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Ausstellungstipp: Hinter der Maske. Künstler in der DDR

Hinter der Maske. Künstler in der DDR - Museum Barberini in Potsdam

Ich weiß, dass ich nichts weiß. Selten hatte ich das Gefühl in eine mir derart fremde Welt einzutauchen wie beim Besuch der neuen Ausstellung “Hinter der Maske. Künstler in der DDR” im Potsdamer Museum Barberini. Nun muss ich zwar zugeben, dass ich mich bisher doch eher selten mit Werken von DDR-Künstlern auseinandergesetzt habe. Dies liegt sicher auch zum großen Teil daran, dass ich selbst in West-Berlin aufgewachsen bin und als die Mauer fiel erst wenige Monate alt war. Wann also sollte ich mit diesen Künstlern und ihren Gemälden in Berührung gekommen sein? Dennoch wunderte es mich doch, dass ich mir so wirklich kein Name etwas sagte. Ein sonderbares Gefühl. Als hätte ich einen geheimen Dachboden voller wunderbarer unbekannter Schätze betreten.

Wie definierten sich Maler/innen und Fotografen/innen wie Gerda Lepke, Erika Stürmer-Alex, A. R. Penck oder die Künstlergruppe Clara Mosch ihre Rolle als Künstler – gerade zu Zeiten, in denen ihre Freiheit in der DDR immer stärker eingeschränkt wurde bzw. ihnen das Regime einen anderen Kunststil abverlangte? Was macht das mit einem Künstler, der sich Jahre nicht mehr so ausdrücken kann, wie er es gerne möchte? Diese und ähnliche Fragen werden in der Ausstellung immer wieder angeschnitten. Jeder Ausstellungsraum ist unter einem bestimmten Oberbegriff wie “Künstlerindividuum”, “Künstler im Atelier”, “Hinter der Maske”, “Künstler in Gesellschaft” oder “Religion” konzipiert, sodass man als Besucher leicht Vergleiche ziehen kann, wie die Künstler ein bestimmtes Sujet in ihrem Werk verarbeitet haben.

Oft wurde die Botschaft eines Gemäldes bewusst verschlüsselt, sodass sich diese meist erst beim zweiten Blick erschließt. Auf diese Weise entgingen viele Künstler den staatlichen Restriktionen und stellten sicher, dass ihre Werke weiterhin ausgestellt werden durften. Ein gutes Beispiel ist etwa Hans-Hendrik Grimmlings Triptychon “Die Umerziehung der Vögel”, das auf allegorische Weise auf die Einschränkung der persönlichen und künstlerischen Freiheit in der DDR hindeutet. Der Vogel, der von den dargestellten Figuren festgehalten wird, symbolisiert die Freiheitsberaubung, die sich in alle Lebensbereiche erstreckte. Darüber hinaus widmen sich die im Barberini ausgestellten Künstler auch von der DDR oft positiv besetzten Begriffen wie der Gemeinschaft – und zeigen auf, dass es sich bei diesem propagierten Konzept oft nur um eine Fassade handelte. Die dargestellten Protagonisten auf den Gemälden wirken oft einsam, desillusioniert und scheinen – anders als in der politischen Propaganda dargestellt – alles andere als in die Gesellschaft integriert zu sein.

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Im obersten Stockwerk bekommt der Besucher schließlich die Chance, sich direkt in den mittlerweile abgerissenen Palast der Republik zu begeben. Hier werden unter anderem auch die berühmten Wandgemälde ausgestellt, die sich einst an den Wänden des Kulturpalasts der DDR befanden. Eine spannende Zeitreise der besonderen Art.

Museum Barberini: Ein Blick in den Palast der Republik

Museum Barberini: Ein Blick in den Palast der Republik

Hinter der Maske. Künstler in der DDR
Museum Barberini
Humboldtstr. 5–6
14467 Potsdam

Öffnungszeiten:
Montag / Mittwoch bis Sonntag: 11–19 Uhr
Dienstag: geschlossen
1. Donnerstag im Monat: 11-21 Uhr

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    2 KOMMENTARE

  • Eva 17. November 2017 Reply

    Damals, während der Impressionismus-Ausstellung gab es ja auch einen Flügel mit DDR-Kunst, der mich sehr beeindruckt hatte. Auch mir waren die Namen der Künstler/Innen nicht (oder kaum) geläufig, wiewohl ich ja noch zu Zeiten der Mauer (und um den Mauerfall) in Berlin gelebt habe. Aber zwischen West und Ost gab es damals wenig Austausch, jedenfalls, was mich und mein Umfeld anging. Das mag noch anders gewesen sein in meiner Eltern-Generation, denn von denen gab es ja Verwandte in der DDR, die ich dann gar nicht mehr kennen gelernt habe… Es ist schon verrückt, ich habe die DDR wirklich wie ein anderes Land wahrgenommen…

    • Deborah 17. November 2017 Reply

      Danke für deine Einblicke. Find es auch eigenartig, dass man eigentlich so wenig über einen bestimmten Teil des eigenen Heimatlandes weiß. Aber Ausstellungen wie die im Museum Barberini sind definitiv eine Bereicherung und eine schöne Einladung, über den eigenen Tellerrand zu blicken.

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  • Hach, St. Petersburg.. Ich vermisse es jetzt schon. 9 Tage waren nicht zu lang, auch wenn mich viele in meinem Umfeld ungläubig fragten, ob ich noch woanders hinfahre. Nein, ich hätte es selbst nicht gedacht, 9 Tage waren fast zu kurz, um diese vielfältige Stadt voller Kultur zu entdecken. So viele Stadtquartiere, Inseln zum Flanieren, coole moderne Cafés, freundliche Menschen. Hier hätte ich sogar gut und gerne noch mehr Zeit verbringen können. Ich komme wieder, vielleicht dann auch mal nach Moskau.
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