Fotografie

Ausstellungstipp: World Press Photo 2017

Der jährliche WORLD PRESS PHOTO Award, vergeben von der World Press Photo Foundation, ist der weltweit größte und renommierteste Wettbewerb für Pressefotografie und schafft es auch in diesem Jahr wieder die Betrachter mit eindrucksvollen Werken zu berühren. Das Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg stellt die Siegerfotos noch bis diesen Sonntag aus.

© Burhan Ozbilici / World Press Photo 2017

© Burhan Ozbilici / World Press Photo 2017

Gewalt, Kriege und soziale Probleme: Viele der prämierten Fotos thematisieren Krisengebiete und nähern sich auf sehr persönliche Weise den Menschen, die unter Flucht, Vertreibung und Zerstörung am meisten zu leiden haben. Angefangen von nordafrikanischen Flüchtlingen, die auf kleinen Booten über das Mittelmeer treiben bis hin zu Momentaufnahmen von syrischen Familien, die versuchen ihr letztes Hab und Gut aus den Trümmern zu retten: Stets sind die Fotografen hautnah dabei und zeigen ohne zu beschönigen, den Alltag der porträtierten Menschen bzw. ihre Versuche, sich ein Mindestmaß an Würde zu bewahren. Große Symbolkraft hat auch der diesjährige 1. Platz des WORLD PRESS PHOTO Awards: Der türkische Fotograf Burhan Ozbilici hat auf dem Siegerfoto das Attentat auf den russischen Botschafter Andrej Karlow festgehalten und zeigt damit wie kaum ein anderes Bild in der Ausstellung wie sehr Hass und Gewalt die Welt regiert. Gänsehaut pur!

Nahezu idyllisch kommen im Vergleich da Fotos aus dem zweiten Teil der Ausstellung daher: liebliche Naturaufnahmen, Einblicke in das Leben eines sibirischen Dorfes oder die Vorbereitungen eines tschechischen Schachclubs auf ein großes Turnier. Ästhetisch ohne Zweifel sehr gelungen, aber dennoch lassen sich die vorher gesehenen Bilder voller Terror, Angst und Schrecken kaum noch verdrängen. Wer diese Ausstellung nicht mit einem beklemmenden Gefühl verlässt und sich schlagartig bewusst wird, was für ein sicheres und unbekümmertes Leben wir in Deutschland doch eigentlich führen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Aufrüttelnd, berührend und erschreckend nah dran am Geschehen: Die diesjährige Ausstellung zum WORLD PRESS PHOTO Award wirft einen unbeschönten Blick in die Abgründe der menschlichen Zivilisation. Nicht verpassen!

Tipp: Die Siegerfotos lassen sich auch online einsehen.

World Press Photo 2017
Willy-Brandt-Haus
Wilhelmstraße 140
10963 Berlin
12.00-18.00 Uhr
Eintritt frei (Personalausweis mitbringen!)

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