Film

Lucky Luke auf Geisterjagd (TV-Serie)

„Ein schöner Zug von Geisterhand” lautet die dritte Folge der achtteiligen Fernsehserie „Lucky Luke”, welche zwischen 1990 und 1992 in Italien und den USA produziert wurde. Die Episoden haben eine Länge von jeweils etwa 45 Minuten und sind in sich abgeschlossen. Doppelfolgen gibt es keine. Die Variationen der Handlung sind so natürlich eingeengt, die Charaktere entwickeln sich nicht weiter. Pro Folge warten die Drehbuchschreiber immerhin mit mindestens einer Kehrtwendung im Handlungsverlauf auf. Vom Budget her musste natürlich gespart werden, es wurde also viel in Innenräumen gedreht und die Serie kommt insgesamt filmtechnisch natürlich nicht an die Monumentalität großer Westernklassiker heran.

„Der Geisterzug” sticht als Folge insofern heraus, als eine Prise Grusel und Mystery zum üblichen Westernthema hinzukommt. So verschwinden einige Bewohner Daisy Towns, dem Wohnort von Lucky Luke. Er selbst glaubt nicht an einen Geisterzug der Menschen ins Jenseits holt. Selbst dann nicht, als er dem seltsamen Gefährt bei Nacht und Nebel selbst begegnet. Er vermutet vielmehr, dass eine Geschichte aus der Vergangenheit dahinter steckt (ganz klassisch also). Bei der Aufklärung des Spukes leisten ihm dann ein Richter mit Beifuß-Allergie und die Tochter eines verunglückten Eisenbahners wichtige Dienste – soviel sei an dieser Stelle verraten.

Der in die Jahre gekommene Terence Hill spielt Lucky Luke äußerst lässig, kann jedoch aufgrund der eher dürftigen Dialoge nicht an den frechen Witz anderer Hill-Klassiker wie z.B. Zwei vom Affen gebissen (in der Comedy-Version) anknüpfen. Auch an die Gemeinschaftsproduktionen mit Bud Spencer kommt „Lucky Luke” nicht heran. Die Nebenrollen sind zwar überzeugend besetzt, aber haben nur wenig Tiefgang. Stattdessen dominieren Klischeefiguren: Zwei Rowdies, die ständig für Ärger sorgen, ein Chinese der kein ‚R’ aussprechen kann, eine tapfere junge Frau die sich gegen alle Widerstände durchsetzt…

Einige Szenen des „Geisterzuges” wirkten beim gemeinschaftlichen Schauen des Films in kleiner Gruppe (drei Männer, eine Frau) unfreiwillig komisch. Guckt man die Folge hingegen alleine, könnte einem schon hin und wieder ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Die Gruseleffekte sind mit einfachen Mitteln hergestellt (Licht, Kunstnebel, Musik), aber immer noch wirkungsvoll. Lucky Luke selbst belächelt die Geistererscheinungen in der finalen Szene, er weiß mehr als die übrigen Dorfbewohner und setzt sich – als schlauer Held – nicht dem Gespött des Publikums aus. Ein letzter Dreh der Handlung, der an dieser Stelle nicht verraten werden soll, bringt im Finale die unheimliche Atmosphäre des „Geisterzuges” zurück.

Lucky Luke – Folge 03: Ein schöner Zug von Geisterhand
Originaltitel: Il Treno Fantasma
Regie: Ted Nicolaou
Länge: 50 Minuten
Produktionsjahr: 1991
Als DVD-Box erschienen von EMS GmbH.

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