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Der Arctic Coast Way im Norden Islands: Meine persönlichen Reisetipps

Arctic Coast Way - Reisetipps auf Sommerdiebe.de

Hätte mir einer zu Beginn des Jahres gesagt, dass ich nochmal in Island lande: Ich hätte es nicht geglaubt. Denn eigentlich hatte ich für dieses Jahr so ganz andere Reisepläne im Kopf. Aber wie wir ja alle wissen, ist 2020 ein Jahr der Überraschungen. Und obwohl ich schon vor zwei Jahren in Island war – ich hatte schon damals geahnt, dass ich noch so einige traumhaft schöne Orte auf dieser magischen Insel noch nicht gesehen hatte. Und wo lässt sich Social Distancing besser betreiben als auf einer Insel mit gerade einmal knapp 360.000 Einwohnern? 2018 waren wir vor allem auf der Ringstraße (der großen Hauptstraße Islands) und in den Westfjorden unterwegs. Ein großer Nachteil dabei ist leider, dass man dann aus Zeitgründen andere Gegenden wie Nord- und Ostisland links liegen lassen muss.

Der Plan für Island 2020 begann sich also schnell zu festigen: Auf in den Norden und Osten! In diesem Beitrag möchte ich Euch den sog. Arctic Coast Way vorstellen. Was kann man dort erleben? Was sind die Besonderheiten? Hier erfahrt ihr es:

Was ist der Arctic Coast Way?

Der Arctic Coast Way ist eine noch recht neue, ca. 900km lange Küstenroute, die – abseits der üblichen Touristenpfade – an der Nordküste Islands entlangführt. Hier findet ihr die ganze Route bei Google Maps. Sie wurde vom Reisemagazin Lonely Planet sogar zu einem der schönsten Reisezielen Europas gekürt. Der Norden Islands zählt zu den am dünnsten besiedelten Regionen und bietet damit vor allem Abenteuer und Abwechslung für alle, die sich fernab von Menschenmassen bewegen möchten (denn Island erlebte in den letzten Jahren ja einen wahren Tourismus-Boom). Auch wenn in diesem Corona-Jahr sowieso alles anders ist: Hier findet man garantiert viel Einsamkeit, unberührte Natur und jede Menge unvergessliche Outdoor-Erlebnisse.

Route durch den Norden Islands: der Arctic Coast Way

Route durch den Norden Islands: der Arctic Coast Way

Arctic Coast Way: Meine persönlichen Highlights

Chillen im Hotpot: Grettislaug und Hofsós

Ich kann es nur immer wieder sagen: Der Hotpot ist und bleibt eine der besten Erfindungen der Isländer! Es gibt einfach nichts Schöneres als sich bei oft recht frischen Temperaturen in einem rund 40 Grad warmen Becken aufzuwärmen und dabei noch die wunderschöne, wenn auch rauhe Natur zu genießen. Im Norden kann ich definitiv nur den etwas versteckt gelegenen (aber nicht unbekannten) Hotpot Grettislaug empfehlen. Wenn man die Nacht auf dem Campingplatz verbringt (was wir machten), kann man sogar eine Hotpot-Flatrate dazubuchen und dann in den Pool reinhüpfen, wenn weniger los ist – und das so oft, wie man möchte.

Folgt man dem Arctic Coast Way weiter an der Küste entlang, erreicht man schon bald den kleinen Ort Hofsós, in dem es wohl eines der schönsten Schwimmbäder in ganz Island gibt. Sportbahnen zum Schwimmen, ein Blick auf den Atlantik, gemütliche Hotpots – was will man mehr? Große Empfehlung an alle: Hier unbedingt einen weiteren Zwischenstopp einlegen. Von Hotpots kann man nie genug bekommen, glaubt mir. 😉

Grettislaug - Entspannen am Atlantik mit Bergblick

Grettislaug – Entspannen mit Bergblick

Vogelfelsen beim Vulkan Rauðinúpur

Einsamer als auf der Halbinsel Melrakkaslétta wird es bestimmt nicht mehr. Kaum ein Tourist verirrt sich hierhin, auf der Straße begegnete uns die ganze Zeit kein einziges anderes Auto. Sehr sehenswert ist definitiv der Vogelfelsen beim (inaktiven) Vulkan Rauðinúpur. Schon bei der Einfahrt auf den Hof Núpskatla begrüßen einen unzählige Möwen. Beim Vogelfelsen selbst: Was für ein Naturschauspiel! Nicht nur das ohrenbetäubende Kreischen der Seevögel war unglaublich faszinierend, auch das Beobachten selbst. Die Wanderung dorthin ist bestimmt ein kleiner Geheimtipp, hier verrate ich euch trotzdem den Link zur Route. Ich hoffe, es bleibt dennoch auch in Zukunft so idyllisch wie wir es erlebt haben.

