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Nomadland (2020)

Frances McDormand in the film NOMADLAND. Photo Courtesy of Searchlight Pictures. © 2020 20th Century Studios All Rights Reserved

Seit heute dürfen Kinos wieder öffnen, also ab ins Filmtheater mit Euch. Es gibt viel aufzuholen, denn einige Filme, die eigentlich schon für 2020 angekündigt waren, kommen erst jetzt auf die große Leinwand. Ich habe mir bereits am vergangenen Wochenende das oscarprämierte Drama “Nomadland” im Sommerkino angesehen. Hier verrate ich Euch, ob sich ein Kinobesuch lohnt.

Worum geht es im Film Nomadland?

Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch einer Minenstadt im ländlichen Nevada und dem Tod ihres Mannes packt Fern (Frances McDormand) ihre Siebensachen und steigt in ihren ausgebauten Van. Sie macht sich auf den Weg, um als moderne Nomadin ein Leben außerhalb der konventionellen Gesellschaft zu erkunden. Der dritte Spielfilm von Regisseurin Chloé Zhao “Nomadland” begleitet sie nahezu dokumentarisch auf ihrem Weg durch die weite Landschaft des amerikanischen Westens sowie die zahlreichen Begegnungen mit anderen Aussteigern und Nomaden “on the road”.

Bye bye, Camping-Romantik

Einfach in einen Camper steigen und losfahren – was für viele Menschen (nicht erst seit Corona) auf den ersten Blick romantisch und aufregend erscheint, ist für Fern eine beschwerliche Form der Existenz, mag sie auch selbstgewählt sein. So hangelt sie sich als Saisonarbeiterin ohne festen Wohnsitz (und Familie) von einem Job zum nächsten – sei es als Lagerarbeiterin in einem Verteilerzentrum von Amazon, als Campingplatzwärterin oder als Erntehelferin. Ihre Zeit an einem Ort ist immer begrenzt – und vor allem sehr einsam.

Frances McDormand in the film NOMADLAND. Photo Courtesy of Searchlight Pictures. © 2020 20th Century Studios All Rights Reserved

Freiheit kann auch einsam sein. Frances McDormand als moderne Nomadin im Film “Nomadland” © 2020 20th Century Studios All Rights Reserved

Das einfache und karge Leben moderner Nomaden

Der Film “Nomadland”, der auf dem gleichnamigen Sachbuch der amerikanischen Journalistin Jessica Bruder basiert, rückt Menschen in den Fokus, die in prekären Verhältnissen leben. Oft sind sie völlig unverschuldet an den Rand der Gesellschaft gerückt. Sei es durch den Verlust ihrer festen Arbeitsstelle, ihres Hauses, von geliebten Menschen oder durch andere Steine, über die sie auf ihrem Lebensweg gestolpert sind. Die Nomaden, die Fern auf ihrer Reise kennenlernt, mögen sich für dieses autonome und freie Leben auf den ersten Blick bewusst entschieden zu haben. Doch in den meisten Fällen schwingt auch jede Menge Melancholie und ein Schwelgen in vergangenen Zeiten mit, wenn die Figuren von ihrer Entscheidung für das Nomadenleben erzählen.

Fern betont immer wieder: „I‘m not homeless, I‘m houseless“. Und macht damit den Zwiespalt deutlich, in der (kapitalistischen) Gesellschaft mit ihrem Lebensstil anzuecken – sei es, weil sie keinen festen Wohnsitz oder sich (bewusst?) gegen Kinder entschieden hat.

Zum Trailer von Nomadland:

Mein Fazit zu Nomadland

Auf sehr berührende und feinfühlige Weise erzählt “Nomadland” von Menschen, die sich gegen einen konventionellen Lebensstil und den amerikanischen Traum entschieden haben. Ob die beeindruckenden Landschaften im Westens Amerikas oder die zahlreichen leisen und zum Teil auch melancholischen Momente. Oscarpreisträgerin Chloé Zhao gelingt es, den Zuschauer:innen voller Empathie für ihre Figuren das Leben “on the road” näher zu bringen – ohne Kitsch oder Verklärung eines Lebensstils, der für den einen das Paradies, für den anderen unvorstellbar wäre. Große Empfehlung (ein Film gemacht für die große Leinwand!).

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