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Literatur in 300 Wörtern (61): Marina Keegan – The Opposite of Loneliness

Marina Keegan: The Opposite of Loneliness

Inhalt von “The Opposite of Loneliness” in 3 Sätzen:

Wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss starb Marina Keegan bei einem Autounfall. Die ehemalige Literaturstudentin hinterließ eine Vielzahl an Essays und Kurzgeschichten, die 2014 posthum in Buchform unter dem Titel “The Opposite of Loneliness” (Das Gegenteil von Einsamkeit)  erschienen sind. Keegan widmet sich in ihren Short Stories und Sachtexten Gedanken, Sorgen und Problemen der sogenannten “Millenials”, erzählt einfühlsam von Liebe, Einsamkeit und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt – und trifft damit den Nerv ihrer Generation.

Lieblingszitat:

“I blame the Internet. Its inconsiderate inclusion of everything. Success is transparent and accessible, hanging down where it can tease but not touch us. We talk into these scratchy microphones and take extra photographs but I still feel like there are just SO MANY PEOPLE. Every day, 1,035.6 books are published; sixty-six million people update their status each morning. At night, aimlessly scrolling, I remind myself of elementary school murals. One person can make a difference! But the people asking me what I want to be when I grow up don’t want me to make a poster anymore. They want me to fill out forms and hand them rectangular cards that say HELLO THIS IS WHAT I DO.”  (aus dem Essay “Song for the Special)

Während sich Keegan in ihren Essays vorrangig mit dem Leistungsdruck und der Orientierungslosigkeit der Generation Y auseinandersetzt, widmet sie sich in ihren Kurzgeschichten vor allem zwischenmenschlichen Beziehungen. Insofern ist der Titel des Buches (wenn auch benannt nach dem gleichnamigen Essay) sehr passend gewählt: Die Figuren in Marina Keegans Stories sehnen sich vor allem nach Geborgenheit und Liebe, sei es mit Anfang Zwanzig in einer der ersten “ernsten” Liebesbeziehungen, im mittleren Alter als Mutter oder Vater oder auch jenseits der 60 als ehemalige Balletttänzerin, die sich von ihrem Ehemann mehr Aufmerksamkeit wünscht. Es ist sehr bemerkenswert, dass die Autorin sich so gut in ihre ProtagonistInnen hineinversetzen kann. Und das trotz ihres jungen Alters und noch geringer Lebenserfahrung. Sie verfügte nicht nur über ein ausgeprägtes Sprachtalent, sondern definitiv auch über eine sehr gute Beobachtungsgabe.

Wem wird “The Opposite of Loneliness” gefallen?

Allen, die gut geschriebene Essays und Kurzgeschichten zu schätzen wissen. Mal melancholisch, mal hoffnungsvoll. Keegans Texte decken eine breite Bandbreite an Gefühlen und Intentionen ab. Möchte der eine Text aufrütteln und zum Nachdenken anregen, richtet ein anderer hingegen wieder den Blick in die intime Gefühlswelt einer Figur und lässt den Leser an deren Gedanken teilhaben. Keegan ist im Alter von 22 Jahren auf tragische Weise verstorben. Wirklich sehr bedauerlich, dass der Nachwelt nur die in diesem Band abgedruckten Texte geblieben sind. Hier schlummerte noch viel (zum Teil sicher noch unentdecktes) kreatives Talent!

Tags:              

    3 KOMMENTARE

  • Karoline 31. August 2020 Reply

    Dieses Buch und die Autorin selbst haben mich damals auch zutiefst beeindruckt. Ist wirklich ein besonderes Buch.
    Ganz kleine Anmerkung: Bei dir stehen die Tags Mafia und 70er unter der Überschrift. Ich vermute mal, das soll nicht so sein😅

    • Deborah 31. August 2020 Reply

      Danke für den Kommentar. Ja, das ist leider ein WordPress-Bug, der würfelt mir immer andere Tags rein als die, die ich ausgewählt habe. 🙄

  • Johanna 31. August 2020 Reply

    Klingt wirklich spannend, steht jetzt auf meiner Leseliste 🙂

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