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Happy End (2017)

Happy End von Michael Haneke

Happy End – worum geht’s?

Calais in Frankreich: Die erfolgreiche und sehr wohlhabende Bauunternehmer-Familie Laurent rückt in ihrer prächtigen Mehrgenerationen-Villa etwas näher zusammen, als innerhalb kürzester Zeit mehrere schicksalshafte Ereignisse eintreffen. Doch die Annäherung zwischen den Familienmitgliedern findet nur an der Oberfläche statt, denn hinter der Fassade hat jeder sein kleines unausgesprochenes Geheimnis. Ob eine geheime außereheliche Affäre, Selbstmordfantasien oder der Unwille, das Familienunternehmen als neuer Chef weiterzuführen – mehr und mehr offenbart sich, dass hier einiges im Argen liegt…

Happy End – so war’s:

Michael Haneke widmet sich in seinem neuen Film Happy End dem Alltag einer französischen Familie, der eigentlich offenkundig (zumindest in materieller Hinsicht) nichts fehlt, in der aber doch alles schief läuft. Die geschilderten Familienmitglieder sind emotional labil, suhlen sich in Selbstmitleid und schaffen es nicht, ihre Konflikte zu lösen. “Es wird schon wieder” oder “Alles wird gut” heißt es ebenso häufig wie zu Alkohol oder Tabletten gegriffen wird.  Auch wenn die Familie in ihrem mondänen Anwesen zusammenlebt, könnte die Distanz zwischen jedem einzelnen nicht größer sein. Patriarchin Anne (Isabelle Huppert) setzt ihren Sohn Pierre (Franz Rogowski) massiv unter Druck als dieser die Firma übernehmen soll. Dieser hingegen fühlt sich seiner neuen Aufgabe als Managing Director nicht gewachsen und versucht seine wachsenden Selbstzweifel mithilfe von Drogen zu überwinden.

Besonders schmerzvoll trifft es auch die 12-jährige Eve (Fantine Harduin), die nach dem Suizid ihrer leiblichen Mutter erst wieder in den Kreis der Familie zurückkehrt und sich hier völlig fremd fühlt. Zu ihrem Vater Thomas (Mathieu Kassovitz) kann sie keine emotionale Beziehung herstellen, dieser ist auch viel zu sehr mit seinen eigenen Angelegenheiten (einer SM-Affäre zu einer Musikerin) beschäftigt, um zu bemerken, wie sehr ihn seine Tochter gerade jetzt braucht.

Probleme werden unter den Teppich gekehrt ohne überhaupt jemals versucht zu haben, sie mit einem klärenden Gespräch aus der Welt zu schaffen. Michael Haneke beweist wie in seinen vielen anderen Filmen sein gutes Gespür für diese feinen Zwischentöne, die in der Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern stets mitschwingen. Diesen Mangel an Empathie setzt er zudem an mehreren Stellen sehr eindrucksvoll mithilfe der Bildsprache in Szene. Bereits die ersten Minuten des Filmes zeigen, wie Eve zwar den psychisch belastenden Alltag mit ihrer depressiven Mutter aus der Ferne mit ihrer Handykamera einfängt, jedoch ohne jemals mit ihr in Kontakt zu treten. Mehr als einmal finden sich im Film zudem extreme Totalen, die die Geschehnisse aus großer Distanz zeigen und damit bewusst verhindern, dass der Zuschauer den genauen Wortlaut einer Unterhaltung bzw. eines Konflikts mitbekommt. Haneke hält uns ebenso auf Distanz wie die Figuren untereinander und lässt uns das Gefühl, nicht dazu zu gehören und emotional isoliert zu sein am eigenen Leib spüren. Durch derartige Kunstgriffe aber ebenso durch die präzise Schilderung dieser verkorksten Familie lässt einen Happy End mit einer großen Benommenheit im Kinosessel zurück. Aufwühlend, zynisch, düster – wie ein typischer Haneke eben. Auf das “happy end” können wir hier noch lange warten…

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    2 KOMMENTARE

  • Carmen 20. Oktober 2017 Reply

    Sehr tolle Rezension über diesen Film.
    Ich habe ihn sehr genossen. Es muss nicht immer ein Happy End sein! Gerade die Geschichte um Eve fand ich interessant.

    • Deborah 20. Oktober 2017 Reply

      Vielen Dank 🙂 Da hast du Recht..Hanekes Filme sind zwar keine leichte Kost, aber gut durchdacht und regen zum Nachdenken an.

