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7 Dinge, die man trotz Kultur-Lockdown jetzt tun kann

Wie lässt sich der Kultur-Lockdown am besten überstehen? Hier gebe ich Euch ein paar Tipps.

Uff, kommt Euch der derzeitige “Winter-Lockdown” auch etwas härter vor als der im vergangenen Frühjahr? Würdet Ihr Euch auch manchmal am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen und im Winterschlaf verharren bis wieder bessere Zeiten angebrochen sind? Es liegt sicher am kalten, dunklen Winter, vielleicht auch an einer gewissen Müdigkeit angesichts der Dauer der Pandemie, dass diesmal alles etwas trostloser wirkt. Doch halt: Es hilft ja alles nichts! Irgendwie werden wir diesen Winter – trotz Kultur-Lockdown, geschlossenen Theatern, Kinos, Museen und Konzerthäusern auch noch überstehen. Wie? Das möchte ich Euch in diesem Beitrag verraten. Vielleicht sind ja ein paar hilfreiche Tipps für Euch dabei. Kopf hoch und viel Spaß!

Stapel ungelesener Bücher “abarbeiten”

Trotz Coronajahr 2020 bin ich eigentlich nicht unbedingt mehr zum Lesen gekommen. Sicher, es war nicht wenig, aber auch nicht überdurchschnittlich mehr als in anderen Jahren. Dementsprechend ist mein Stapel ungelesener Bücher derzeit immer noch recht hoch. Es kommen ja immer wieder Buchgeschenke dazwischen oder ein paar Spontankäufe (auch wenn diese, auch durch die Lockdown-Situation, eher weniger geworden sind.) Kurzum: Es wird Zeit, den SUP “abzuarbeiten”. Während es mich im Frühlingslockdown noch mehr nach draußen drängte, ist im dunklen und grauen Januar spätestens die Zeit da, um es sich wieder häufiger auf dem Sofa mit einem guten Buch bequem zu machen.

Da schlummert sicher noch das eine oder andere ungelesene Buch.

Da schlummert sicher noch das eine oder andere ungelesene Buch.

Reisesehnsucht stillen

Was bin ich froh, dass ich trotz Corona im letzten Jahr noch ein paar Reisen machen konnte. Highlight war natürlich definitiv der Island-Trip im Sommer. Um ein wenig in Reiseerinnerungen zu schwelgen – und vor allem meinen unzähligen Fotos die Ehre zu erweisen – habe ich mir daher kurz vor Weihnachten ein Fotobuch mit den besten Reisefotos gestaltet. Geht zum Beispiel ganz easy bei Online-Fotodiensten wie Pixum, CEWE etc. Nun kam das fertige Fotobuch per Post! Und ich muss sagen: Das macht schon ordentlich stolz, ein hochwertiges Buch mit den eigenen Fotos in den Händen zu halten. Ich kann es daher nur jedem Fotografie- und Reiseliebhaber, der ab und an Fernweh leidet, empfehlen. So “verstauben” die Fotos nicht irgendwo auf dem Computer oder auf SD-Karten, sondern haben wenigstens die Chance mal genauer betrachtet zu werden. Genug Zeit für die Gestaltung eines Fotobuchs sollten wir derzeit ja wohl alle haben…

Eine schöne Erinnerung: Fotobuch mit den besten Island-Fotos

Eine schöne Erinnerung: Fotobuch mit den besten Island-Fotos

Eine andere Strategie ist es, in die Zukunft zu blicken – und von derzeit noch unerreichbaren Reisezielen zu träumen. Ganz wunderbar kann man das meiner Meinung nach mit den qualitativ sehr hochwertigen Reisereportagen auf arte.tv. Besonders gefällt mir z.B. die Sendung “Stadt, Land, Kunst”, die Kultur und spannende Reiseziele miteinander verbindet. Aber auch sonst stöbere ich gerne in der Mediathek in der Sektion “Entdeckung der Welt”. Dort findet sich eigentlich immer etwas zum Schwelgen und Träumen.