Vogelfelsen bei Raudinupur, ein kleiner Geheimtipp am Arctic Coast Way

Vogelfelsen bei Raudinupur, ein kleiner Geheimtipp am Arctic Coast Way

Schlucht Asbyrgi

Ein weiteres Highlight am Arctic Coast Way war für mich die Schlucht Ásbyrgi, die sich im Jökulsárgljúfur-Nationalpark befindet. Dieses Grün! Einfach wunderschön, hier einen Abstecher zu machen und einfach mal durchzuatmen. Von hier aus lassen sich auch unterschiedlichste Wanderungen, zum Beispiel zum nahegelegenen Wasserfall Dettifoss unternehmen. Ganz unbekannt ist die Schlucht daher leider nicht. Spätestens, wenn man über sich wieder eine Drohne surren hört, weiß man: Ja, ich bin in der Nähe der Ringstraße, wo eben doch ein Großteil der Touristen vorbeikommt. Kein Geheimtipp, aber auf jeden Fall einen Besuch wert!

Blick in die Asbyrgi-Schlucht

Blick in die Asbyrgi-Schlucht

Wasserfälle im Norden: Dettifoss, Selfoss & Co.

Die Highlights, die Euch nun ans Herz lege, liegen zwar genau genommen nicht am Arctic Coast Way, aber wir wollen mal nicht so streng sein. Wenn Ihr es bis Asbyrgi geschafft habt, solltet Ihr unbedingt auch die paar wenigen Kilometer weiter in den Süden fahren, um ein paar der beeindruckendsten Wasserfälle in ganz Island zu sehen. Ganz vorne dabei: natürlich der Dettifoss. Der Dettifoss ist einer der größten Wasserfälle im Norden und gilt sogar als leistungsstärkster Wasserfall Europas. Ich konnte meinen Blick jedenfalls kaum von den riesigen Wassermengen, die da jede Sekunde hinunterschießen, abwenden. Echt wow! Und als Mensch fühlt man sich angesichts dieser gewaltigen Natur einfach nur unglaublich klein und unbedeutend. Vier weitere Wasserfälle befinden sich in unmittelbarer Nähe – also am besten macht ihr gleich einen ganzen “Wasserfall-Nachmittag” – es lohnt sich 😉

Der Dettifoss ist einer der größten und wasserreichsten Wasserfälle Europas

Der Dettifoss ist einer der größten und wasserreichsten Wasserfälle Europas

Halbinsel Rauðanes

Eine weitere Wanderung ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben: ein sehr malerischer Rundweg auf der Halbinsel Rauðanes. Hier gibt es eindrucksvolle und zum Teil sehr skurrile Felsformationen, versteckte Strände und große Höhlen zu entdecken. Ziemlich am Ende des Weges erwartet einen außerdem ein toller Blick auf einen Vogelfelsen voller Papageientaucher, die emsig umherfliegen und ihren Nachwuchs umsorgen. Hier findet Ihr mehr Infos zur Wanderung.

Rauðanes - ein beliebter Stopp am Arctic Coast Way

Rauðanes – ein beliebter Stopp am Arctic Coast Way

Wie viele Tage sollte man auf seiner Island-Reise dafür einplanen?

Möchte man nicht hetzen, sich die kleinen Ortschaften in Ruhe anschauen und vielleicht auch die eine oder andere Wanderung machen, würde ich definitiv empfehlen mindestens 4-6 Tage für den Arctic Coast Way einzuplanen. Wer noch mehr Zeit hat – und vielleicht Island auch schon besser kennt – kann natürlich gerne noch länger bleiben. Langweilig wird es bestimmt nicht.

