Film

Viel Arbeit, viel Stress: Inside Hollywood

Die Story in drei Sätzen: Filmproduzent Ben (Robert De Niro) hat alle Hände voll zu tun. Ein Testscreening läuft katastrophal ab, Megastar Bruce Willis will sich seinen Bart nicht abrasieren und dann ist da auch noch seine Noch-Ehefrau Kelly, von der sich Ben nur schwer lösen kann. Eine Woche im Leben eines Filmproduzenten – Stress pur.

Wie war’s: Ständig Hektik, ständig Telefon, ständig Probleme. Das Leben eines Filmproduzenten ist beileibe kein Traumjob. Ben ist ein Gefangener seines Blackberrys, er würde gerne mehr Zeit für seine Frau, für seine Töchter aus verschiedenen Ehen haben – aber sein Privatleben ist letztlich immer nachrangig, die Arbeit ist alles was zählt. Immer wieder versucht er beide Pole zusammen zu bringen und scheitert aufs Neue. Folgt man dieser Interpretation, so macht „Inside Hollywood” seine Sache ganz gut. Die Macken von Agenten und Stars, von Studiobossen und selbstverliebten Regisseuren werden liebevoll auf die Schippe genommen. Struktur bietet in der Komödie die Unterteilung in Tage, die aber eher lose geraten ist. So fragt man sich nach der Einführung von Charakteren und Konflikten in der Mitte des Films schon manchmal, ob das schon alles war. Ja, leider wirklich schon fast. Ben rast von einem Meeting zum nächsten, das Telefon klingelt, die Szenen wiederholen sich. Die Bart-Episode von Bruce Willis wird entschieden zu lang ausgekostet – das wäre verzeihlich, wenn Inside Hollywood eine solide Rahmenhandlung hätte, ein Ziel auf das sich Ben und Konsorten hinbewegen. Bei Wag the Dog, einem der bekanntesten Filme von Regisseur Barry Levinson, geht es zum Beispiel darum die Folgen einer sexuellen Entgleisung des amerikanischen Präsidenten abzuwenden. Robert De Niro versucht als knallharter Spin Doctor die Affäre abzuwenden, den Status quo zu erhalten. Das erzeugt Spannung. Doch genauso ein Clou fehlt Inside Hollywood. Das Schlimmste was Ben in Inside Hollywood passiert ist, dass er am Schluss seinen Flieger verpasst. So einfach, so banal.

Doch wäre dieses Urteil zu hart, wenn man nicht die zahlreichen unterhaltsamen Momente des Films berücksichtigt. Inside Hollywood ist eine nette Komödie über die Arbeit großer Filmstudios und legt nebenbei die Mechanismen der Macht offen. Am Ende hält uns Levinson dann doch irgendwie selbst den Spiegel vor: Die „Traumfabrik” Hollywood produziert schließlich genau die Filme, die viele Menschen sehen wollen. Der englische Verleihtitel „What just happened” beschreibt dann auch viel treffender den lockeren Aufbau und die Intention des Films. Wenn manche Rezensenten bemängeln, der Film sei „zu sehr »Hollywood« und zu wenig »inside«” (siehe filmstarts.de), dann sind sie schlicht selbst auf die Mechanismen des deutschen Filmmarketings hereingefallen, welches Filme ja gerne mal mit verkaufskräftigeren Titeln ausstattet.

Diverse reichlich nutzlose Fakten:
Regisseur: Barry Levinson
Erscheinungsjahr: 2008
Trivia: Lief in Cannes als Schlussfilm außer Konkurrenz
IMDB-Wertung: 6.2 von 10 Sternen, was vielleicht fast ein bisschen zu hart ist.

Lukas

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