit Tiefgang erweckt Baums Roman auch heute noch die ganz besondere Atmosphäre der "Goldenen Zwanziger" zum Leben. Meine Rezension lest Ihr im Blog -> #linkinbio
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  • Sonntags ins Museum, kann man doch auch mal wieder machen. Vor allem, wenn es sich um so ein Schönes handelt. Und #Picasso geht eigentlich auch immer.
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  • #buchpassion Challenge, heute mal kurz und knackig. Mein Lieblingsautor? Truman Capote selbstverständlich! ;)
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  • Schon Tag 4 bei #buchpassion von @kaprizioesblog.
Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Mit "Jeder soll"-Formulierungen bin ich sonst eher vorsichtig. Die Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
Ich lege Euch dennoch heute Michel Houellebecqs  vieldiskutiertes Werk #Unterwerfung ans Herz. Mit der Schilderung von instabilen politischen Systemen, Themen wie Islamhass & Populismus und einem einsamen Helden auf der Suche nach Sinn passt dieser visionäre Roman erschreckend gut in unsere heutige Zeit. Tiefgründig & vielschichtig. Mich hat der Roman noch lange nachdenklich gestimmt.
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  • Tag 3 der #buchpassion Challenge:
-> Mein Bücherregal
Ich oute mich mal gleich als Ästhetin: Ja, ich sortiere meine Bücher (teilweise) nach Farbe bzw.  nach Verlag. Sieht einfach gut aus. ;) Und auch sonst bin ich ein visueller Mensch. Oft merke ich mir die Farbe und das Cover eines Buches. Würde mich jetzt also z.b. spontan jemand nach Hemingways Roman "Fiesta" fragen, wüsste ich sofort, dass ich in der "Rot-Sektion" schauen müsste. Naja, jeder hat so seine kleine Macke ;)
Muss jedoch auch zugeben, dass das Farbkonzept nicht überall in meinem Regal durchgesetzt wird. Ab Regalbrett 3 sortiere ich z.T. nach Autoren, Themen, Epochen oder wie es eben gerade so passt. Klarer Fall, dass Bücher von Truman Capote natürlich nebeneinander stehen müssen. In einem anderen Regal hab ich noch Sachbücher zum Thema Literaturwissenschaft, Film, Kunst, Reisen, Essen & Kultur. That's it! Bei meinem letzten Umzug sind nicht alle Bücher mitgekommen, aber es gibt ja auch noch Bibliotheken.
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  • Tag 2 der Instagram-Challenge #buchpassion ➡️ Dieses Buch hat mich verändert
Über diese Frage musste ich eine ganze Weile nachdenken. Letztendlich kehrten meine Gedanken aber doch immer zu einem Buch zurück: Sylvia Plaths "Glasglocke". Zum ersten Mal hab ich das Buch gelesen, als ich 16 war - und schon damals hatte es eine Sog-Wirkung auf mich. Es ist  eines von wenigen Büchern, bei dem ich nur die ersten Sätze lesen muss,  und ich bin förmlich gefangen in der Erzählwelt, die Plath so  anschaulich beschreibt. Die junge Protagonistin, die eigentlich gerade erst ins Erwachsenenleben startet und versucht ihren eigenen Weg zu finden, hadert mit sich selbst und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit (1950er). Wie möchte ich leben? Soll ich wirklich an der künstlerischen Laufbahn festhalten?  Der Ehrgeiz und die starken Selbstzweifel, die  immer wieder in depressiven Verstimmungen resultieren, beginnen die  Protagonistin förmlich aufzufressen. Als Leser muss man hilflos mit  ansehen, wie sie unter ihrer Glasglocke nach Luft ringt, wie sie sich  selbst zerstört.
„Die Glasglocke“ ist durch die Handlung harter 
Tobak – keine Frage! Vielleicht berührt das Buch auch gerade durch seine
 Authentizität und weil man ahnt, dass die Autorin das Geschilderte 
selbst durchgemacht hat. 
Für mich nach wie vor ein prägendes Buch - keine leichte Kost, aber definitiv ein Roman zum immer wieder Lesen. Aufwühlend, authentisch, zeitlos: So muss große Literatur sein.
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