Kunst & Fotografie

Ausstellungstipp: Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne

Edward Hopper: Sonntag, 1926, The Phillips Collection, Washington D. C.

Wohin man am besten geht, wenn es draußen fast 30 Grad warm ist? Na klar, ins Museum! Gemälde vertragen bekanntlich keine hohen Temperaturen und werden in den Ausstellungsräumen wohltemperiert. Ein Umstand, der auch Museumsbesuchern zugute kommt. Das Museum Barberini hat nach seiner öffentlichkeitswirksamen Eröffnung vor ein paar Monaten gleich nachgelegt: Seit fast zwei Wochen werden in dem neuaufgebauten Museum bekanntere (und unbekanntere) Werke der amerikanischen Moderne gezeigt. “Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne”, so dann auch der sehr prägnante Titel der Ausstellung. Gezeigt werden gegenständliche und abstrakte Gemälde der Phillips Collection, die seit 1921 moderne Kunst aktiv fördert und sogar in Washington D.C. das weltweit erste Museum für Moderne Kunst eröffnete. Wusste ich bislang auch noch nicht.

Walt Kuhn: Federn, 1931

Walt Kuhn: Federn, 1931

Überhaupt schafft es die Ausstellung den Fokus auf bislang recht wenig bekannte Künstler und Werke zu richten. Hopper und Rothko sind natürlich fast jedem Kunstliebhaber ein Begriff, aber mal ehrlich, habt Ihr jemals Gemälde von George Inness, Marsden Hartley, Georgia O’Keeffe oder Richard Diebenkorn gesehen? Ich nehme mich da nicht aus: An diesem Vormittag habe ich wahnsinnig viel Kunst entdeckt, die mir so in anderen Kunstmuseen bisher noch nie begegnet ist. Von eindrucksvollen Landschaftsbildern aus dem Ende des 19. Jahrhunderts über einfühlsame Porträts aus den 1930er Jahren bis hin zur abstrakten Farbfeldmalerei der 1950er- und 1960er-Jahre: Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der amerikanischen Malerei vom Impressionismus bis zum Abstrakten Expressionismus nach und zeigt dabei ebenso inwieweit sich der Maler George Inness von der zeitgenössischen französischen Kunst beeinflussen ließ oder wie sich Künstler wie Edward Hopper und Ralston Crawford Problematiken wie der Isolation des modernen Menschen annahmen.

Ausstellungsansicht "Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne", Museum Barberini, Photo: Helge Mundt, © Museum Barberini

Ausstellungsansicht “Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne”, Museum Barberini, Photo: Helge Mundt, © Museum Barberini

Insgesamt eine gelungene Schau. Einziges Manko: Von den titelgebenden Künstlern Hopper und Rothko gibt es in der Ausstellung leider insgesamt nur drei Werke zu sehen. Sehr schade. Gerade von Hopper hätte ich mir noch eindeutig mehr Gemälde gewünscht. Die beiden gezeigten Werke zählen meiner Meinung nach nicht zu den stärksten des großen “Melancholikers der modernen Kunst”. Ich muss auch zugeben, dass mich gerade sein Name angefixt hat, überhaupt in die Ausstellung zu gehen. Tja, aber was soll’s: Im Gegenzug habe ich bei meinem Besuch unzählige andere (mir unbekannte) Künstler kennengelernt und einen sehr inspirierenden Streifzug durch rund sieben Jahrzehnte amerikanische Kunst unternommen.

Museum Barberini
Humboldtstr. 5–6
14467 Potsdam

Öffnungszeiten:

Montags und mittwochs bis sonntags: 10-19 Uhr
1. Donnerstag im Monat: 10–21 Uhr
Dienstag: geschlossen

Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Oktober.

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    2 KOMMENTARE

  • Ursula Heimann 28. Juni 2017 Reply

    Gute Idee, bei Hitze ins Museum zu gehen. Das Barberini will ich sowieso kennenlernen, denn die erste Ausstellung habe ich verpasst. Stimmt, Künstler wie Inness, Hartley oder Diebenkorn kenne ich auch nicht. Die Blumenbilder von Georgia O’Keeffe habe ich allerdings schon oft gesehen.

    • Deborah 28. Juni 2017 Reply

      Ja, dann unbedingt hin ins Barberini. Die jetzige Ausstellung läuft zwar noch bis Oktober, aber die Zeit rennt ja immer bei sowas 😉

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  • Hach, St. Petersburg.. Ich vermisse es jetzt schon. 9 Tage waren nicht zu lang, auch wenn mich viele in meinem Umfeld ungläubig fragten, ob ich noch woanders hinfahre. Nein, ich hätte es selbst nicht gedacht, 9 Tage waren fast zu kurz, um diese vielfältige Stadt voller Kultur zu entdecken. So viele Stadtquartiere, Inseln zum Flanieren, coole moderne Cafés, freundliche Menschen. Hier hätte ich sogar gut und gerne noch mehr Zeit verbringen können. Ich komme wieder, vielleicht dann auch mal nach Moskau.
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