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Nichts für schwache Nerven: Kidnapped – Escape Berlin

Kidnapped - Escape Berlin

Das Escape Room-Spielen geht in eine neue Runde. Nachdem ich letztes Jahr bereits das Sherlock-Holmes-Game erfolgreich gelöst habe, ging es gestern zum Testspiel „Kidnapped„. Eigentlich bin ich ja so gar kein Fan von Horror-Filmen. Filme wie „The Ring“ und „Blair Witch Project“ spuken bis heute auf sehr unangenehme Weise in meinem Kopf herum. Auch sonst würde ich mich selber eher als vorsichtig und schreckhaft charakterisieren. Zusammen mit 4 mutigen Freundinnen wollte ich dem neuen Grusel-Spiel, das laut Website „die schlimmsten Albträume zum Leben erweckt“, schließlich aber dennoch eine Chance geben. Schon der Weg durch das düstere Plattenbauviertel nahe der Landsberger Allee und der ruckelige Fahrstuhl zum Escape Game hinauf gab mir eine erste Vorahnung, auf was ich mich da eigentlich eingelassen hatte. Ich spürte ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Doch was soll’s: Einmal tief einatmen und allen Mut zusammennehmen – man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben…

Nach einer kurzen Einführung durch unsere Spielleiterin fanden wir uns schließlich schneller als wir gucken konnten in einem kleinen Raum wieder, wo es bereits das erste Rätsel zu lösen galt. Im Nu waren wir mit Handschellen gefesselt und mussten uns im Dunkeln zurechtfinden. Nervenkitzel pur! Dazu Klopfgeräusche, Schreie, mit Blutspuren verschmierte Wände, Requisiten wie ein dubioser medizinischer Behandlungstisch – das Setting schaffte es wirklich innerhalb von wenigen Momenten meinen Herzschlag ordentlich in die Höhe zu treiben. Aber es hieß: Nerven bewahren und die Akten von unseren Vorgängern – die bereits zu Tode gekommen waren – aufzuspüren. Oder wir würden diesem gruselige Szenario nie entkommen…

Nervenaufreibendes Setting im Escape Room "Kidnapped" (Foto: Escape Berlin)

Nervenaufreibendes Setting im Escape Room „Kidnapped“ (Foto: Escape Berlin)

Alles in allem ist auch dieses Spiel mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Im Team werden Indizien gesammelt, Codes entschlüsselt und Rätsel gelöst, die im besten Fall dabei helfen, den Ausgang zu finden. Kann sein, dass wir von den Horror-Effekten geschockt kaum noch klar denken konnten oder die zahlreichen Aufgaben für uns doch einen Tick zu schwer waren – oft erhielten wir über einen Bildschirm Hinweise von der Spielleitung, die uns schließlich auch immer weiterhalfen. Auf diese Weise schafften wir es daher zum Glück in der letzten Sekunde, das Horror-Labor wohlbehalten zu verlassen. Einzig schade, dass wir einmal aus Versehen einen falschen Schrank öffneten – den man laut Spielleitung auf keinen Fall öffnen durfte, da wir sonst das Spiel vorschnell beenden würden. Dies wurde uns im Vorfeld zwar gesagt, im Eifer des Gefechts und des allgemeinen hektischen Rumgewusels hatten wir dies jedoch komplett vergessen. So hätten wir unser Spiel leider nach einer guten halben Stunde unfreiwillig schneller beendet als gewollt. Die Spielleitung zeigte sich aber nochmal gnädig und ließ uns zum Glück weiterspielen.

Für ängstliche und zart-besaitete Personen ist das Escape Room-Spiel „Kidnapped“ sicher eine kleine Herausforderung, so oder so ist es aber garantiert eine unterhaltsame und spannende Gruppenbeschäftigung, bei der man seine Freunde ein Stück weit besser kennenlernt. Denn erst in Ausnahmesituationen offenbart sich ja bekanntlich, wer richtig Mumm hat. Da muss ich definitiv meinen Hut vor einigen meiner Spielkameradinnen ziehen, die mich mit ihrem mutigen und beherzten Einsatz schwer beeindruckt haben.

Kidnapped
Escape Berlin
Storkower Str. 140
10407 Berlin
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