Film

Kleiner filmischer Jahresrückblick 2012

Auch 2012 habe ich wieder viele Stunden im Kino verbracht. Ob Komödie, Drama, Biopic oder Stummfilm – die gesichteten Filme waren vom Genre ganz unterschiedlich. Da ich es bei insgesamt …kurz nachzählen…27 im Kino angesehenen Filmen nicht schaffen werde, wie letztes Jahr alle Filme ausführlich zu berücksichtigen, habe ich mir jetzt einfach einen kleinen Fragebogen überlegt. Gerne dürft ihr unten in den Kommentaren euren Senf dazugeben: Welche Kinofilme waren eure persönlichen Favoriten, welche haben euch enttäuscht? Hier sind nun erst mal meine Antworten:

Film in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, der mich dann aber positiv überrascht hat:

Das Jahr fing mit einem solchen Film an! Ehrlich gesagt hatte ich mir von der gefeierten französischen Komödie „Ziemlich beste Freunde“ nicht so viel versprochen – bei gehypten Filme, bei denen im Vorfeld sämtliche Superlative herangezogen werden, bin ich immer etwas misstrauisch. Aber ich wurde eines Besseren belehrt: „Ziemlich beste Freunde“ war tatsächlich unglaublich komisch, gleichzeitig aber auch sehr berührend, ohne (!) kitschig zu sein. Auf sehr liebevolle und vollkommen unsentimentale Weise wird eine Freundschaft zwischen einem Rollstuhlfahrer und einem Arbeitslosen erzählt. Selten so gut amüsiert im Kino!

Film in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, der mich dann aber negativ überrascht hat:

Negativ ist vielleicht ein bisschen drastisch gesagt, aber das hochgelobte Drama „Barbara“ hat mich, anders als erwartet, doch recht unberührt zurückgelassen. Christian Petzold, der für mich spätestens seit „Die innere Sicherheit“ und „Yella“ zu den ganz Großen des deutschen Kinos gehört, entwirft hier eine Geschichte einer jungen Krankenschwester, die nachdem sie einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt hat, in einem Provinzkrankenhaus landet. Insgesamt sicher kein schlechter Film – allein schon durch das schauspielerische Können von Nina Hoss – ist allerdings auch nicht allzu sehr in Erinnerung geblieben.

Ein Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, sie aber nicht bekommen hat:

Als Filmblogger wird man manchmal zu Pressevorführungen eingeladen. So war es auch mit der kleinen, aber feinen Independent-Komödie „Puppe, Icke & der Dicke“. Der Titel mag auf den ersten Blick ein wenig blöd klingen. Dahinter verbirgt sich jedoch ein sehr charmanter und trotz kleinen Budgets handwerklich gut gemachter Film. Die drei schrägen, aber auch liebenswerten Protagonisten begeben sich auf eine spannende Reise von Paris quer durch Deutschland nach Berlin. Sehenswert. Lief aber vermutlich nur in sehr kleinen Kinos – und wenn überhaupt nicht sehr lange. Schade drum! Gefallen hat mir übrigens auch der amüsante und sehr treffende Satz der Hauptfigur: „Du kannst nichts? Du machst nichts? Fahr doch nach Berlin!“

Die beste Literaturverfilmung in diesem Jahr:

Mit Literaturverfilmungen ist das ja immer so eine Sache. Vor allem, wenn man die Vorlage gelesen hat, endet das meistens mit einer Enttäuschung. Ganz anders bei der Verfilmung von Marlen Haushofers Roman „Die Wand“, welche ohne Zweifel eine sehr werktreue und gelungene Umsetzung der literarischen Vorlage darstellt. Der Film überzeugt durch das starke Schauspiel von Martina Gedeck und faszinierende Landschaftsaufnahmen, die das Seelenleben der Protagonistin eindrucksvoll widerspiegeln. Der Roman besteht lediglich aus einem inneren Monolog der Hauptfigur – ohne Frage nicht leicht filmisch umzusetzen. Deshalb: Daumen hoch! Es gibt sie noch – die guten Literaturverfilmungen!