Sprachen lernen und auffrischen

Reisen fällt ja erstmal flach. Aber Fremdsprachen zu beherrschen, ist ja immer wichtig und hilfreich. Und definitiv eine gute Vorbereitung für kommende Reisen. Zum einen kann man sich natürlich auch in diesen Zeiten einen (Online)-Tandempartner suchen (ich habe zum Glück noch eine Tandempartnerin aus Vor-Corona-Zeiten) oder es erstmal damit versuchen, das Hör- und Leseverständnis wieder auf Vordermann zu bringen. Immer häufiger schaue ich mir daher, wenn möglich, Filme in Originalsprache an.

Ein guter Tipp, um im Lesen besser zu werden, ist zum Beispiel die zweisprachige Buchreihe vom dtv-Verlag, in der mittlerweile Bücher in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, aber auch Türkisch, Russisch oder Chinesisch erschienen sind. Oder ihr versucht es mit gängigen Apps wie Babble oder Duolingo, auch wenn da meiner Meinung nach das Erlernen der Grundlagen der Grammatik leider etwas zu kurz kommt. Beim Russischlernen kam ich da zumindest – aufgrund fehlender Basics – leider nie sehr weit.

Buchreihe zum Auffrischen bereits vorhandener Sprachkenntnisse

Buchreihe zum Auffrischen bereits vorhandener Sprachkenntnisse

Filme streamen – mal anders

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber bei mir ist unterdessen in Sachen Netflix, Amazon Prime & Co. eine gewisse Streamingmüdigkeit eingetreten. Sich ewig durch Film- und Serienvorschläge zu scrollen und dann am Schluss doch nicht so das Passende zu finden, macht wirklich keinen Spaß und ist zu zeitaufwändig. Und nur ganz selten finde ich dort mal etwas, was sich wirklich lohnt. Kleine Perlen wie “The Queen’s Gambit” und “Unorthodox” sind leider eine Rarität! Internationales Arthouse-Kino und Independent-Produktionen gibt es dort hingegen sehr wenig und wenn, dann sind sie meist sehr gut versteckt.

Unterdessen schaue ich daher gerne auch auf anderen Streamingportalen wie mubi oder Vimeo vorbei. Hier habe ich zum Beispiel schon eine brandaktuelle Doku des chinesischen Künstlers und Filmemachers über Wuhan gefunden (“Coronation”) oder eine skurril-morbide Dokumentation von Ulrich Seidl über menschliche Abgründe (“Im Keller”). Ebenfalls lohnenswert ist es, sich auf den Seiten von – nun häufig nur online stattfindenden – Filmfestivals umzuschauen. So fand beispielsweise im Dezember das ursprünglich in Cottbus initiierte Filmfestival des osteuropäischen Films statt, in Lübeck die Nordischen Filmtage oder in Frankfurt das Japanische Filmfestival Nippon Connection. Angesichts der derzeitigen Lage werden diese und viele weitere Filmfestivals sicher auch 2021 online stattfinden. Es lohnt sicht daher, hier die Augen offen zu halten – gerade, wenn man den Blick über den Tellerrand schätzt.

Ein weiterer guter Tipp, soforn Ihr einen Bibliotkeksausweis besitzt, ist außerdem die Seite Filmfriend. Hier gibt es ein breites Angebot an (Indie)-Filmen aus der ganzen Welt. Und das fast kostenlos, wenn man mal von der Jahresgebühr für einen Bibliotheksausweis (in Berlin derzeit 10 Euro im Jahr) absieht.

Das Lachen bleibt einem bei dieser Doku oft im Halse stecken - Ulrich Seidls "Im Keller"

Das Lachen bleibt einem bei dieser Doku oft im Halse stecken – Ulrich Seidls “Im Keller”

Film- und Serienklassiker neu entdecken

Bei den Streaming-Tipps war nichts dabei? Macht nichts! Wie wäre es einfach statt aktueller Filme mit ein paar Filmklassikern? Es mag vielleicht in Zeiten von Streaming fast schon etwas altmodisch anmuten. Aber ich habe das Medium der DVD wieder für mich entdeckt. Gerade auch ältere Filme gibt es ja immer als DVD, meist auch mit spannebden Special Features wie Interviews mit dem Regisseur, Outtakes etc. Ich fahre jetzt schon seit einer ganzen Weile wieder regelmäßig in die Bibliothek und leihe mir dort jedes Mal einen großen Stapel DVDs aus.

