Literatur Rezensionen

Literatur in 300 Wörtern (9): Theodor Fontane – Irrungen, Wirrungen

Warum eigentlich nicht mal ein Buch rezensieren, über das man in der Uni eine Hausarbeit verfasst? Fontanes “Irrungen, Wirrungen” habe ich in diesem Semester für ein Realismus-Seminar gelesen. Ich weiß nicht, ob Fontane und ich in diesem Leben noch einmal richtig gute Freunde werden… Meine Meinung – garantiert nicht in Literaturwissenschaft-Schwafel-Ton – lest ihr jetzt jedenfalls hier 😉

Irrungen, WirrungenInhalt von “Irrungen, Wirrungen” in 3 Sätzen:

Auf einem Bootsausflug rettet der Aristokrat Botho die Kleinbürgerin Lene vor dem Ertrinken – es ist Liebe auf den ersten Blick und die beiden treffen sich von da an immer wieder, allerdings stets im Geheimen. Bothos Verwandtschaft hält von der Liebelei zu einer Bürgerlichen natürlich nicht allzu viel. Er muss sich schließlich dem Willen der Gesellschaft beugen, die für ihn vorgesehene (finanziell gut situierte) Adlige Käthe heiraten, während Lene ebenfalls einen standesgemäßen Mann ehelicht.

Lieblingszitat aus “Irrungen, Wirrungen”:

“Was ist es denn, was mich hindert, den Schritt zu tun, den alle Welt von mir erwartet? Will ich Lene heiraten? Nein. Hab ich‘s ihr versprochen? Nein. Erwartet sie’s? Nein. Oder wird uns die Trennung leichter, wenn ich sie hinausschiebe? Nein. Immer nein und wieder nein. Und doch säume und schwanke ich, das Eine zu tun, was durchaus getan werden muss. Und weshalb säume ich? Woher diese Schwankungen und Vertagungen? Törichte Frage. Weil ich sie liebe.”

Theodor Fontanes Gesellschaftsroman “Irrungen, Wirrungen”

Theodor Fontanes erzählerisches Werk gilt ohne Frage als kanonisch und wird heute oft im Schulunterricht behandelt. Vor allem “Effi Briest” und eben auch “Irrungen, Wirrungen” werden als typische Werke des sog. Poetischen Realismus angesehen und als solche immer wieder analysiert und interpretiert. Die Frage, ob Fontane nun lesenswert ist, oder nicht, lässt sich vielleicht am ehesten mit einer kleinen Anekdote beantworten. Sitzt man mit anderen Literaturstudenten/-liebhabern am Tisch, ist das Lager beim Thema Fontane eigentlich immer gespalten. Es gibt immer mindestens einen, der Fontane abgöttisch liebt und ihn zu seinen Lieblingsschriftstellern zählt. Im Gegenzug gibt es wieder Fontane-Gegner die seinen Ton als “bieder, konservativ und altväterlich” abtun. Was ich damit sagen will: Das Verhältnis zu Fontane ist meistens gespalten. Einerseits fasziniert ein Werk wie “Irrungen, Wirrungen” durch sein komplexes Netz aus Verweisen und sprachlichen Anspielungen, andererseits erzählt Fontane jedoch auch sehr geradlinig und konventionell. Große Abweichungen von den etablierten Literaturtraditionen oder gar Themen wie Krankheit, Tod, Sex & Crime, wie sie etwa bei Vertretern des französischen Realismus wie Gustave Flaubert zu finden sind, kann man bei Fontane vergeblich suchen. Das Kranke, Dekadente und möglicherweise Obszöne wird konsequent ausgespart – auch eine Form der Wirklichkeitsbetrachtung…

Für wen ist “Irrungen, Wirrungen” etwas?

Diees Buch ist für alle Leser, die sich auf den Schreibstil Fontanes einlassen und sich eine eigene Meinung über diesen vielgelesenen Klassiker bilden wollen. Theodor Fontane ist ohne Zweifel einer der bekanntesten deutschen Autoren und “Irrungen, Wirrungen” gerade durch die Thematisierung von Standesproblematiken bis heute ein bedeutendes Werk des deutschen Realismus. Ob einem die Art und Weise dieser sehr idealisiert dargestellten Realität nun gefällt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

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    1 KOMMENTAR

  • buzzaldrinsblog 20. Februar 2013 Reply

    Danke für diese interessante – literaturwissenschaftlich angehauchte Besprechung. Ich bin mit Fontane praktisch aufgewachsen – mein Großvater hat alle Romane von ihm besessen, häufig sogar in unterschiedlich Ausgaben und mir früh seine Leidenschaft für Fontane vermittelt. So ganz anstecken konnte er mich jedoch nicht. 🙂