Der Arctic Coast Way: Beste Reisezeit

Allgemein ist in Island sicher der Sommer die beste Reisezeit: Hier sind die Tage lang und es wird oft erst um 22 Uhr abends dunkel. Auch von den Temperaturen ist es mit ca. 10-15 Grad (wenn man Glück hat) noch recht angenehm. Aber natürlich sollte man sich auf seiner Islandreise immer genug warme Sachen und regenfeste Kleidung mitnehmen. Der isländische Sommer hat nur selten etwas mit dem deutschen Sommer gemein 😉

Günstiger reist man in der Nebensaison, also zum Beispiel von Mai bis Juni oder von September bis Oktober. Der Winter kann sehr rau sein und ist auf jeden Fall nur mit einem Jeep oder Geländewagen zu empfehlen, denn der Arctic Coast Way besteht häufig aus einfachen Schotterstraßen. Ich war selbst bisher nur im Sommer in Island, kann aber für mich persönlich sagen, dass es für mich die beste Reisezeit war – vor allem, weil es in beiden Fällen ein Outdoor-Urlaub mit Zelt war und Camping nur im Sommer möglich ist. Und ich glaube, die Dunkelheit im Herbst und Winter wäre nicht so meins. Aber sag niemals nie – vielleicht komme ich auch mal zur Nebensaison zurück nach Island…

Wart Ihr schon mal im Norden Islands? Was waren Eure Highlights? Ich freue mich über Eure Kommentare.

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    2 KOMMENTARE

  • Eva 11. September 2020 Reply

    Das Schwmmbad in Hofsos ist toll, aber ich mag auch die kleinen, ganz normalen, die von den Isländern genauso oder stärker frequentiert werden, als von den Touris (ich liebe den Klang der isländischen Sprache, auch wenn ich kein Wort verstehe, und im HotPot lässt es sich gut lauschen…). Dann lohnt es sich sehr den Torfhof Sænautasel zu besuchen, erst recht, wenn man Halldor Laxness’ Buch “Sein eigener Herr” gelesen hat, der sch von diesem Hof zu seiner Geschchte hat inspirieren lassen (alternativ Hannah Kent “Das Seelenhaus”, auch wenn diese Autorin sich eher im Westen Islands umgetan hat und sicher dort auf andere Torfhäuser gestoßen ist, was aber eigentlich auch egal ist). Und ein Abstecher nach Heimaey, einer vorgelagerten Insel im Süden Islands, wo Du noch über warme Lava nach dem Vulkanausbruch 1973 wandern kannst, ist ebenfalls ein tolles Erlebnis…
    Island im Winter ist nicht zu unterschätzen! Nicht nur wegen der Nordlichter. Und wenn Du den hellen Teil des Tages draußen verbracht hast – und das sind einige Stunden – und das rötliche Licht der Sonne genossen hast, das die Landschaft in so ein warmes, ganz besonderes Licht taucht – auch die eingefrorenen Wasserfälle – und Du Dich späterhin in den Hotpot zurückziehst (Achtung! bei Frost auf dem Weg dorthin nicht ausrutschen!) und vielleicht über Dir ein Polarlicht aufgeht, dann wirst Du Island erst recht im Winter lieben… Wer sagt übrigens, dass der Winter rau ist? Ja, es gibt deutlich mehr Schnee als hier, aber die Temperaturen sind deutlich milder als z.B. in Finnland. Sie sind oft sogar eher wie hier, nur dass der Wind oft schärfer bläst.

    • Deborah 11. September 2020 Reply

      Liebe Eva,
      danke für den ausführlichen Kommentar und die vielen Tipps. Da ist noch so einiges dabei, was ich noch nicht kenne. Aber ich war ja bisher “nur” zweimal in Island. Ja, ich stimme dir schon zu, im Winter ist es sicher auch ein einmaliges Erlebnis nach Island zu reisen, nur wie gesagt, wäre es denk ich ein grundlegend anderer Urlaub (kein Outdoor, nicht alle Straßen sind geöffnet…etc.). Dass die Winter mild sind, habe ich auch schon von einem guten Freund gehört, der seit einigen Jahren in Island lebt. Also, mal sehen – vielleicht verschlägt es mich auch mal im Winter auf die Insel. Deine Beschreibungen machen auf jeden Fall Lust darauf 😉
      Viele Grüße
      Deborah

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