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Don Quixote in der Deutschen Oper – Staatsballett Berlin

Staatsballett Berlin "Don Quixote" © Fernando Marcos

Don Quixote – Worum geht’s:

Cervantes’ Geschichte von Don Quixote, dem Kämpfer gegen die Windmühlen, ist weltberühmt und nicht ohne Grund in den literarischen Kanon eingegangen. Und vor allem ist sie im Vergleich zu anderen Werken der Weltliteratur vergleichsweise schnell erzählt: Der Titelheld träumt eines Nachts von einer wunderschönen Frau, die er – als er am nächsten Morgen erwacht – unbedingt wiedersehen möchte. Gemeinsam mit seinem Freund Sancho Panza macht er sich unmittelbar zu einer abenteuerlichen Reise auf. Auf ihrem Weg begegnen sie unter anderem auch der attraktiven jungen Frau Kitri, die gerne ihren Liebhaber Basil heiraten möchte, aber für die Heirat nicht den väterlichen Segen bekommt. Ihr Vater möchte sie stattdessen mit dem alten, aber reichen Adligen Gamache vermählen. Das Paar flüchtet, Don Quixote und Sancho Panza folgen ihnen und bleiben ihnen stets dicht auf den Fersen…

Don Quixote – So war’s:

Wie gesagt, die Haupthandlung mit dem flüchtenden Liebespaar ist recht schnell erzählt. Die Inszenierung des Staatsballetts Berlin nach Motiven des Romans von Miguel de Cervantes lässt sich trotzdem viel Zeit, die Geschichte von zwei Verliebten sowie die Reise von Don Quixote und seinem Freund Sancho Panza auszuschmücken. Insgesamt 3 Stunden – um genau zu sein. Gelungen sind dabei vor allem die vielen spanischen Elemente, die Choreograph Víctor Ullate in seiner Neufassung des Ballett-Klassikers „Don Quixote“ miteingebracht hat. Zu nennen wären hier zum Beispiel die eindeutig „spanischen Szenen“ mit Flamenco-Tanzschritten, rhythmischem Händeklatschen und einem gelungenen musikalischen Einsatz von Gitarrenklängen. Eifrig werden bunte Fächer geschwenkt und Tänzerinnen in folkloristischen Kleidern wirbeln über die Bühne. Auch das Setting, u.a. ein Dorfplatz mit Marktständen und bäuerlichen Häusern im Hintergrund, entführt den Zuschauer in eine ländliche Idylle und verströmt südliches Flair.

Spanisches Setting in "Don Quixote" (Foto: © Fernando Marcos)

Spanisches Setting in “Don Quixote” (Foto: © Fernando Marcos)

Der Fokus des Stücks liegt eindeutig auf der recht banalen Liebesgeschichte: Zwei Liebende, die sich nichts sehnlicher wünschen, als zusammenzukommen und ihr Leben miteinander zu teilen, werden von den gesellschaftlichen Normen in die Enge getrieben und sehen keinen anderen Ausweg als gemeinsam vor den Konventionen zu fliehen. Polina Semionova als Kitri und Marian Walter als Basil machen ihre Sache zwar gut, wirkliche Leidenschaft mag jedoch nicht aufkommen. Gerade der erste Akt fließt etwas träge dahin, da die Handlung nicht recht voranzuschreiten scheint.

Don Quixote selbst, der ja schließlich die Hauptfigur des Stücks ist, bleibt auch eher blass. Stellenweise wirkt er wie ein verwirrter alter Mann, der eher für (unfreiwillig) komische Momente sorgt, als wirklich Sympathie und Mitgefühl beim Publikum erweckt. Andere Figuren wie der Adlige Gamache werden bewusst lächerlich gemacht und sorgen immerhin mit Slapstick-Einlagen für Erheiterung im Zuschauerraum.

Staatsballett Berlin "Don Quixote" © Fernando Marcos

Einfach magisch: Das Bühnenbild und die Kostüme in der “Waldszene” (Foto: © Fernando Marcos)

Insgesamt ist „Don Quixote“ also stellenweise etwas langatmig erzählt, darüber hinaus bieten die prächtigen Kostüme und das effektvolle Bühnenbild aber jede Menge für’s Auge. Hervorzuheben wäre zum Beispiel die mystische Wald-Szene, in der der Tänzer Murilo de Oliveira mit seiner mitreißenden Tanzpartie als geheimnisvoller Cupido glänzt. Vor allem die Primaballerina Polina Semionova, die die Rolle der Kitri tanzt, erntet beim Publikum viel Beifall und meistert auch schwierige Tanzpartien mit Bravour. Für mich war „Don Quixote“ ein solider Ballettabend. Eindrucksvolle Kostüme und eine Liebesgeschichte mit spanischem Flair: Keine Frage, dies war alles schön anzusehen. Emotional berühren konnte mich die Inszenierung jedoch leider nicht.

Nächste Termine: 2. Juni, 17. Juni und 2. Juli 2018
Staatsballett Berlin in der Deutschen Oper

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