Literatur

Literatur in 300 Wörtern (26): Eugen Ruge – In Zeiten des abnehmenden Lichts

In Zeiten des abnehmenden Lichts

in_zeiten_des_abnehmenden_lichtsInhalt in 3 Sätzen: 4 Generationen einer Familie, eine Vielzahl an Episoden des Lebens, die alle mehr oder weniger mit dem politischen System des Kommunismus verwoben sind. Da sind die aus dem mexikanischen Exil wieder gekehrten Urgroßeltern, die eine tiefe Überzeugung gegenüber den sozialistischen Ideologien pflegten ebenso wie der Enkel, der nur noch das Scheitern der DDR und den Mauerfall mitbekam. Eugen Ruges Roman erzählt vom Verfall von einst mit Inbrunst verteidigten Idealen, von verlorenen Träumen und dem Verlust von Stabilität in Zeiten des abnehmenden Lichts, in denen die Strahlkraft des Sozialismus nahezu gänzlich verblasst ist.

Lieblingszitat:

„Im Nu herrschte eine Stimmung wie auf einer FDJ-Delegiertenkonferenz (obwohl Kurt, offen gestanden, nie auf einer FDJ-Delegiertenkonferenz gewesen war), und weil im Refrain des Liedes jede Zeile mit wot kak, wot kak – Hört nur, hört nur – begann, glaubten die Leute zu verstehen, dass es sich um ein russisches Sauflied handelte, und brüllten im Chor: Wodka, Wodka!, Und begannen sogar bei Wodka, Wodka rhythmisch zu klatschen. […] Wie ein Stein saß er inmitten der Geburtstagsgesellschaft. Alles schaukelte plötzlich. […] – Ich glaube, sagte Kurt, ich sollte dir mitteilen, dass Sascha im Westen ist.“

Unterhaltsam und humorvoll entwirft Eugen Ruge in seinem Roman “In Zeiten des abnehmenden Lichts” ein vielschichtiges Porträt einer Familie. Der Montageroman ist in verschiedene Episoden, Handlungsstränge und Perspektiven aufgeteilt. Diese einzelnen Fäden verbindet Ruge kunstvoll miteinander. Immer wieder kommt ein anderes Familienmitglied zu Wort, berichtet von seiner persönlichen Einschätzung einer bestimmten Situation, was nicht selten dazu führt, das Dargestellte noch besser fassen zu können. Denn das weiß wohl jeder aus eigener Erfahrung: wie sehr einzelne Sichtweisen – gerade in einer Familie – auseinander driften können.

Dieses Buch ist für Leser, die sich für authentisch geschriebene Romane über die jüngere deutsche Geschichte interessieren. Der Klappentext und die Betitelung als „DDR-Buddenbrooks-Roman“ sollten einen nicht abschrecken (ich selbst kämpfe schon seit längerem erfolglos mit der Buddenbrooks-Lektüre). Trotz der vielen Figuren verliert man nie den Überblick, da jeder sehr charakteristisch beschrieben wird. Die vielen Zeitsprünge und das Wechseln der Perspektive geben der Erzählung viel Schwung und der Roman bleibt trotz einiger politischer Diskurse stets spannend und lebensnah.

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    3 KOMMENTARE

  • […] “DDR-Buddenbrooks-Roman” stand hinten im Klappentext, doch zum Glück ließ ich mich davon dann doch nicht abschrecken – sonst hätte ich einen außergewöhnlichen Roman verpasst. Eugen Ruge widmet sich in seinem Roman 4 Generationen einer Familie, die allesamt mehr oder weniger mit dem Sozialismus konfrontiert werden. Der Autor springt dabei immer wieder in die verschiedenen Zeitebenen und zeigt auf diese Weise, wie sich politische Ideologien, aber auch persönliche Einstellungen wandeln können. Trotz der recht komplexen Figurenstruktur des Romans ist es dem Autor gelungen, dass man als Leser nie den Überblick verliert. Jede Figur bleibt auf ihre eigene Art im Gedächtnis und tragen zu einem spannenden Leseerlebnis bei. Hier habe ich schon mal über das Buch geschrieben. […]

  • […] „Cabo de Gata“ unterscheidet sich grundlegend von seinem hochgelobten Vorgänger „In Zeiten des abnehmenden Lichts„, was nichts Schlechtes heißen muss, sondern vielmehr zeigt, wie vielfältig Eugen Ruge als […]

  • […] und zu einer schlüssigen Erzählung zusammenfügen. Mich hat der Roman stellenweise auch an Eugen Ruges “In Zeiten des abnehmenden Lichts” erinnert, der ebenso mit Multiperspektivität arbeitet und den Plot von unterschiedlichen Figuren […]

