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Pure Energie: Ballettabend Celis | Eyal in der Komischen Oper Berlin

Pure Energie: Ballettabend Celis | Eyal in der Komischen Oper Berlin

Zwei grundverschiedene Ballettstücke verspricht die kompetente Tanzwissenschaftlerin, die vor Beginn der Veranstaltung eine Einführung für Besucher gibt – und genau das bekommt man beim Doppel-Ballettabend Celis | Eyal des Staatsballetts Berlin geboten.

Ballettperformance voller Gefühl: “Your Passion is Pure Joy to Me” von Stijn Celis

Den Anfang macht das Stück “Your Passion is Pure Joy to Me” des belgischen, international führenden Choreographen Stijn Celis. Eine junge Frau in weißem Top und luftigen Rock betritt die Bühne, selbstbewusst und gleichzeitig ein wenig verloren wirkt sie. Doch ihr Tanz ist voller Leidenschaft und Lebenskraft und zieht einen als Zuschauer sofort in seinen Bann.

Zu Songs von Nick Cave wie etwa “Love Letter”, “Fifteen Feet of Pure White Snow” oder “God is in the House” finden die insgesamt nun 7 Tänzer/innen auf der Bühne unterschiedliche Ausdrucksformen für Gefühle wie Einsamkeit, Verlorenheit, aber auch Hoffnung und Lebensfreude. Wie sie sich gegenseitig immer wieder begegnen, sich aufeinander zubewegen, aber letztendlich auch wieder verlieren – davon erzählt “Your Passion is Pure Joy to Me”.

Zwar wird hier im engsten Sinne keine Handlung erzählt. Doch lädt das Stück unweigerlich dazu ein, eigene Interpretationen für die gezeigten Szenen zu finden. Haben sich diese beiden Tänzer nicht soeben einander angenähert? Besteht zwischen ihnen nicht plötzlich eine ganz eigene Chemie, die zuvor nicht bestand? Leichtfüßig und gleichzeitig durch die philosophischen Songtexte von Nick Cave auch tiefgründig. Was für eine wunderbare Mischung für den Beginn dieses Ballettabends!

Minimal-Beats & Tanz-Ekstase: “Half Life” von Sharon Eyal

Einen starken Kontrast zum Auftakt bildet das zweite Stück “Half Life” der israelischen Choreographin Sharon Eyal. Minimalistische Technobeats erfüllen den Saal, während die Tänzer/innen – allsamt eingekleidet in enge hautfarbene Kostüme, die sie beinahe nackt erscheinen lassen – sich zur Musik zunächst mechanisch, dann nahezu wie in Trance bewegen. Das Stück lässt dem Zuschauer bewusst Zeit, sich selber in die Szenerie einzufinden und die Wirkung der Bässe am eigenen Leib zu spüren.

Ob man will oder nicht – ‘”Half Life” wird immer hypnotischer und entfaltet eine starke Sogwirkung. Spätestens als die Tänzer die gleichen Bewegungsmuster ausführen, kommt man aus dem Staunen kaum noch heraus. Jede noch so kleine Regung des Körpers stimmt und fügt sich in das Gesamtbild ein. Die Kompanie wirkt auf einmal wie eine große Einheit, ein Körper. Man spürt förmlich wie die Tänzer an ihre Grenzen gehen und wie sehr sie sich ihres eigenen Körpers bewusst sind.

Es verwundert nicht, dass die Choreographin – wie in der Einführung erwähnt wurde – bei den Proben zu einer ganz besonderen Maßnahme griff: Sie verhängte die großen Spiegel im Proberaum, damit die Tänzer einfacher aus sich herausgehen und ihren Körper noch bewusster spüren konnten. Das harte Training und die Selbstreflexion haben sich definitiv gelohnt, wie auch der große Beifall des Berliner Publikums an diesem Abend offenbart. Hut ab für die ekstatische Performance voller Energie, Ästhetik und Mut zur Innovation.

Hier ein paar visuelle Eindrücke von Celis | Eyal:

Neugierig auf den Ballettabend Celis | Eyal geworden? Die nächsten Termine in der Komischen Oper Berlin: 5.10., 10.10., 10.12. und 18.12.2018.
Ich danke dem Staatsballett Berlin herzlich für die Einladung.

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