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Ausstellungstipp: Umbo in der Berlinischen Galerie

Umbo - Ausstellung in der Berlinischen Galerie (Foto: Umbo, Unheimliche Straße, 1928, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

Umbo (Otto Umbehr, 1902 – 1980) ist einer der Wegbereiter der modernen Fotografie und wird nun in einer Ausstellung der Berlinischen Galerie wiederentdeckt. Er zählt (neben László Moholy-Nagy, der ebenfalls am Bauhaus war) zu den Fotografen der Moderne, die mit ihrer Ästhetik des Neuen Sehens, ihre Zeit maßgeblich geprägt haben und bis heute das Schaffen von FotografInnen beeinflussen.

Umbo: Fotograf des Neuen Sehens

Umbo, Ohne Titel (Ruth. Die Hand), um 1926, 2016 erworben mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Repro: Anja E. Witte

Umbo, Ohne Titel (Ruth. Die Hand), um 1926, 2016 erworben mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Repro: Anja E. Witte

Umbo gilt als Erfinder des Bildes der Neuen Frau, der Dokumentation des hektischen Großstadtlebens sowie der fotografischen Reportage. Sein Name steht für den jugendbewegten Aufbruch der Wandervögel aus der Wilhelminischen Ära ins frühe Bauhaus. Er porträtierte die in den 1920er-Jahren pulsierende Kunst- und Kulturmetropole Berlin, die eine dynamische Film-, Musik-, Theater und Kleinkunstszene beheimatete. Als Flaneur erkundete er das bunte Straßenleben, hielt spontane Eindrücke aus Geschäften, Cafés und Kneipen oder dem legendären Strandbad Wannsee mit seiner Kamera fest. Umbo hatte jedoch auch ein Auge für die Kehrseiten der oft glorifizierten “Goldenen Zwanziger Jahre”, indem er beispielsweise Blicke in die Hinterhöfe oder Wohnküchen überquellender Mietskasernen warf.

Pionier mit tragischer Künstlerbiographie

In der Berlinischen Galerie werden nun Fotografien aus allen Schaffensperioden gezeigt. Wenn auch leider ein Großteil seiner Werke aus den 1920er und 1930er Jahren dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen. Umbos Atelier und Archiv wurde durch Bomben völlig zerstört. Gleichzeitig konzentriert sich die Ausstellung auch auf die zum Teil sehr tragische Biographie des Künstlers. So gelang Umbo die Rückkehr in die Kunstbranche nur mit großen Mühen. Seine frühen Werke aus der Zeit der Neuen Sachlichkeit wurden erst in den 1970er Jahren (kurz vor seinem Tod) wiederentdeckt und im Kunstmuseum Hannover einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Jetzt sind seine Werke endlich in seine Wahlheimat Berlin zurückgekehrt.

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin
Mittwoch–Montag 10:00–18:00 Uhr
Dienstag geschlossen

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Juli 2020

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