      LG
      Deborah

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  • Die kleinen Dinge und eigenen Interessen schätzen zu lernen...
Hätte ich auch nicht gedacht, dass das 2020 ganz oben auf der Agenda stehen würde. So bin ich gerade froh, dass ich zum Glück einige eher introvertierte Hobbies pflege. Auf Konzerte, Kunstgalerien, Museen, Theater, Oper, Ballett, Lesungen, Reisen etc. freue ich mich dennoch riesig - wenn wir das hoffentlich alles mal hinter uns gelassen haben... 🙌
Wie holt ihr euch in diesen Zeiten Kunst & Kultur in Eure eigenen vier Wände?
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  • Let's go back to Iceland! Bei der ganzen Aufregung rund um das Coronavirus tut ein kleiner Rückblick auf vergangene schöne Reisen echt gut. Tolle Idee von  @isipeazy, unter dem Hashtag #quarantänereisen von Reiseerlebnissen zu berichten. Denn niemand weiß, wann es möglich sein wird, wieder uneingeschränkt auf Reisen zu gehen...das wird auch mir immer mehr schmerzlich bewusst.😯 Solange können wir Reiseliebhaber doch in der Quarantäne bei Laune halten 👍

Aber zurück zu Island: Hier war ich im deutschen Hitzesommer 2018 mit Jeep & Dachzelt unterwegs. Was für ein Abenteuer! 😁 (denn ausgerechnet in diesem Jahr erlebte Island den kältesten Sommer seit langem 🥶). Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen. Es ging einmal rum um die Insel, mit kleineren Abstechern zu den Westfjorden (nichts für Reisekranke 🙄 aber dennoch wahnsinnig schön) und in den wilden Osten Islands.
Für mich war das definitiv eine der aufregendsten und verrücktesten Reisen seit langem, bei der ich unvergessliche Erfahrungen gemacht habe und zugleich mich teilweise auch aus meiner Komfortzone bewegt habe (Stichwort Wetter 😅) Aber sind das nicht die besten Reisen? Ich würde es jederzeit wieder tun! 🚙🇮🇸 #reisen #gotravel #corona #quarantäne #travelgram #latergram #iceland #roadtrip #island #ontheroad #reisegeschichten #reisesehnsucht #fernweh
  • Malen im Museum ausdrücklich erlaubt - das ließ ich mir im japanischen Museum @mangghamuseum in Krakau nicht zweimal sagen.
Mehr über meinen Kulturtrip nach Polen, lest ihr im Blog 😎 #linkinbio
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  • Mein Posen-Reisebericht ist fertig! Die gemütliche Stadt im Westen Polens hat mir sehr gut gefallen. Ob trendige Cafés, Kunst & Kultur oder Naherholung - es lohnt sich, hierhin zu reisen. Mehr über meine Erlebnisse könnt ihr jetzt im Blog nachlesen. #linkinbio

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  • Ich war erst wenige Stunden in Kraków und dann habe ich gleich so ein Traum-Café gefunden: urige Ohrensessel, leckeren Kuchen und Kaffee... Und Bücherregale überall. ❤️ Das @massolitbooks ist eine echte Empfehlung für jeden Büchernerd. Das Stöbern (viele englischsprachige Literatur), Tagträumen und sogar (in meinem Fall) warten auf den Liebsten macht hier richtig Freude. Also, wenn ihr mal in Kraków seid, unbedingt vorbeischauen. Ein paar Häuser weiter ist dann noch die dazugehörige Bäckerei @massolitbakery 🍰🥐
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  • So schön bunt hier 🤓😊 Der Marktplatz ist definitiv einer der schönsten Orte in Breslau. Toll war auch die Stimmung zur großen offiziellen Silvesterfeier #wroclawrespect, die mit einem imposanten Feuerwerk über der Altstadt endete. 🎉
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  • Welcome to the Roaring Twenties! Ich wünsche Euch allen ein frohes Neues. Selbst habe ich die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um Kunst, Kultur und Stadtleben in Krakau, Breslau und Posen zu genießen. 🏰🎨🎭
Das Gemälde stammt aus dem Nationalmuseum von Poznan.
Meine Reise durch Polen hat mir wieder mal gezeigt, dass dieses wunderbare und vielfältige (Nachbar)Land einfach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt wie es verdient hätte. Werde hier und vielleicht auch im Blog bald mehr darüber berichten ✏️📸
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  • Schon wieder Zeit für 'nen Jahresrückblick? 🙄 Das Jahr 2019 ist wirklich im Nu vergangen und so gut wie vorbei. Mit all seinen Höhen und Tiefen.
Hier also meine Insta-Highlights - komprimiert in 9 Fotos: Mein Jahr war voller Bücher, schönen Reisen (u.a. nach Athen und Schottland), spannender Architektur und aufregenden Kunstausstellungen und -events. Weiter so! Bin gespannt, was 2020 bringt. 🎉
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