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Literatur in 300 Wörtern (46): Haruki Murakami – Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Inhalt in 3 Sätzen: Seine vier guten Schulfreunde sind sein ein und alles und doch wird er eines Tages unerwartet von ihnen sitzengelassen. Tsukuru ist zwar völlig perplex, traut sich jedoch nicht nach dem Grund für die Ablehnung zu fragen und stürzt in tiefe Depressionen. Erst 16 Jahre später entschließt er sich auf Anraten einer Freundin dazu, sich endlich mit seiner verdrängten Vergangenheit und den tiefgreifenden Verletzungen von damals auseinander zu setzen – und macht auf der Suche nach seinen alten Freunden aus der Schulzeit einige unerwartete Entdeckungen.

Lieblingszitat: “Vielleicht bin ich ja wirklich gestorben, dachte Tsukuru plötzlich. Seit seine Freunde sich im vergangenen Sommer von ihm losgesagt hatten, gab es den Jungen nicht mehr, der Tsukuru Tazaki einmal gewesen war. Er hatte zwar, wenn auch nur gerade eben, seine äußere Erscheinung bewahrt, aber er war nach diesem halben Jahr kaum wiederzuerkennen. Seine Statur und sein Gesicht hatten sich ebenso wie seine Wahrnehmung radikal verwandelt. Wie Wind wehte, wie Wasser rauschte, wie Licht durch die Wolken fiel, ja sogar die Farben der jahreszeitlichen Blumen – alles war anders als früher.”

Haruki Murakami – Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

“Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki”: Wie immer ein großartiger „Page-Turner“ des Großmeisters der Melancholie Haruki Murakami. Spätestens ab dem ersten Drittel des Buches konnte auch ich es kaum noch aus der Hand legen. Die Handlung wirft einfach zu viele Fragen auf! Warum haben Tsukurus Freunde so drastisch reagiert und den Kontakt zu ihm abgebrochen? Wie bringt man es übers Herz einen guten Freund so einfach abzuservieren? Warum war Tsukuru selbst viele Jahre passiv und hat alles einfach so hingenommen?

Große Fragen des Lebens und ein Spiegel der japanischen Gesellschaft

Einsamkeit, Selbstzweifel, Kommunikationsprobleme, Depressionen, die verzweifelte Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens – Murakamis Roman ist von seinen zum Teil philosophischen Thematiken her sicher keine leichte Kost und gibt darüber hinaus Einblicke in die japanische Kultur, in der es kaum etwas Wichtigeres gibt, als das eigene Gesicht zu wahren. Statt offen mit Gefühlen umzugehen und seine Freunde mit seiner Enttäuschung zu konfrontieren, frisst der Protagonist lieber jahrelang seine Ängste, Sorgen und Schmerzen in sich hinein. Sicher nicht zur Nachahmung empfohlen! Das Buch zeigt, wohin das Unterdrücken von Emotionen führt. Es lässt einen definitiv berührt und nachdenklich, aber auch mit einer leisen Spur von Hoffnung zurück.

Dieses Buch ist für Leser, die sich gerne mit zwischenmenschlichen Beziehungen beschäftigen und sich dabei gerne von Haruki Murakamis einfühlsamen Schreibstil mitreißen lassen.

Ihr habt Interesse weitere japanische Autoren kennen zu lernen? Dann schaut hier meinen Artikel zum Thema japanische Literatur an.

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    2 KOMMENTARE

  • […] Hard-boiled Wonderland weit entfernt von “realistischeren” Werken wie Naokos Lächeln, Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki, Sputnik Sweetheart oder Gefährliche Geliebte – im Großen und Ganzen lassen sich jedoch […]

  • […] Doch Murakamis Roman gibt auch Einblicke in die japanische Kultur, in der es kaum etwas Wichtigeres gibt, als das eigene Gesicht zu wahren. Statt offen mit Gefühlen umzugehen und seine Freunde mit seiner Enttäuschung zu konfrontieren, frisst der Protagonist lieber jahrelang seine Ängste, Sorgen und Schmerzen in sich hinein. Er wagt es nicht den Grund für die Ausgrenzung zu erfragen und zerbricht daran. “Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki” geht unter die Haut und gehört gerade deshalb zu den Büchern in diesem Jahr, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Hier könnt Ihr meine komplette Rezension nachlesen. […]

