Literatur Rezensionen

Literatur in 300 Wörtern (21): Fjodor M. Dostojewski – Der Spieler

Der SpielerInhalt in 3 Sätzen: In der fiktiven deutschen Stadt „Roulettenburg“ tummelt sich die russische Upper Class und amüsiert sich bei Speis, Trank und Glücksspiel. Der junge Hauslehrer Alexej, angestellt bei einer adligen Familie, erzählt aus seiner Perspektive von den nahezu absurden Machenschaften der bankrotten Russen, die auf die Erbschaft einer gut betuchten Tante hoffen, um ihre finanzielle Lage wieder in Ordnung zu bringen. Beeinflusst von der unglücklichen Liebe zu der Adligen Polina stürzt auch er sich bald in das verhängnisvolle Glücksspiel…

Mein Lieblingszitat aus “Der Spieler”

Lieblingszitat: „Ich setzte von neuem fast ohne Bewusstsein. Ich musste wohl sehr zerstreut sein; denn ich erinnere mich, dass die Croupiers mein Spiel mehrmals korrigierten. Ich beging grobe Fehler. Meine Schläfen waren feucht von Schweiß, und die Hände zitterten mir. Auch die Polen wollten sich mir mit ihren Diensten aufdrängen; aber ich hatte für niemand Ohren. Das Glück blieb mir fortwährend treu. Auf einmal erhob sich um mich herum Stimmengewirr und Lachen. ‚Bravo, bravo!‘ riefen alle, und manche klatschten sogar in die Hände. […] ‚Gehen Sie fort, gehen Sie fort‘ flüsterte mir eine Stimme von rechts zu.“

Dostojewski zeigt auch in “Der Spieler” sein meisterhaftes Geschick Charaktere zu zeichnen

Dostojewski schildert wie kaum ein anderer Autor der Weltliteratur sehr anschaulich den tranceartigen Zustand, in den ein Süchtiger angesichts seiner Droge (in diesem Fall das Roulettespiel) verfällt und sich nicht mehr zu befreien vermag. Das Geschilderte ist stark autobiographisch gefärbt – auch Dostojewski verfiel immer wieder dem Glücksspiel und verarbeitet im Roman seine gescheiterte Liebesbeziehung. Er schrieb “Den Spieler“ sogar unter dem Eindruck akuter Geldnot in gerade einmal 26 Tagen, um mit den durch das Honorar erlangten Einnahmen seine Spielschulden bezahlen zu können. Gelungen ist in jedem Fall die satirische Schilderung einer dekadenten russischen Gesellschaft, welche über ihre eigenen Verhältnisse lebt und sich ihren eigenen Ruin schafft. Jeder lauert auf das Geld eines anderen – und gerät dabei immer mehr in den Sog des gefährlichen Spiels.

Für wen ist Dostojewskis “Der Spieler” geeignet?

Dieses Buch ist für Leser, die nach einer kurzweiligen Lektüre suchen und sich vom großen Namen „Dostojewski“ nicht abschrecken lassen bzw. ein weniger seitenstarkes Werk von ihm lesen wollen. Denn klar, bei seinen Hauptwerken „Schuld und Sühne“ („Verbrechen und Strafe“) oder „Die Brüder Karamasow“ handelt es sich um echte Wälzer, die dementsprechend auch komplexer aufgebaut sind. „Der Spieler“ beweist aber ein weiteres Mal Dostojewskis große Meisterschaft im psychologischen Erzählen.

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  • Let's go back to Iceland! Bei der ganzen Aufregung rund um das Coronavirus tut ein kleiner Rückblick auf vergangene schöne Reisen echt gut. Tolle Idee von  @isipeazy, unter dem Hashtag #quarantänereisen von Reiseerlebnissen zu berichten. Denn niemand weiß, wann es möglich sein wird, wieder uneingeschränkt auf Reisen zu gehen...das wird auch mir immer mehr schmerzlich bewusst.😯 Solange können wir Reiseliebhaber doch in der Quarantäne bei Laune halten 👍

Aber zurück zu Island: Hier war ich im deutschen Hitzesommer 2018 mit Jeep & Dachzelt unterwegs. Was für ein Abenteuer! 😁 (denn ausgerechnet in diesem Jahr erlebte Island den kältesten Sommer seit langem 🥶). Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen. Es ging einmal rum um die Insel, mit kleineren Abstechern zu den Westfjorden (nichts für Reisekranke 🙄 aber dennoch wahnsinnig schön) und in den wilden Osten Islands.
Für mich war das definitiv eine der aufregendsten und verrücktesten Reisen seit langem, bei der ich unvergessliche Erfahrungen gemacht habe und zugleich mich teilweise auch aus meiner Komfortzone bewegt habe (Stichwort Wetter 😅) Aber sind das nicht die besten Reisen? Ich würde es jederzeit wieder tun! 🚙🇮🇸 #reisen #gotravel #corona #quarantäne #travelgram #latergram #iceland #roadtrip #island #ontheroad #reisegeschichten #reisesehnsucht #fernweh
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Meine Reise durch Polen hat mir wieder mal gezeigt, dass dieses wunderbare und vielfältige (Nachbar)Land einfach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt wie es verdient hätte. Werde hier und vielleicht auch im Blog bald mehr darüber berichten ✏️📸
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Hier also meine Insta-Highlights - komprimiert in 9 Fotos: Mein Jahr war voller Bücher, schönen Reisen (u.a. nach Athen und Schottland), spannender Architektur und aufregenden Kunstausstellungen und -events. Weiter so! Bin gespannt, was 2020 bringt. 🎉
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