Literatur Rezensionen

Jules Verne: Reise um die Erde in 80 Tagen

London, 1872. Der extravagante Gentleman und Dandy Phileas Fogg geht in seinem Club eine augenscheinlich sehr gewagte Wette ein. Er setzt sein gesamtes Vermögen von 40000 Pfund aufs Spiel. Wenn er es schafft die Welt in 80 Tagen zu umrunden, darf er all sein Geld behalten – wenn nicht, verliert er alles. Keine Frage, dass die Zweifler an seinem waghalsigen Plan in der Überzahl sind. Doch Phileas Fogg schlägt alle Bedenken in den Wind und reist Hals über Kopf mit seinem französischen Diener Passepartout in die große weite Welt hinaus.

Unterwegs müssen sie immer wieder auf’s Neue erfahren, dass die Verkehrsverbindungen zwar schon weit entwickelt sind, werden aber gleichzeitig stets wieder vor neue Probleme gestellt, die sie nur mit einer gehörigen Portion Scharfsinn lösen können. Da wird beispielsweise in Indien ein Elefant kurzerhand zum Taxi umfunktioniert, welches sie durch tropische Wälder zur nächsten Bahnstation befördert. Passepartout reagiert stets besorgt, wenn es zeitlich eng wird und sich ihnen scheinbar unüberwindbare Hindernisse in den Weg stellen. Ganz anders Phileas Fogg! Mit seiner ruhigen und extrem gelassenen Art treibt er seinen Diener manchmal an den Rande des Wahnsinns. Er hat seine Reise minutiös durchgeplant, trägt immer die Bahn- und Schiffsfahrpläne bei sich. „Das ist alles bereits einkalkuliert“, erwidert er beharrlich, wenn die Reisezeit von 80 Tagen wieder mal in Gefahr zu sein scheint. Trotz seiner Emotionslosigkeit, die der Dandy Phileas Fogg zu jeder Zeit an den Tag legt, ist er keineswegs kaltblütig. So rettet er seinen Diener öfters aus brenzligen Situationen, befreit gar eine Inderin aus den Fängen einer fanatischen Sekte. Das Geld und einen gesunden Menschenverstand hat er  – und er weiß es, sinnvoll zu nutzen!

Jules Verne hat mit „Reise um die Erde in 80 Tagen“ in jedem Fall einen großartigen Reiseroman verfasst. Atemlos verfolgt man als Leser die spannenden Expeditionen durch unbekannte Kontinente, gefährliche Urwälder, atemberaubende Schneelandschaften und bedrohliche Meere. Die Lektüre bleibt durchweg spannend, allein schon dadurch, dass die Reisezeit von 80 Tagen andauernd auf der Kippe steht. Wird es Phileas Fogg noch rechtzeitig schaffen, in London einzutreffen? Diese Frage entfacht eine derartige Spannung, dass man den Roman eigentlich nur geradezu verschlingen kann. Nicht zuletzt weckt Jules Vernes Erzählung in einem die Lust, selbst mal wieder auf Reisen zu gehen. Es muss ja nicht gleich eine Weltreise sein…

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