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  • Good to be back 😊. Gestern stand bei mir seit langem mal wieder ein Museumsbesuch an. Angesehen habe ich mir die Ausstellung über den Fotografen #Umbo in der @berlinischegalerie. Mehr dazu lest ihr jetzt auch im Blog (#linkinbio👆). Dort findet ihr eine kurze Besprechung.
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  • Ich bin ja immer etwas langsamer mit Buchtrends. #unorthodox von Deborah Feldman würde ja schon bei Erscheinen im Jahr 2012 in den Feuilletons und Literaturblogs rauf und runter rezensiert. Mich konnte der Hype damals nicht so recht mitreißen. Schade, denn das Buch wurde und wird völlig zu Recht gelobt. Ich fand jetzt durch die Netflix-Serie zur Lektüre (Rezension erschien gestern im Blog, siehe #linkinbio) . Die ersten 50 Seiten lasen sich bisher schon sehr flüssig und ich kann es kaum erwarten das Buch nun auf meinem heimischen Balkon auf dem neuen Lieblinglesesessel weiterzulesen 🤓
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  • Rückblick auf meinen Polen-Trip Anfang Januar.
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  • Die kleinen Dinge und eigenen Interessen schätzen zu lernen...
Hätte ich auch nicht gedacht, dass das 2020 ganz oben auf der Agenda stehen würde. So bin ich gerade froh, dass ich zum Glück einige eher introvertierte Hobbies pflege. Auf Konzerte, Kunstgalerien, Museen, Theater, Oper, Ballett, Lesungen, Reisen etc. freue ich mich dennoch riesig - wenn wir das hoffentlich alles mal hinter uns gelassen haben... 🙌
Wie holt ihr euch in diesen Zeiten Kunst & Kultur in Eure eigenen vier Wände?
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  • Let's go back to Iceland! Bei der ganzen Aufregung rund um das Coronavirus tut ein kleiner Rückblick auf vergangene schöne Reisen echt gut. Tolle Idee von  @isipeazy, unter dem Hashtag #quarantänereisen von Reiseerlebnissen zu berichten. Denn niemand weiß, wann es möglich sein wird, wieder uneingeschränkt auf Reisen zu gehen...das wird auch mir immer mehr schmerzlich bewusst.😯 Solange können wir Reiseliebhaber doch in der Quarantäne bei Laune halten 👍

Aber zurück zu Island: Hier war ich im deutschen Hitzesommer 2018 mit Jeep & Dachzelt unterwegs. Was für ein Abenteuer! 😁 (denn ausgerechnet in diesem Jahr erlebte Island den kältesten Sommer seit langem 🥶). Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen. Es ging einmal rum um die Insel, mit kleineren Abstechern zu den Westfjorden (nichts für Reisekranke 🙄 aber dennoch wahnsinnig schön) und in den wilden Osten Islands.
Für mich war das definitiv eine der aufregendsten und verrücktesten Reisen seit langem, bei der ich unvergessliche Erfahrungen gemacht habe und zugleich mich teilweise auch aus meiner Komfortzone bewegt habe (Stichwort Wetter 😅) Aber sind das nicht die besten Reisen? Ich würde es jederzeit wieder tun! 🚙🇮🇸 #reisen #gotravel #corona #quarantäne #travelgram #latergram #iceland #roadtrip #island #ontheroad #reisegeschichten #reisesehnsucht #fernweh
  • Malen im Museum ausdrücklich erlaubt - das ließ ich mir im japanischen Museum @mangghamuseum in Krakau nicht zweimal sagen.
Mehr über meinen Kulturtrip nach Polen, lest ihr im Blog 😎 #linkinbio
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  • Mein Posen-Reisebericht ist fertig! Die gemütliche Stadt im Westen Polens hat mir sehr gut gefallen. Ob trendige Cafés, Kunst & Kultur oder Naherholung - es lohnt sich, hierhin zu reisen. Mehr über meine Erlebnisse könnt ihr jetzt im Blog nachlesen. #linkinbio

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  • Ich war erst wenige Stunden in Kraków und dann habe ich gleich so ein Traum-Café gefunden: urige Ohrensessel, leckeren Kuchen und Kaffee... Und Bücherregale überall. ❤️ Das @massolitbooks ist eine echte Empfehlung für jeden Büchernerd. Das Stöbern (viele englischsprachige Literatur), Tagträumen und sogar (in meinem Fall) warten auf den Liebsten macht hier richtig Freude. Also, wenn ihr mal in Kraków seid, unbedingt vorbeischauen. Ein paar Häuser weiter ist dann noch die dazugehörige Bäckerei @massolitbakery 🍰🥐
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