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Literatur in 300 Wörtern (47): Franziska Seyboldt – Rattatatam, mein Herz

Franziska Seyboldt - Rattatatam, mein Herz

Inhalt von Franziska Seyboldts “Rattatatam, mein Herz” in 3 Sätzen:

Herzrasen, schwitzende Hände, Panik- und Angstzustände – Was vielen Menschen nur in außerordentlich stressigen Situationen passieren würde, ist für die Schriftstellerin und taz-Journalistin Franziska Seyboldt Alltag, denn sie leidet seit ihrem 12. Lebensjahr unter einer Angststörung. In ihrem Buch “Rattatatam, mein Herz” erzählt sie auf sehr persönliche aber auch humorvolle Weise vom Leben mit der Angst und richtet den Fokus auf dieses in der Gesellschaft immer noch häufig tabuisierte Thema. Denn wer gibt schon gerne zu, dass er nicht „normal“ ist?

Lieblingszitat aus “Rattatatam, mein Herz”:

“An guten Tagen wache ich auf und bin eine Schildkröte. Dann spaziere ich bepanzert bis an die Zähne durch die Straßen, Tunnelblick an und los. An schlechten Tagen wache ich auf und bin ein Sieb. Geräusche, Gerüche, Farben plätschern durch mich hindurch wie Nudelwasser, ihre Stärke bleibt an mir kleben und hinterlässt einen Film, der auch unter der Dusche nicht abgeht. Ich taumele durch den Tag, immer auf der Suche nach etwas, woran ich mich festhalten kann.”

Über den Umgang mit der Angst: “Rattatatam, mein Herz”

U-Bahnfahren, Flugreisen, Arztbesuche oder sich in größeren Menschenmengen zu bewegen: an sich alltägliche Dinge werden für Menschen mit einer Angststörung zu scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen. Seyboldt berichtet in ihrem Buch “Rattatatam, mein Herz” episodenhaft von bestimmten Situationen, die ihren Körper in Alarmbereitschaft versetzen und zeigt sehr eindrücklich wie irrational die Ängste sind, die sie immer dann überkommen, wenn sie überhaupt nicht damit rechnet. “Reiß dich doch mal zusammen” oder “So schlimm kann es doch nicht sein” – diese und ähnliche Sätze bekam sie in der Vergangenheit oft zu hören, wenn sie ihr Umfeld mit ihrer Krankheit konfrontierte. Umso mehr ist Seyboldt für ihren großen Mut zu bewundern, den sie mit dem Schreiben dieses Buches bewiesen hat. In “Rattatatam, mein Herz” tritt die Angst sogar als eigenständige Person auf, die mit der Autorin mal launisch beim Feierabendbierchen zusammensitzt und sie im nächsten Moment hinterrücks mit gemeinen Bemerkungen überfällt. Diese Art des Umgangs mit der “Angst” wirkt zwar beim Lesen stellenweise etwas banal, gleichzeitig gibt es aber auch zahlreiche Passagen, die ich teilweise nur mit einem unguten Gefühl und einem Kloß im Hals lesen konnte.

“Rattatatam, mein Herz” – Fazit:

Dieses Buch ist für Leser, die einen mutigen Erfahrungsbericht lesen möchten. Leichtfüßig aber dennoch nicht oberflächlich sensibilisiert „Rattatatam, mein Herz“ für ein Thema, über das noch viel öfter offen und ehrlich gesprochen werden sollte. Denn laut einer Studie leidet jeder sechste Deutsche im Laufe seines Lebens unter einer Angststörung – und betrifft damit eindeutig mehr Menschen, als man zunächst vermuten würde.

Ich danke dem KiWi-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    2 KOMMENTARE

  • Eva 22. Mai 2018 Reply

    Das Foto ist gut! Das Buch passt sehr gut zum Dessin der Decke…

    • Deborah 22. Mai 2018 Reply

      Hehe ja, danke 😉 zufällig hat die Decke von Ikea fast das gleiche Muster

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  • Hach, St. Petersburg.. Ich vermisse es jetzt schon. 9 Tage waren nicht zu lang, auch wenn mich viele in meinem Umfeld ungläubig fragten, ob ich noch woanders hinfahre. Nein, ich hätte es selbst nicht gedacht, 9 Tage waren fast zu kurz, um diese vielfältige Stadt voller Kultur zu entdecken. So viele Stadtquartiere, Inseln zum Flanieren, coole moderne Cafés, freundliche Menschen. Hier hätte ich sogar gut und gerne noch mehr Zeit verbringen können. Ich komme wieder, vielleicht dann auch mal nach Moskau.
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