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Kulturtipp der Woche: “Send me an Image” im C/O Berlin

Kulturtipp der Woche: "Send me an Image" im C/O Berlin

Seit kurzem hat auch das C/O Berlin nach langer Coronapause wieder geöffnet. Schon vor dem Eingang begrüßen einen zwei riesige gelbe Quitscheentchen. Was es damit auf sich hat und was Euch ansonsten in den Ausstellungsräumen erwartet, verrate ich Euch in meinem heutigen Kulturtipp der Woche.

Von der Postkarte bis zum Social Media-Meme: Send me an Image

In der Ausstellung “Send me an Image” im Erdgeschoss widmet sich das C/O Berlin in seiner neuesten Ausstellung der Fotografie als Kommunikationsmittel. Die Schau spannt dabei den Bogen von ersten Postkarten im 19. Jahrhundert bis zu modernen Phänomenen in den sozialen Medien des 21. Jahrhunderts. Was macht den Reiz aus, Fotos mit anderen Menschen zu teilen? Und welchen Einfluss haben Bilder auf die Gesellschaft? Gleich beim Betreten der Ausstellung werden die Besucher:innen mit einer großen Bilderflut konfrontiert: Der niederländische Künstler Erik Kessels hat in seiner Installation 24HRS in Photos alle Fotos, die innerhalb eines Tages über die Bilderplattform Flickr gepostet wurden, auf Abzügen ausgedruckt. 350.000 Abzüge sind dabei an einem Tag vor rund 15 Jahren zusammengekommen – in der heutigen Zeit hat sich diese Zahl vermutlich – allein schon durch die Smartphone-Technologie – um ein Vielfaches vergrößert.

Der Ausstellung geht es in diesem ersten Teil weniger um den Inhalt der Fotografie, sondern mehr um die Art und Weise, wie die Bilder entstanden sind. So geben die ersten Räume eher einen Einblick in den historischen Wandel und die Zeit vor der massenhaften Verbreitung von Fotos mittels des Internets. Besonderes Highlight in einem der letzten Räume: Die eigenartige Konstruktion von Handy, Kamera und Laptop, die den Beginn der Handyfotografie darstellte und unser Kommunikationsverhalten revolutionieren sollte… Ein Alltag ohne Handyfotos – unvorstellbar!

Bilderflut: 24HRS in Photos von Erik Kessels

Bilderflut: 24HRS in Photos von Erik Kessels

Bildkommunikation im Wandel

Denn Bilder sind heute allgegenwärtig – man muss sich ja nur einmal selbst beobachten, wie viele Fotos man heute – oft völlig beiläufig – macht. Keine Frage daher, dass dieses Nutzungsverhalten auch eine Bedeutung für die Gesellschaften auf der ganzen Welt hat. Gerade in Ländern, in denen Medien der Zensur unterliegen. Diese soziale Dimension der Bildkommunikation bildet den zweiten thematischen Schwerpunkt der Ausstellung. Besonders eindrucksvoll hierbei: Natürlich die gelben Enten. Das berühmte Meme bezieht sich auf ein Foto, das 1989 auf dem Tian’anmen-Platz in Peking aufgenommen wurde: Ein Demonstrant stellte sich hier drei Panzern entgegen. Da dieses Foto bis heute nirgendwo auf chinesischen Websites zu finden ist, hat ein Künstler statt der Panzer mittels Bildbearbeitung drei Enten in das Foto eingefügt, um die Zensur zu umgehen. Doch auch das Wort “big yellow duck” landete bald auf der langen und wachsenden Liste verbotener Suchbegriffe.

C/O Berlin Foundation. Amerika Haus
Hardenbergstraße 22-24
10623 Berlin

Öffnungszeiten: täglich 11–20 Uhr
Es muss vorab ein Online-Zeitfensterticket gebucht werden.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 2. September 2021.

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