Die beste Dokumentation in diesem Jahr:

Schwere Entscheidung. Aber wenn ich mich für den Dokumentarfilm entscheiden muss, der mich wirklich am meisten positiv überrascht hat, wäre das sicher „Marley“ von Kevin Macdonald. Eine spannende, mitreißende Doku über die Reggae-Ikone. Kann man auch gucken, wenn man sich wie ich vorher wenig mit Bob Marley auseinandergesetzt hat. Ohrwürmer danach sind auf jeden Fall garantiert!

Mein Lieblings-Filmplakat in diesem Jahr:

Hm..auch keine leichte Entscheidung. Wird wohl ein unentschieden zwischen diesen beiden:

1.       Liebe

Beeindruckender Film, zu dem das Plakat einfach sehr gut passt, da es den Inhalt und die Stimmung dieses leisen und sehr berührenden Dramas sehr gut widerspiegelt.

2.       Woody Allen – A Documentary

Schicke Brille, schönes Plakat! Naja..und natürlich auch ein sehr sehenswerter Film über den wunderbaren Woody Allen!

Welcher Filmsoundtrack hat am meisten nachgewirkt?

Definitiv der von „Drive“! Um ehrlich zu sein, laufen drei Songs in meinem MP3-Player immer noch rauf und runter. Und das ist wirklich selten, denn eigentlich kann ich gerade die Songs, die sich sehr hartnäckig in der Playlist halten, oft schnell nicht mehr leiden. Persönlich verbinde ich den Soundtrack von „Drive“ jetzt übrigens immer mit U-Bahnfahren in Berlin, hab ihn nämlich immer auf dem Weg zur Arbeit gehört 😉

Nummer 1: Kavinsky feat. Lovefoxxx – Nightcall

Nummer 2: College feat. Electric Youth – A Real Hero

Nummer 3: Desire – Under Your Spell

Eine Filmszene, die ich nicht so schnell vergessen werde:

Auch aus „Drive“. In der Fahrstuhlszene prallen definitiv Gegensätze aufeinander, die man selten miteinander verbunden sieht. Auf der einen Seite Geborgenheit und Zärtlichkeit, auf der anderen Seite Brutalität und Skrupellosigkeit. Harte Szene! Und nichts für schwache Nerven! Wer sich traut, kann sich die Szene hier ansehen. Ich hab euch vorgewarnt…

Darauf freue ich mich im Kinojahr 2013:

Als Hitchcock-Fan freu ich mich auf jeden Fall auf das schon lange angekündigte Biopic mit Anthony Hopkins, das voraussichtlich im März 2013 in den deutschen Kinos zu sehen sein wird. Vielleicht schafft es ja auch endlich die Verfilmung „Der große Gatsby“ (Regie: Baz Luhrmann) in die Kinos. Werde ich mir bestimmt auch ansehen. Ansonsten lass ich mich einfach mal überraschen, womit mich das Arthouse-Kino meines Vertrauens 2013 beglücken wird…

Cineastische Vorsätze fürs neue Jahr:

Viele, viele Filme gucken. So oft es geht ins Kino gehen! Nagut, nicht sehr überraschend, oder? Ansonsten habe ich Ende des Jahres Stummfilme für mich entdeckt. Habe Ende November Fritz Langs „Dr. Mabuse, der Spieler“ mit Live-Pianobegleitung gesehen, was eine sehr schöne Erfahrung war. Vielleicht lässt sich das ja im Neuen Jahr auch fortsetzen. Ansonsten werde ich versuchen neugierig zu bleiben und mich einfach weiterhin wild durch die Filmgeschichte gucken. Meine Rezensionen lest ihr dann auch in Zukunft hier im Blog. 🙂

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