Theater & Musik

Don Giovanni in der Komischen Oper Berlin

Don Giovanni in der Komischen Oper Berlin

Der größte Frauenverführer aller Zeiten treibt wieder sein Unwesen – und zwar in der Komischen Oper Berlin. In Herbert Fritschs Inszenierung wird Don Giovanni zum rebellischen Lebemann, bei dem allerdings auch nicht alles mehr so glatt läuft wie früher. Mit schelmischen Grinsen, geschminkt als Clown versucht er das ganze Stück über seine ehemalige Geliebte Donna Elvira zu besänftigen und gleichzeitig neue Verehrerinnen wie die naive Dorfschönheit Zerlina oder die elegante Dame Donna Anna für sich zu gewinnen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Widersacher gemacht. Don Ottavio, der Verlobte von Donna Anna, möchte den Mörder ihres Vaters finden und findet schließlich heraus, dass es sich hierbei um Don Giovanni handelt. Der ermordete Vater selbst tritt am Ende des Stücks als “steinerner Gast” in Erscheinung und hat natürlich mit dem Frauenverführer ebenso noch eine Rechnung offen…

Don Giovanni in der Komischen Oper: Lachen erwünscht!

Frauenverführer Don Giovanni in der Komischen Oper Berlin / Foto: © Monika Rittershaus

Frauenverführer Don Giovanni in der Komischen Oper Berlin / Foto: © Monika Rittershaus

Die Komische Oper Berlin macht ihrem Namen bei dieser erfrischend modernen Inszenierung des über 400 Jahren alten Bühnenstoffs alle Ehre: Es darf gelacht werden. Aber wie! Das Opernstück fällt vor allem durch reichlich Situationskomik und originelle Darstellungseinfälle sehr positiv auf. Diese Oper ist wirklich so ganz anders als man es sonst gewohnt ist. Statt getragen, konservativ und bitterernst kommt diese Inszenierung leichtfüßig, jung und frisch daher. Dieser Eindruck entsteht vor allem durch das großartige Bühnenbild mit zarten Vorhängen aus Spitze, die immer wieder auf unterschiedlichste Weise drapiert werden und dem Zuschauer reichlich Abwechslung bieten. Und dann die Kostüme: poppig, bonbonfarben und überhaupt perfekt aufeinander abgestimmt. Die reinste Farbexplosion für die Augen!

Back to the roots: Rückbesinnung auf Mozart

Fritsch greift in seiner Inzenierung auf Elemente zurück, die Mozart bereits in seiner Erstfassung bewusst eingearbeitet hatte. So beruft er sich auf die Traditionen der Opera buffa (Komische Oper) und der italienischen Commedia dell’arte, die sich in seinem Stück vor allem durch die offen zur Schau gestellte Heiterkeit, Derbheit und Volkstümlichkeit äußern. Während der langen Rezeptionsgeschichte wurde “Don Giovanni” meist als düstere Oper mit moralischer Botschaft verstanden. Mozarts und Da Pontes Oper “Don Giovanni” ist im Ursprung jedoch eben kein ernstes Melodram, keine pathosgeladene Oper, sondern ein heiteres Musiktheater mit dunkel-existentiellem Unterton. Fritschs junge farbenfrohe Inszenierung ist ein gelungener Versuch, der Oper “Don Giovanni” wieder ihre Leichtigkeit zurückzugeben. Eindrucksvoll beweist sie, dass die Oper keine angestaubte Kunstform ist, sondern durchaus auch lebendig und innovativ sein kann. Das dreistündige Stück “Don Giovanni” ist ein Hochgenuss für Augen und Ohren – erfrischend anders und gerade für Opernmuffel mehr als empfehlenswert.

