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Kulturtrip nach Warschau – Meine persönlichen Eindrücke und Tipps

Kulturtrip nach Warschau – Meine persönlichen Eindrücke und Tipps

“Warum denn nach Warschau?” Immer wieder wurde ich dies vor meinem Trip in die Hauptstadt Polens ungläubig gefragt und diese Frage zeigt meiner Meinung eines sehr gut: dass nur die wenigsten Warschau für künftige Citytrips auf dem Schirm haben. Viel eher stehen da schon eher – sollte es denn Polen sein – Städte wie Krakau, Breslau oder Danzig auf der Liste. Wirklich schade, dass Warschau so unterschätzt wird, hat die Stadt doch einfach wahnsinnig viel zu bieten. Ob Kultur, Geschichte, Architektur oder gutes (internationales) Essen – ich habe lange schon nicht mehr eine Stadt besucht, in der man an jeder Ecke so überraschende und spannende Entdeckungen machen kann wie in Warschau. Einige meiner persönlichen Highlights von meinem Kulturtrip nach Warschau möchte ich Euch daher hier kurz vorstellen.

Die neue Altstadt von Warschau

Ihre große Bekanntheit erlangte die Warschauer Altstadt leider durch ihre traurige Geschichte: Denn im Zweiten Weltkrieg wurde sie komplett zerstört. Ein Phönix, der aus der Asche wieder neu entsteht – dieses Bild lässt sich zweifelsohne gut auf die Altstadt Warschaus übertragen. Trotz der hohen Kosten wurde eine Neubebauung gar nicht erst in Betracht gezogen, stattdessen machten sich die Warschauer nach dem Krieg direkt an die Arbeit, um ihre Altstadt wieder aufzubauen und zwar mithilfe von existierenden Zeichnungen, Fotos, Vermessungsplänen und historischen Stadtansichten des Künstlers Canaletto, der die Altstadt in unzähligen Bildern festgehalten hatte.

Bereits 1953 konnte sie feierlich wieder eröffnet werden. Der Aufbau des Königsschlosses zog sich noch bis in die 1980er Jahre hin. Zusätzlich belohnte die UNESCO das Riesenbauprojekt, indem es die Warschauer Altstadt in das Weltkulturerbe mitaufnahm. Gratulation! Heute wirkt die Altstadt zwar teilweise wie eine Theaterkulisse, dennoch ist es den Polen definitiv gelungen, ihren historischen Stadtkern zu einem beliebten Treffpunkt sowie einem Ort voller Atmosphäre zu machen.

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Mein Kulturtrip nach Warschau: Erkundung des “Szeneviertels” Praga

Das neue “Szeneviertel” – so oder so ähnlich hat mein Reiseführer das östlich gelegene Viertel Praga angepriesen. Kommt man allerdings hin, ist man sich auf den ersten Blick erstmal nicht sicher, wie dieser Begriff gemeint sein soll. Zwischen etablierten Szene-Kiezen in Berlin wie z.B. Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Neukölln und dem Warschauer Stadtteil Praga liegen Welten. Backsteinbauten, alte Fabrikgebäude und Plattenbauten dominieren das Straßenbild. Verstecken sich in den Hinterhöfen die hippen Bars und Cafés? Diese scheinen sich wirklich gut zu verbergen. Einmal betreten wir tatsächlich eine unscheinbare Cafébar und finden uns wenige Momente später in einem modernen Designer-Restaurant und Kunsthotel wieder.

Bisher begrenzt sich das hippe Praga allerdings eher noch auf wenige Straßen, in denen zum Teil schicke Coffeeshops, Street Art und teure Neubauten darauf verweisen, dass hier die Gentrifizierung laut hörbar anklopft. Noch! So auch die Aussage des Reiseführers. Denn beim genaueren Hinsehen und Schlendern durch die Straßen voller unsanierter Altbauten fallen einige erste Indizien auf, die darauf verweisen, dass sich hier durchaus in näherer Zukunft Hipster und Warschauer mit etwas höheren Gehältern tummeln könnten. Aber die Anzeichen sind noch SEHR zaghaft. Umso schöner, denn auf diese Weise kann man in Praga wirklich noch ein Stück authentisches Warschau erleben. Hier ein paar fotografische Eindrücke von meinem Bummel durch Praga:

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Kulturtrip nach Warschau: Die besten Museen der Stadt

Kein Kulturtrip ohne Museumsbesuche: Am meisten beeindruckt hat mich ohne Frage das Museum der Geschichte der polnischen Juden, das zum einen durch eine sehr gut aufbereitete Dauerausstellung überzeugt, zum anderen aber natürlich auch durch seine imposante Architektur. Das Gebäude stammt von den finnischen Architekten Ilmari Lahdelma und Rainer Mahlamäki, die sich beim Wettbewerb u.a. gegen Daniel Libeskind durchsetzten, der das Jüdische Museum in Berlin gestaltet hat.