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  • Let's go back to Iceland! Bei der ganzen Aufregung rund um das Coronavirus tut ein kleiner Rückblick auf vergangene schöne Reisen echt gut. Tolle Idee von  @isipeazy, unter dem Hashtag #quarantänereisen von Reiseerlebnissen zu berichten. Denn niemand weiß, wann es möglich sein wird, wieder uneingeschränkt auf Reisen zu gehen...das wird auch mir immer mehr schmerzlich bewusst.😯 Solange können wir Reiseliebhaber doch in der Quarantäne bei Laune halten 👍

Aber zurück zu Island: Hier war ich im deutschen Hitzesommer 2018 mit Jeep & Dachzelt unterwegs. Was für ein Abenteuer! 😁 (denn ausgerechnet in diesem Jahr erlebte Island den kältesten Sommer seit langem 🥶). Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen. Es ging einmal rum um die Insel, mit kleineren Abstechern zu den Westfjorden (nichts für Reisekranke 🙄 aber dennoch wahnsinnig schön) und in den wilden Osten Islands.
Für mich war das definitiv eine der aufregendsten und verrücktesten Reisen seit langem, bei der ich unvergessliche Erfahrungen gemacht habe und zugleich mich teilweise auch aus meiner Komfortzone bewegt habe (Stichwort Wetter 😅) Aber sind das nicht die besten Reisen? Ich würde es jederzeit wieder tun! 🚙🇮🇸 #reisen #gotravel #corona #quarantäne #travelgram #latergram #iceland #roadtrip #island #ontheroad #reisegeschichten #reisesehnsucht #fernweh
  • Malen im Museum ausdrücklich erlaubt - das ließ ich mir im japanischen Museum @mangghamuseum in Krakau nicht zweimal sagen.
Mehr über meinen Kulturtrip nach Polen, lest ihr im Blog 😎 #linkinbio
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  • Mein Posen-Reisebericht ist fertig! Die gemütliche Stadt im Westen Polens hat mir sehr gut gefallen. Ob trendige Cafés, Kunst & Kultur oder Naherholung - es lohnt sich, hierhin zu reisen. Mehr über meine Erlebnisse könnt ihr jetzt im Blog nachlesen. #linkinbio

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  • Ich war erst wenige Stunden in Kraków und dann habe ich gleich so ein Traum-Café gefunden: urige Ohrensessel, leckeren Kuchen und Kaffee... Und Bücherregale überall. ❤️ Das @massolitbooks ist eine echte Empfehlung für jeden Büchernerd. Das Stöbern (viele englischsprachige Literatur), Tagträumen und sogar (in meinem Fall) warten auf den Liebsten macht hier richtig Freude. Also, wenn ihr mal in Kraków seid, unbedingt vorbeischauen. Ein paar Häuser weiter ist dann noch die dazugehörige Bäckerei @massolitbakery 🍰🥐
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  • So schön bunt hier 🤓😊 Der Marktplatz ist definitiv einer der schönsten Orte in Breslau. Toll war auch die Stimmung zur großen offiziellen Silvesterfeier #wroclawrespect, die mit einem imposanten Feuerwerk über der Altstadt endete. 🎉
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  • Welcome to the Roaring Twenties! Ich wünsche Euch allen ein frohes Neues. Selbst habe ich die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um Kunst, Kultur und Stadtleben in Krakau, Breslau und Posen zu genießen. 🏰🎨🎭
Das Gemälde stammt aus dem Nationalmuseum von Poznan.
Meine Reise durch Polen hat mir wieder mal gezeigt, dass dieses wunderbare und vielfältige (Nachbar)Land einfach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt wie es verdient hätte. Werde hier und vielleicht auch im Blog bald mehr darüber berichten ✏️📸
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  • Schon wieder Zeit für 'nen Jahresrückblick? 🙄 Das Jahr 2019 ist wirklich im Nu vergangen und so gut wie vorbei. Mit all seinen Höhen und Tiefen.
Hier also meine Insta-Highlights - komprimiert in 9 Fotos: Mein Jahr war voller Bücher, schönen Reisen (u.a. nach Athen und Schottland), spannender Architektur und aufregenden Kunstausstellungen und -events. Weiter so! Bin gespannt, was 2020 bringt. 🎉
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  • Wo ich derzeit am meisten lese? In der Berliner U-Bahn. Gedanklich bin dann in Paris.. Denn mittlerweile bin ich mit dem zweiten Band der "Subutex-Trilogie" von Virginie Despentes fast durch.
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