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Loving Vincent (2017)

Loving Vincent

Loving Vincent – worum geht’s?

Ein Jahr nach dem Tod von Vincent Van Gogh begibt sich der junge Armand Roulin im Auftrag seines Vaters auf Spurensuche nach dem niederländischen Künstler, der zu Lebzeiten auf Ablehnung stieß anstatt für sein herausragendes Werk wertgeschätzt zu werden. Je mehr sich Roulin mit dem Leben des Außenseiters beschäftigt und sich bei seinen Recherchen mit den unterschiedlichsten Personen über ihn unterhält, desto faszinierender erscheint ihm dieser. Vor allem beginnt ihn eine drängende Frage immer mehr zu interessieren: Wie ist Van Gogh wirklich ums Leben gekommen – war es wirklich Suizid oder vielleicht sogar Mord? Wild entschlossen begibt sich Roulin auf die Suche nach der Wahrheit.

Loving Vincent – so war’s:

Loving Vincent sticht allein schon durch seine Machart aus dem Einheitsbrei heraus, denn der gesamte Film setzt sich aus mehr als 65.000 Einzelbildern zusammen, die allesamt von 125 Künstlern aus der ganzen Welt kreiert wurden. Ein Film komplett bestehend aus Ölgemälden – ist das nicht anstrengend? Auch ich war zunächst skeptisch, als ich von dieser Konzeption hörte, war aber dann selbst überrascht wie schnell sich das Auge an dieses sehr ungewöhnliche visuelle Erlebnis gewöhnt. Stattdessen spürt man die enorme Sorgfalt und Leidenschaft, die in diesem Film steckt. Allein schon die Vorstellung, dass die Künstler wie für einen Zeichentrickfilm bestimmte aufwendige Einstellungen immer wieder und immer wieder zeichnen mussten… Hut ab! Alle Bilder beruhen auf mit realen Schauspielern gedrehte Szenen, die dann in Öl und im Van-Gogh-Stil nachgemalt wurden.

Dennoch sollte man den Film nicht nur auf seine außergewöhnliche Gestaltung reduzieren, denn in der Tat erfahrt man ganz nebenbei auch noch viel Spannendes über den zu seinen Lebzeiten unterschätzten Künstler Van Gogh. Die Art und Weise, wie er von seinen Mitmenschen behandelt, von Künstlerkollegen wie Monet belächelt sowie wegen seiner psychischen Labilität gemieden wurde, lässt einem das eine oder andere Mal einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Wie konnten all diese Menschen nur die Oberfläche sehen anstatt zu realisieren, mit welchem Genie sie es zu tun hatten? Wie es dann auch sehr treffend im Abspann beim berühmten Don McLean-Song “Starry Starry Night” heißt: “They would not listen. They did not know how. Perhaps they’ll listen now.” Insgesamt eine sehr runde, sehenswerte, sorgfältig gemachte Künstlerbiografie, die man als Kunstliebhaber nicht verpassen sollte. Und wer weiß, vielleicht heimst Loving Vincent ja auch noch den verdienten Oscar für den besten Animationsfilm ein.

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    3 KOMMENTARE

  • Eva 7. Januar 2018 Reply

    Bin mal wieder ganz Deiner Meinung: ein toller Film, der beste von vielen guten, die ich in letzter Zeit im Kino gesehen habe!

    • Deborah 7. Januar 2018 Reply

      Schön, das freut mich 🙂 Wir haben wirklich einen sehr ähnlichen Filmgeschmack.

  • Schurrmurr 7. Januar 2018 Reply

    Der Film ist wirklich sehr überraschend, erlaubt eine völlig neue Sehweise…oscarreif.
    Unbedingt ansehen.
    LG schurrmurr

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