Die umfangreiche Dauerausstellung bringt einem auf anschauliche, interaktive und sehr fundierte Weise die Geschichte der Juden vom Mittelalter bis in die Gegenwart näher. Mir hat besonders die Konzeption der Ausstellung und die Verwendung unterschiedlichster Präsentationsformen gefallen. So gibt es zum einen natürlich viele Texttafeln, aber immer wieder auch Touchscreen-Bildschirme, die Sachverhalte veranschaulichen. So sorgen z.B. Videos, musikalische Einspieler, Vitrinen mit Gegenständen, Ausstellungsstücke zum Anfassen usw. für Abwechslung und helfen dabei, das Dargestellte besser nachvollziehen zu können. Geschichte ist trocken – von wegen! Hier kann man gut und gerne bestimmt an die 4 Stunden verbringen und sich von der bewegenden Geschichte der polnischen Juden berühren lassen. Unbedingt besuchen!

Museum der Geschichte der polnischen Juden

Museum der Geschichte der polnischen Juden

Kunstfans sollten dann natürlich auch das Nationalmuseum Warschau nicht verpassen. Hier gibt es Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart zu sehen. Vor allem die Räume mit polnischer Kunst aus dem 18. bis 20. Jahrhundert fand ich persönlich sehr interessant, da man diese Werke in der Regel ja eher selten zu Gesicht bekommt. Auch in diesem Museum kann man ebenso bei Interesse fast einen halben Tag verbringen und viel Neues über die Kunstgeschichte Polens erfahren.

Nationalmuseum Warschau

Nationalmuseum Warschau

Die Jüdin mit den Orangen, Gemälde von Aleksander Gierymski

Die Jüdin mit den Orangen, Gemälde von Aleksander Gierymski

Wenn Ihr übrigens schon da seid, lauft doch ruhig noch ein paar Schritte weiter zur berühmten Palme am Ronda de Gaulle’a. Diese skurrile Kunstinstallation, die von der Künstlerin Joanna Rajkowska konzipiert und gestaltet wurde, gilt heute als wichtiges Wahrzeichen Warschaus.

Rajkowskas urspüngliches Konzept war eigentlich, eine gesamte Straße mit Palmen zu schmücken, um so die Landschaft Jerusalems nach Warschau zu übertragen und den Warschauer Juden zu gedenken. Doch schlussendlich reichte das Geld leider nur für eine einzige Palme. Diese wird von der Stadt nun allerdings gehegt und gepflegt, wurde unterdessen sogar saniert und ist heute ein beliebtes Fotomotiv für jeden Warschauer und Touristen. Also, hin da!

Künstliche Palme in Warschau, Künstlerin: Joanna Rajkowska

Künstliche Palme in Warschau, Künstlerin: Joanna Rajkowska

Beeindruckende Architektur – Must-Sees auf einem Kulturtrip nach Warschau

Auch Architektur-Fans kommen in Warschau definitiv auf ihre Kosten. Ob überwältigende Wolkenkratzer, der Kulturpalast im Baustil des Sozialistischen Klassizismus oder authentische Altbauten abseits des Zentrums – hier gibt es viel zu entdecken. Selbst neuere Bauwerke wie Shoppingmalls, die bei den Warschauern übrigens in der Freizeit sehr beliebt zu sein scheinen, wirken optisch gut durchdacht. Hier eine kleine Auswahl meiner Lieblingsgebäude in Warschau:

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Damit kommt mein kleiner Reisebericht vorerst zum Ende..dabei hab ich noch so viel Bildmaterial, seufz. Habt Ihr schon mal einen Kulturtrip nach Warschau unternommen? Welche Orte haben Euch besonders gefallen und/oder inspiriert? Ich freue mich über Eure Kommentare.

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  • Von wegen: ein kleines bisschen Landleben gibt es auch in Marzahn ( dass ja ansonsten eher für Plattenbauten bekannt ist). Hier kann man sogar noch den alten Dorfkern von Alt-Marzahn besichtigen. Schöne Entdeckung, auch für mich als Berlinerin - und Traumwetter dazu :)
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