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  • Die kleinen Dinge und eigenen Interessen schätzen zu lernen...
Hätte ich auch nicht gedacht, dass das 2020 ganz oben auf der Agenda stehen würde. So bin ich gerade froh, dass ich zum Glück einige eher introvertierte Hobbies pflege. Auf Konzerte, Kunstgalerien, Museen, Theater, Oper, Ballett, Lesungen, Reisen etc. freue ich mich dennoch riesig - wenn wir das hoffentlich alles mal hinter uns gelassen haben... 🙌
Wie holt ihr euch in diesen Zeiten Kunst & Kultur in Eure eigenen vier Wände?
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  • Let's go back to Iceland! Bei der ganzen Aufregung rund um das Coronavirus tut ein kleiner Rückblick auf vergangene schöne Reisen echt gut. Tolle Idee von  @isipeazy, unter dem Hashtag #quarantänereisen von Reiseerlebnissen zu berichten. Denn niemand weiß, wann es möglich sein wird, wieder uneingeschränkt auf Reisen zu gehen...das wird auch mir immer mehr schmerzlich bewusst.😯 Solange können wir Reiseliebhaber doch in der Quarantäne bei Laune halten 👍

Aber zurück zu Island: Hier war ich im deutschen Hitzesommer 2018 mit Jeep & Dachzelt unterwegs. Was für ein Abenteuer! 😁 (denn ausgerechnet in diesem Jahr erlebte Island den kältesten Sommer seit langem 🥶). Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen. Es ging einmal rum um die Insel, mit kleineren Abstechern zu den Westfjorden (nichts für Reisekranke 🙄 aber dennoch wahnsinnig schön) und in den wilden Osten Islands.
Für mich war das definitiv eine der aufregendsten und verrücktesten Reisen seit langem, bei der ich unvergessliche Erfahrungen gemacht habe und zugleich mich teilweise auch aus meiner Komfortzone bewegt habe (Stichwort Wetter 😅) Aber sind das nicht die besten Reisen? Ich würde es jederzeit wieder tun! 🚙🇮🇸 #reisen #gotravel #corona #quarantäne #travelgram #latergram #iceland #roadtrip #island #ontheroad #reisegeschichten #reisesehnsucht #fernweh
  • Malen im Museum ausdrücklich erlaubt - das ließ ich mir im japanischen Museum @mangghamuseum in Krakau nicht zweimal sagen.
Mehr über meinen Kulturtrip nach Polen, lest ihr im Blog 😎 #linkinbio
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  • Mein Posen-Reisebericht ist fertig! Die gemütliche Stadt im Westen Polens hat mir sehr gut gefallen. Ob trendige Cafés, Kunst & Kultur oder Naherholung - es lohnt sich, hierhin zu reisen. Mehr über meine Erlebnisse könnt ihr jetzt im Blog nachlesen. #linkinbio

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  • Ich war erst wenige Stunden in Kraków und dann habe ich gleich so ein Traum-Café gefunden: urige Ohrensessel, leckeren Kuchen und Kaffee... Und Bücherregale überall. ❤️ Das @massolitbooks ist eine echte Empfehlung für jeden Büchernerd. Das Stöbern (viele englischsprachige Literatur), Tagträumen und sogar (in meinem Fall) warten auf den Liebsten macht hier richtig Freude. Also, wenn ihr mal in Kraków seid, unbedingt vorbeischauen. Ein paar Häuser weiter ist dann noch die dazugehörige Bäckerei @massolitbakery 🍰🥐
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  • So schön bunt hier 🤓😊 Der Marktplatz ist definitiv einer der schönsten Orte in Breslau. Toll war auch die Stimmung zur großen offiziellen Silvesterfeier #wroclawrespect, die mit einem imposanten Feuerwerk über der Altstadt endete. 🎉
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  • Welcome to the Roaring Twenties! Ich wünsche Euch allen ein frohes Neues. Selbst habe ich die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um Kunst, Kultur und Stadtleben in Krakau, Breslau und Posen zu genießen. 🏰🎨🎭
Das Gemälde stammt aus dem Nationalmuseum von Poznan.
Meine Reise durch Polen hat mir wieder mal gezeigt, dass dieses wunderbare und vielfältige (Nachbar)Land einfach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt wie es verdient hätte. Werde hier und vielleicht auch im Blog bald mehr darüber berichten ✏️📸
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  • Schon wieder Zeit für 'nen Jahresrückblick? 🙄 Das Jahr 2019 ist wirklich im Nu vergangen und so gut wie vorbei. Mit all seinen Höhen und Tiefen.
Hier also meine Insta-Highlights - komprimiert in 9 Fotos: Mein Jahr war voller Bücher, schönen Reisen (u.a. nach Athen und Schottland), spannender Architektur und aufregenden Kunstausstellungen und -events. Weiter so! Bin gespannt, was 2020 bringt. 🎉
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