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Lieblingsliteraten (3): Raymond Carver

Raymond Carver machte sich in den 1970er und 80er Jahren in der amerikanischen Literaturwelt vor allem durch seine Kurzgeschichten einen Namen. (Foto: Sommerdiebe.de)

Der Meister der Kurzgeschichte: Der US-amerikanische Schriftsteller Raymond Carver ist vor allem durch seine short stories berühmt geworden. Warum Ihr diesen außergewöhnlichen Autor (und meinen persönlichen Lieblingsliteraten) kennen lernen solltet und welche Werke besonders lesenswert sind, verrate ich Euch in diesem Beitrag.

Raymond Carver: Das zeichnet ihn als Schriftsteller aus

Raymond Carver machte sich in den 1970er und 80er Jahren in der amerikanischen Literaturwelt vor allem durch seine Kurzgeschichten einen Namen. Bereits sein erster Erzählungsband “Will You Please Be Quiet, Please?” war ein großer Erfolg und sorgte für Furore. Seine Prosa zeichnet sich durch eine starke Einfachheit, durch lakonische und intensive Schilderungen aus. Oberstes Ziel Carvers war es stets, eine Geschichte so auf den Punkt zu bringen, dass sie in einem Zug geschrieben und gelesen werden konnte. Carver hält sich nicht mit umfangreichen, langatmigen Beschreibungen auf, sondern verfolgt einen sehr konzentrierten, nahezu minimalistischen Stil beim Schreiben.

Raymond Carvers zentrale Themen: zwischenmenschlichen Beziehungen und mangelhafte Kommunikation

Häufige Themen, so zum Beispiel auch in seinen berühmt gewordenen Werken “What We Talk About When We Talk About Love” oder “Cathedral”, sind zwischenmenschliche Beziehungen, ebenso die mangelhafte Fähigkeit mit anderen Menschen zu kommunizieren. Carvers Figuren reden häufig aneinander vorbei. Sie behalten ihre Sehnsüchte und Träume für sich, isolieren sich von ihrer Umwelt – oder ertränken ihre Sorgen in Alkohol. Sie sind gewöhnliche Leute, Menschen aus den Arbeitervierteln.

“Dirty Realism” – Raymond Carver schaut in die Abgründe der amerikanischen Gesellschaft

Literaturkritiker haben Carvers Stories aus diesem Grund sogar mit dem Etikett “Dirty Realism” versehen. Und tatsächlich scheint dieser Begriff einen Umstand sehr treffend zu umschreiben. Carvers Protagonisten fluchen hemmungslos, gießen sich Hochprozentiges in rauen Mengen die Kehle hinunter, verhalten sich dann nicht mehr ganz nach den gängigen Verhaltensnormen. Sie greifen teils sogar zu drastischen Mitteln wie Gewalt, um sich verständlich zu machen. Einer von vielen Gründen, warum man Carver unbedingt im Original lesen sollte, da sonst doch ein großes Maß an Atmosphäre verloren geht.

Raymond Carver im O-Ton:

 “Extremely clever chi-chi writing, or just plain tomfoolery writing, puts me to sleep. Writers don’t need tricks or gimmicks or even necessarily need to be the smartest fellows on the block. At the risk of appearing foolish, a writer sometimes needs to be able to just stand and gape at this or that thing – a sunset or an old shoe – in absolute and simple amazement.”

Und sonst so?

Carvers beeindruckende Prosa hat sogar einen großen Regisseur auf den Plan gerufen, seine Erzählungen filmisch zu adaptieren. Robert Altman nahm sich 1993 den “Short Cuts” an und realisierte einen sehr sehenswerten Episodenfilm, der die Erzählvorlage kongenial umsetzt.

Wie so oft, sind auch bei Raymond Carver Werk und Leben eng miteinander verwoben. Zeit seines Lebens hatte er mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen und verwickelte sich in mehrere unglückliche Liebesbeziehungen und Ehen. Diese Themen nehmen auch in seinem Werk einen großen Raum ein und wurde ohne Zweifel autobiografisch verarbeitet. Am Ende gewann leider doch eindeutig viel zu früh der ungesunde Lebensstil. 1988 starb Carver im Alter von 50 Jahren an Lungenkrebs.

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    4 KOMMENTARE

  • Wortgalerie 26. Juni 2013 Reply

    Sehr schön, ich lese Carver auch sehr gerne 🙂 Seitdem “Beginners” erschienen ist, finde ich es umso interessanter, beide Versionen zwischen vor und nach den Eingriffen seines Lektors zu vergleichen. Das wird auch das Thema meiner nächsten Hausarbeit für die Uni 🙂

  • schurrmurr 26. Juni 2013 Reply

    Hallo Bobo, ja ich glaube von Carver habe ich auch noch ein Buch. Viele liebe Grüße Mummel Sehr schön geschrieben Dein Artikel

  • carver kenne ich bisher noch nicht – danke fürs vorstellen, hört sich vielversprechend an:)

  • saetzeundschaetze1 26. Juni 2013 Reply

    Carver – einer der Besten!

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