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Ab ins Kino! 4 Filmtipps, kurz und knackig

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Ich weiß nicht, wie’s bei Euch aussieht, aber ich habe die Kino-Saison schon längst wieder eingeläutet. Gerade wenn es draußen grau und dunkel ist, gibt es für mich fast nichts Schöneres, als ins Kino zu gehen und in ferne Filmwelten zu entfliehen. Außerdem ist es meist ja auch so, dass im Herbst und Winter einfach viel mehr Interessantes im Kino läuft.

Kino am Bundesplatz

Zudem hab ich nach meinem Umzug nach Berlin-Friedenau nicht nur gleich zwei Arthouse-Kinos direkt in meiner Nachbarschaft entdeckt, auch sonst wohne ich jetzt einfach viel zentraler und somit auch näher dran am Berliner Kulturleben. 🙂 Da ich es wohl zeitlich nicht schaffe, über meine zahlreichen Kino-Besuche alle nochmal einzeln zu bloggen, hier also kurz und knapp:

Meine 4 Filmtipps für den Kino-Herbst!

Tschick

  • Tschick

Worum geht’s? Zwei Außenseiter-Typen, 14 Jahre alt, aus Berlin fahren mit einem geklauten Lada durch Ostdeutschland und erleben dabei allerhand Abenteuer. Ein Roadmovie über das Erwachsenwerden (oder den Weg dorthin).
Mein Fazit: Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ als Film: Ich finde immer spannend, was ein Regisseur aus einer literarischen Vorlage macht – und in diesem Fall ist es ja sogar der berühmt-berüchtigte Fatih Akin (Gegen die Wand, Auf der anderen Seite), der sich diesem Stoff angenommen hat. Die Hauptfiguren sind wie im Buch herrlich überdreht und skurril. Klar, die Romanhandlung musste an vielen Stellen etwas gekürzt werden, aber insgesamt ist „Tschick“ einfach ein Film, der Spaß macht.

Frantz

  • Frantz

Worum geht’s? Deutschland, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Eine junge Frau trauert um ihren Verlobten Frantz, der im Krieg gefallen ist. Eines Tages taucht in ihrer Stadt ein Franzose auf, der sich als ehemaliger Freund von Frantz zu erkennen gibt. Doch er scheint auch ein Geheimnis zu haben…
Mein Fazit: François Ozons Film überzeugt nicht nur durch seine wunderschöne Schwarzweiß-Ästhetik, sondern fängt auch die düstere Nachkriegsatmosphäre auf anschauliche Weise ein. Lobenswert sind auch die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller, Paula Beer und Pierre Niney. Ein Film, der unter die Haut geht.

Im Namen meiner Tochter

  • Im Namen meiner Tochter

Worum geht’s? Im Sommer 1982 macht die 14-jährige Kalinka Urlaub am Bodensee bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater und stirbt dort auf unerklärliche Weise. Der Fall wird zunächst zu den Akten gelegt. Erst als Kalinkas leiblicher Vater auf einer erneuten Obduktion besteht, erhärtet sich nach und nach der Verdacht, dass Kalinka von ihrem Stiefvater missbraucht wurde.
Mein Fazit: Der Fall Kalinka beschäftigte die französische und deutsche Justiz rund 30 Jahre, bis Kalinkas Stiefvater schließlich verurteilt wurde. „Im Namen meiner Tochter“ zeichnet auf sensible Weise das Leben und Leiden aller am Prozess Beteiligten nach, zeigt die Schwächen eines Rechtssystems, das nicht immer für Gerechtigkeit sorgt. Vor allem der Kampf für eine gerechte Verurteilung, für die Kalinkas Vater André Bamberski sich unermüdlich einsetzt, steht im Vordergrund – großartig gespielt von Daniel Auteuil.

Toni Erdmann

  • Toni Erdmann

Worum geht’s? Ines (Sandra Hüller) arbeitet als Unternehmensberaterin in Rumänien, fernab von ihrer Familie in Deutschland. Spontan kommt ihr Vater zu Besuch und ist ihr mit seinen albernen Scherzen und Verkleidungen mehr ein Dorn im Auge. Immer wieder prallen sie mit ihren gegensätzlichen Lebensentwürfen aneinander…erst eine weitere Verwandlung ihres Vaters lässt sie wieder einander näher kommen.
Fazit:
Ich weiß, mit diesem Filmtipp bin ich reichlich spät. „Toni Erdmann“ ist ja spätestens seit der Cannes- und Auslandsoscar-Nominierung oft im Gespräch gewesen. Und das völlig zu Recht! Selten hat mich ein Film eine derartige Achterbahn der Gefühle erleben lassen. Teilweise unglaublich komisch (bitte Taschentücher einpacken, Lachtränen-Alarm), dann ist es aber auch wieder erschreckend realistisch und sehr berührend, wie diese doch leicht verkorkste Vater-Tocher-Beziehung erzählt wird (auch hierfür Taschentücher einpacken). Also, bitte bitte liebe Filmfreunde: Wenn Ihr noch irgendwie die Möglichkeit habt, den Film im Kino zu sehen, unbedingt reingehen!

Welche Filme wollt Ihr Euch noch unbedingt im Kino anschauen? Oder welche habt Ihr bereits gesehen, die Ihr mir empfehlen könnt? Freu mich über weitere Anregungen!

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    4 KOMMENTARE

  • kutabu 29. Oktober 2016 Reply

    Oh, mein altes Kino am Bundesplatz! Hängen da noch die alten Coca-Cola-Reklamelampen im Foyer??? Ganz dort in der Nähe habe ich auch zeitweise gewohnt. Schöne Gegend. Gibt es die Eva-Lichtspiele noch und das Cosima? Von Deinen Filmtipps habe ich brav 2 gesehen, und morgen den dritten 🙂 (Tschick)

    • sommerdiebe 29. Oktober 2016 Reply

      Das ist ja ein Zufall! Ja, die Gegend gefällt mir auch sehr gut 🙂
      Auf die Cola-Reklame muss ich mal achten. Glaube aber, das Kino wurde vor ein paar Jahren renoviert und hat jetzt neue Inhaber. Freut mich aber auch, dass sich dieses schöne Kiez-Kino schon so lange hält 🙂
      Eva Lichtspiele und Cosima gibt es noch..muss ich auch bald mal hin.
      LG aus Friedenau

  • Sam 29. Oktober 2016 Reply

    American Honey ist ebenfalls ein sehenswerter Film. Ein guter Einblick in den american way of life und darüber hinaus mit tollem Soundtrack.

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  • Meine aktuelle Lektüre: "Konzert ohne Dichter" von Klaus Modick. Schön geschriebener Künstlerroman über den Jugendstilmaler Heinrich Vogeler, den doch sehr exzentrischen Rilke und andere Worpswede-Künstler. Den passenden Lesetisch hab ich witzigerweise neulich in einem Café gefunden. (Als wäre er für die Lektüre dieses Buchs gemacht worden, oder? ;))
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