So hat mich David Lynchs Kultserie “Twin Peaks” zum Beispiel definitiv durch den Herbst gerettet. Bei insgesamt 3 Staffeln mit insgesamt 49 Episoden (je ca. 45-60 Min.) gibt es da viel zum Ansehen. Das Gute daran, wenn man so beliebte Serien erst so spät entdeckt: Alle anderen haben sie schon längst gesehen (oder besitzen die DVDs als echte Hardcore-Fans vielleicht sogar), dementsprechend ist die Nachfrage häufig nicht mehr so groß. 😉

Serie mit Kultcharakter: David Lynchs "Twin Peaks"

Serie mit Kultcharakter: David Lynchs “Twin Peaks”

Kunst und Kultur analog genießen

Ins Museum zu gehen – ich hätte es vor Corona selbst nicht gedacht – fehlt mir ungemein. Kunst ist für mich viel mehr als eine bloße Freizeitbeschäftigung, sie hilft auch dabei, den eigenen Horizont zu erweitern, auf neue Ideen und Gedanken zu kommen, Dinge zu hinterfragen und letztendlich auch ein Stück weit, vom Alltag abzuschalten.
Bis die Ausstellungshäuser also dann hoffentlich im Frühjahr wieder aufmachen, muss eine andere Lösung her. Bereits im Sommer habe ich das Kulturmagazin Monopol entdeckt und habe dieses nun kurzentschlossen abonniert. Das Blättern durch ein hochwertig gestaltetes Kunstmagazin ist zwar noch lange kein Ersatz für den “echten” Kunstgenuss, aber zumindest eine Möglichkeit sich in Sachen Kunst auf dem Laufenden zu halten. So lässt sich vielleicht die Wartezeit auf die Wiedereröffnung von Museen und Galerien ein wenig überbrücken. Und das Gute: diese Beschäftigung ist analog, denn irgendwie hat bei mir auch eine gewisse Online-Konferenz-Zoom-Müdigkeit zugenommen.

(Kulturelle) Spaziergänge unternehmen

Hände hoch: Wer hat Spazierengehen auch für sich entdeckt? Wenn ich so durch mein Viertel laufe, habe ich zumindest das Gefühl, dass es jetzt plötzlich deutlich mehr Spaziergänger gibt als sonst. Was kann man in diesen Tagen auch viel Anderes machen, um sich mal außerhalb der eigenen vier Wände zu befinden? Und Bewegung und frische Luft tut ja bekanntlich gut. Langsam gehen mir leider zwar ein wenig die Ideen aus, wohin es gehen soll. Aber generell habe ich bestimmte Routen durch die Innenstadt, an kulturellen Lieblingsorten vorbei wie dem C/O, dem Futurium, der Deutschen Oper usw. für mich entdeckt. Es schwingt zwar immer auch ein wenig Wehmut mit, wenn ich an den verschlossenen Türen und den unbeleuchteten Fenstern vorbeilaufe. Ein bisschen wecken meine Spaziergänge aber auch die Vorfreude auf die Wiedereröffnung dieser und vieler weiterer Kulturinstitutionen. Und die Hoffnung und Zuversicht, dass es eine Zeit nach dem Kultur-Lockdown geben wird. Ganz sicher.

Wurde vorerst nur virtuell eröffnet: Das Humboldt-Forum im Berliner Schloss

Wurde vorerst nur virtuell eröffnet: Das Humboldt-Forum im Berliner Schloss

 

Ich hoffe, bei diesen Tipps war etwas für Euch dabei. Wer noch mehr Tipps möchte, kann auch gerne nochmal in meinen Artikel Kulturtipps in Zeiten von Corona reinschauen.

Wie geht ihr derzeit mit dem Kultur-Lockdown um? Wie holt ihr Euch Kunst und Kultur in Euer Zuhause? Bleibt weiterhin gesund und haltet durch!

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    1 KOMMENTAR

  • Jesko 8. Januar 2021 Reply

    Hallo! Schöner Artikel, vielen Dank für die Ideen!
    Wir hätten da noch einen Vorschlag für Kulturspazieränge: Die “Poetry Slam AudioTour”. Eine Spaziergang-Route durch Mitte mit Slam-Texten und Humor zu den Orten, die man passiert, samt Moderation und Routenkarte. (Link siehe URL-Feld). Wir freuen uns wenn ihr es mit im Artikel erwähnen könnt!
    Liebe Grüße, Jesko von den Kiezpoeten

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