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  • Let's go back to Iceland! Bei der ganzen Aufregung rund um das Coronavirus tut ein kleiner Rückblick auf vergangene schöne Reisen echt gut. Tolle Idee von  @isipeazy, unter dem Hashtag #quarantänereisen von Reiseerlebnissen zu berichten. Denn niemand weiß, wann es möglich sein wird, wieder uneingeschränkt auf Reisen zu gehen...das wird auch mir immer mehr schmerzlich bewusst.😯 Solange können wir Reiseliebhaber doch in der Quarantäne bei Laune halten 👍

Aber zurück zu Island: Hier war ich im deutschen Hitzesommer 2018 mit Jeep & Dachzelt unterwegs. Was für ein Abenteuer! 😁 (denn ausgerechnet in diesem Jahr erlebte Island den kältesten Sommer seit langem 🥶). Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen. Es ging einmal rum um die Insel, mit kleineren Abstechern zu den Westfjorden (nichts für Reisekranke 🙄 aber dennoch wahnsinnig schön) und in den wilden Osten Islands.
Für mich war das definitiv eine der aufregendsten und verrücktesten Reisen seit langem, bei der ich unvergessliche Erfahrungen gemacht habe und zugleich mich teilweise auch aus meiner Komfortzone bewegt habe (Stichwort Wetter 😅) Aber sind das nicht die besten Reisen? Ich würde es jederzeit wieder tun! 🚙🇮🇸 #reisen #gotravel #corona #quarantäne #travelgram #latergram #iceland #roadtrip #island #ontheroad #reisegeschichten #reisesehnsucht #fernweh
  • Malen im Museum ausdrücklich erlaubt - das ließ ich mir im japanischen Museum @mangghamuseum in Krakau nicht zweimal sagen.
Mehr über meinen Kulturtrip nach Polen, lest ihr im Blog 😎 #linkinbio
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  • Mein Posen-Reisebericht ist fertig! Die gemütliche Stadt im Westen Polens hat mir sehr gut gefallen. Ob trendige Cafés, Kunst & Kultur oder Naherholung - es lohnt sich, hierhin zu reisen. Mehr über meine Erlebnisse könnt ihr jetzt im Blog nachlesen. #linkinbio

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  • Ich war erst wenige Stunden in Kraków und dann habe ich gleich so ein Traum-Café gefunden: urige Ohrensessel, leckeren Kuchen und Kaffee... Und Bücherregale überall. ❤️ Das @massolitbooks ist eine echte Empfehlung für jeden Büchernerd. Das Stöbern (viele englischsprachige Literatur), Tagträumen und sogar (in meinem Fall) warten auf den Liebsten macht hier richtig Freude. Also, wenn ihr mal in Kraków seid, unbedingt vorbeischauen. Ein paar Häuser weiter ist dann noch die dazugehörige Bäckerei @massolitbakery 🍰🥐
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  • So schön bunt hier 🤓😊 Der Marktplatz ist definitiv einer der schönsten Orte in Breslau. Toll war auch die Stimmung zur großen offiziellen Silvesterfeier #wroclawrespect, die mit einem imposanten Feuerwerk über der Altstadt endete. 🎉
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  • Welcome to the Roaring Twenties! Ich wünsche Euch allen ein frohes Neues. Selbst habe ich die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um Kunst, Kultur und Stadtleben in Krakau, Breslau und Posen zu genießen. 🏰🎨🎭
Das Gemälde stammt aus dem Nationalmuseum von Poznan.
Meine Reise durch Polen hat mir wieder mal gezeigt, dass dieses wunderbare und vielfältige (Nachbar)Land einfach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt wie es verdient hätte. Werde hier und vielleicht auch im Blog bald mehr darüber berichten ✏️📸
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  • Schon wieder Zeit für 'nen Jahresrückblick? 🙄 Das Jahr 2019 ist wirklich im Nu vergangen und so gut wie vorbei. Mit all seinen Höhen und Tiefen.
Hier also meine Insta-Highlights - komprimiert in 9 Fotos: Mein Jahr war voller Bücher, schönen Reisen (u.a. nach Athen und Schottland), spannender Architektur und aufregenden Kunstausstellungen und -events. Weiter so! Bin gespannt, was 2020 bringt. 🎉
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  • Wo ich derzeit am meisten lese? In der Berliner U-Bahn. Gedanklich bin dann in Paris.. Denn mittlerweile bin ich mit dem zweiten Band der "Subutex-Trilogie" von Virginie Despentes fast durch.
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